Der Nordthüringer Unternehmerverband (NUV) sieht deutlichen Nachholbedarf bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Nordhausen. Nach Ansicht des Verbandes fehle es seit längerer Zeit an ausreichend sichtbaren Bemühungen, den Standort für Investoren attraktiv zu gestalten. Die Diskussion um den Bauturbo sei das beste Beispiel...
Im Sommer 2025 wurde eine Task-Force gegründet. Von links: NUV-Chef Neu, MdL Gerbothe, Ministerin Boos-John, Silke Hesse und MdB Gregosz (Foto: NUV)Wenn sich Regionen, Landkreise oder Kommunen um Neuansiedlungen, um Investitionen, sprich: um ihre eigene Entwicklung bemühen, dann sollten sie aus Sicht des Vorstandes des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV) durchaus attraktiv für mögliche Investoren sein. Wir wollen es ganz einfach ausdrücken, sie müssen die Besten im Wettbewerb mit anderen Regionen sein, sagt NUV-Vorstandsvorsitzender Niels Neu in einer Pressinformation.
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All dieses Bemühen, all dieses Werben vermisst der NUV in Nordhausen. Und das nicht erst seit kurzem, sondern seit vielen Monaten, wenn nicht seit Jahren. Statt positiver Nachrichten kommen die Botschaften aus Neueintragungen im Insolvenzregister oder aus den Medien. Erst aktuell hat eine weitere, eine traditionsreiche Tiefbau- und Elektrofirma aus Nordhausen Insolvenz anmelden müssen, stehen Einkaufs- und Verbrauchermarktstandorte zur Disposition. Reaktionen darauf aus dem Rathaus? Fehlanzeige, so Neu weiter.
Das teils unverständliche Verwaltungshandeln in Nordhausen wurde jüngst auch laut NUV durch den fragwürdigen Umgang mit einem erfolgreichen Sportverein sowie dem Team einer beliebten MDR-Fernsehsendung durch das Rathaus öffentlich dokumentiert. Neben den Mitgliedern des Unternehmerverbandes reiben sich laut Neu auch Stadträte die Augen und scheinen die kleine kommunale Welt im Nordhäuser Rathaus nicht mehr zu verstehen. "Die Bundesregierung hat mit der Änderung im Baurecht, dem Bau-Turbo, den Kommunen zusätzliche Spielräume im Planungs- und Genehmigungsrecht eröffnet. Umso bedauerlicher ist es, dass die Anwendung dieses Instruments in Nordhausen aktuell als nicht umsetzbar eingeschätzt wird. Aus unserer Sicht sollte daher geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, die vorhandenen Spielräume dennoch bestmöglich zu nutzen", stellt Vorstandskollegin Carina Schmidt-Pförtner fest.
Doch aus Sicht des NUV kommt es noch schlimmer: Nach berechtigter Kritik aus dem Stadtrat präsentiert die Verwaltung um Oberbürgermeister Buchmann der Öffentlichkeit weitere Leitlinien, die den Bau-Turbo weitestgehend nicht zur Anwendung bringen können.
Auch in einem Gespräch mit dem Chef der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), Andreas Krey, zu aktuellen Aktivitäten der LEG Thüringen hinsichtlich des Industriegebiets Goldene Aue wurde die Nichtanwendung des Bau-Turbos thematisiert. Krey äußerte gegenüber dem NUV-Vorsitzenden große Bedenken, wenn ein Instrument, das den Verwaltungen mehr Spielraum und schnelleres Handeln ermögliche, keine Anwendung fände. Insbesondere für Investoren halte Krey den Bau-Turbo für durchaus förderlich.
Der NUV fordert die Verwaltung auf, das Bild vom Oberzentrum in der Öffentlichkeit nicht weiter durch Untätigkeit zu demontieren. Und noch schlimmer, einzelne Stadträte (Bürgerliste Südharz und Bündnisgrüne) des Stadtrates scheinen die Interessenlosigkeit der Verwaltung nicht nur zu unterstützen, sondern spielen Menschen in der Rolandstadt gegeneinander aus, indem sie sie in Kategorien Reich” und Nicht reich” einteilen.
An der vertrackten Situation um das Gebiet Seelano” ist das ausgiebig zu beobachten. Dazu der NUV-Vorstand: Es sind Nordhäuser Investoren, die Geld in die Hand und Risiken auf sich genommen haben, um im Süden der Stadt ein attraktives Wohngebiet zu schaffen. Was ist daran schlimm? Der Stadtrat hatte bereits für die Umwidmung gestimmt unter der Bedingung der Errichtung eines Campingplatzes und der Vorhaltung eines öffentlichen Zugangs zum See. Beides würde zusätzliche Investitionen auf der einen und einen Mehrwert für die Stadt Nordhausen auf der anderen Seite bedeuten.
Das, was zum Beispiel Axel Heck und Silvio Wagner in den zurückliegenden Jahrzehnten für das Stadtbild geleistet haben, das kann sich durchaus auch überregional sehen lassen. Beispiele hierfür findet man bei den Studentenwohnungen am Taschenberg, den Wohn-und Geschäftsräumen in der Grimmelallee und dem Wohngebiet in Nordhausen Nord. Und ja, sie haben dabei auch Geld verdient, Geld, das mehrfach versteuert wurde”.
Sollte es im Nordhäuser Rathaus keine Umkehr in der Wirtschaftspolitik geben, dann wird es in den nächsten Jahren einen signifikanten Einbruch in der Gewerbesteuergeben. Noch klingelt der Euro in der Stadtkasse, doch diese Zeiten sind dann vorbei. Noch kann aus Sicht des NUV gegengesteuert werden, doch dazu brauchte es im Rathaus des Oberzentrums mindestens einen kompetenten Ansprechpartner, der sich um die Außenwirkung des kommunalen Handelns kümmert.
Nordhäuser Unternehmer mit dickem Geldbeutel machen Werbung für die Akzeptanz Ihrer Privatinsel und schießen gleichzeitig gegen Parteien welche die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter wachsen sehen wollen.
Mich würde Mal interessieren wer von den anwesenden da gerade ein Haus gebaut hat und persönlich befangen ist?
Mehr Geld für die Region gibt's auf jedenfall nicht wenn dort keine Touristen einkehren sondern nur ein paar reiche Ihre mit 2. Und 3. Wohnung.
Die Stellungnahme des Nordthüringer Unternehmerverbandes enthält berechtigte Anliegen – etwa den Wunsch nach einer starken wirtschaftlichen Entwicklung für Nordhausen. In ihrer Zuspitzung wird sie der Realität unserer kommunalpolitischen Arbeit jedoch nicht gerecht.
So entsteht der Eindruck, es fehle grundsätzlich an Engagement für den Standort. Tatsächlich wird im Stadtrat und in der Verwaltung kontinuierlich an der Weiterentwicklung gearbeitet – oft weniger öffentlichkeitswirksam, dafür aber mit dem Anspruch, tragfähige und rechtssichere Lösungen zu schaffen. Wirtschaftsförderung besteht nicht nur aus Geschwindigkeit, sondern auch aus Verlässlichkeit, Infrastruktur, Fachkräftesicherung und einer funktionierenden Stadtgesellschaft.
Auch die Kritik an der Nichtanwendung des sogenannten Bauturbos greift zu kurz. Dieses Instrument mag zusätzliche Spielräume eröffnen, ersetzt aber nicht die notwendige Abwägung vor Ort. Jede Kommune muss prüfen, ob und wo beschleunigte Verfahren sinnvoll sind – insbesondere mit Blick auf langfristige Stadtentwicklung, Umweltaspekte und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Eine pauschale Anwendung wäre weder verantwortungsvoll noch zielführend.
Was wir tun, ist darauf zu achten, dass städtebauliche Entwicklungen nicht einseitig wirken, sondern möglichst vielen Menschen zugutekommen. Das ist keine Spaltung, sondern ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Kommunalpolitik.
Nordhausen braucht Investitionen – darin sind sich alle einig. Aber Attraktivität entsteht nicht allein durch Tempo oder möglichst weitgehende Deregulierung. Sie entsteht durch kluge Entscheidungen, Planungssicherheit und eine Entwicklung, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Interessen zusammenführt.
Keiner der Vorstandsmitglieder des NUV hat an benanntem Baugebiet Seelano ein Grundstück. Vielmehr geht es dem NUV um eine sachliche Debatte für die Region im Sinne der Sache.
Ich sprach übrigens nicht nur von Vorstandsmitgliedern. Sondern allen. Dass die 3 Vorstandsmitglieder keine Grundstücke haben würde ich ja sogar glauben. Aber so ein Verband besteht nun mal nicht nur aus den Vorständen.
Zum Glück muss man in den letzten Jahren nur Mal dort entlang spaziert sein und die Klingelschilder gelesen zu haben um die Befangenheit zu erkennen. Da liest, bzw las man nämlich allerhand bekannter Namen. ;)
Im Unternehmerverband sind nun mal Unternehmer organisiert und in der "Kleinen Freiheit" nun mal eher nicht. So ist das im Leben. Die, die Unternehmer sind, haben zum größten Teil (aufgrund ihres Alters) nach der Wende die Chance erkannt und ihr Unternehmen aufgebaut. Diese Möglichkeit hatten alle, auch "Kreisverkehre". Scheinbar hat der kleine Keinkreisverkehr keinen Bock auf Leistung, auf Anstrengen oder Risikeneingehen gehabt. Und so inspiziert er denn die Klingelschilder, schreibt fleißig Namen auf und... vielleicht sollte man den Kapitalisten, die die Erde in den Klimatod treiben, mal einen Besuch abstatten? Kommt mir alles bekannt vor. Muss aber nicht so sein - dafür ist es auf jeden Fall einfach erbärmlich.
Also wenn ich wieder ihren Kommentar lese wird mir schlecht, nur z.b habe als Handwerker oft genug im besagten Baugebiet gearbeitet, kenne aber trotzdem die Leute nicht, außer den Kunden, wer da alles wohnt, das interessiert mich auch nicht, kann doch Jeder bauen wo er möchte und auch wer!
Bilden Sie doch eine Fahrgemeinschaft mit dem Kreisverkehr, dann sparen sie auch noch Sprit. Da können sie in aller Ruhe die Namen von Klingelschildern abschreiben. Es wird immer lustiger hier.
Den fehlenden Einsatz nur bei der Stadt zu suchen. Da ist die seit Jahren laute Minderheit die vom Autohof, über weitere Ideen, bishin zuletzt das Rechenzentrum,schon vorher alles ablehnt. Da wird es schwer für die Planer.
Was hat der NUV denn in Sachen Goldene Aue hingekriegt, wo sie doch alle aus der Wirtschaft sind und eigentlich Connections haben müssten? Nichts, außer, dass sie in Erfurt angerufen haben. Was haben sie für Ideen? Die Stadt sollte einen Ansprechpartner benennen. Ich lach mich schlapp. Was für geniale Ideen. Und was haben sie für Ideen zum Bauturbo? Nichts weiter, als aus einem Gebiet, das für Tourisimus gedacht ist und mit den Ferienhäusern Einnahmen für die Nordhäuser generieren sollte, Wohnhäuser zu machen. Wozu gibt es den NuV überhaupt, mit Null Ideen kann man den Laden eigentlich zu machen.
Buchmann machts immer (dü)schlimmer: Ein Parteifreund von ihm und seiner "Bürgerliste Südharz" und Rathausmitarbeiter wohnt selber am "Seelano"...
Krass, dass er das seit Jahren weiß und duldet und hier jetzt die Welle macht. 🤣🤣🤣Ist auch rechtlich sehr interessant. ☝️Das eine "Nordhäuser System" gegen sich selbst und das andere "Nordhäuser System". 🥳
als der Durchschnittsverdiener ist meistens auch bereit persönlich mehr zu leisten.
Gerne können die Nörgler mit einem Neidfaktor hoch zehn mal als Unternehmer tätig werden, Risiko tragen, Verantwortung übernehmen, Mitarbeiter motivieren und entlohnen, manchmal 60 Stunden und mehr in der Woche arbeiten oder sich nur 10 Tage Urlaub im Jahr und keinen einzigen Krankentag genehmigen, weil der Laden am Laufen gehalten werden muss.
In Deutschland werden Unternehmertum und Erfolg leider immer häufiger verteufelt und nicht mehr geachtet. Willkommen im Schlaraffenland für Faulenzer und Neider.
Am Beitrag von Pascal Leibrand merkt man doch, daß die Grünen und der Oberbürgermeister komplett überfordert sind. Er ist doch der große zuständige Ausschussvorsitzende. Was erzählt er also hier. Es ist seine Aufgabe ein Ergebnis hervorzubringen. Und nicht hier die Leute vom NUV oder uns Leser zu belehren.
Wer also mehr verdient als der Durchschnittsverdiener, der muss sich nicht an Gesetze halten und darf dort wohnen, wo wohnen nicht erlaubt ist.? Das ist Schlaraffenland für Gesetzesbrecher, egal ob faul oder fleißig!
An der Börse sagt man, dass die Menschen, welche Visionen haben zu ihrem Psychiater gehen sollten. Hier im lokalen Umfeld sind Ideen oft eine große Kraft für die Weiterentwicklung des Landkreises. Dabei sollte aber nicht das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen für die Bürger und den Landkreis und die Stadt vergessen werden. Viel bedeutender ist allerdings die Frage der Bezahlbarkeit. Es macht keinen guten Eindruck, wenn der OB und die Stadt oder der Landkreis mit immer neuen Ideen und Visionen vor sich her getrieben werden und nach dem Prinzip der vollendeten Tatsache erpresst werden. Selano war als Ferienhausgebiet geplant und vermarktet. Es wurde mit der Aussicht auf Wohngebietsstatus vermarktet. Wenn der OB und die Stadt ohne rechtliche Grundlage dem Wohngebiet zustimmen, begehen sie Rechtsbeugung. Ob nun die Idee des Oberzentrums oder des Bauturbos am Ende zur Legalisierung des Wohngebietes herhalten muss und kann werden wir sehen. Bei Selano oder Hex oder Stadion oder Theater oder Feierwache oder Humboltmensa oder oder bleiben immer zwei Fragen zu beantworten. Wer profitiert davon und wer soll das bezahlen ? PS. Die Stadt Nordhausen schwimmt nicht im Reichtum. Da ist Haushalten angesagt und nicht " Was kostet die Welt" !
Nordhausen steuert auf den Prellbock zu. Der Zugführer im Rathaus ist wie ein Quereinsteiger, dem man nur gezeigt hat, wo Gas und Bremse ist, so dass er auf die Tube drückt, gleichzeitig die Bremse drückt und die Kupplung schleifen lässt. Nach dem Zielbahnhof hat er nicht gefragt, Signale kennt er nicht, Weichen kann er auch nicht stellen.
So trudelt der Zug unter ungeheurem Dieselverbrauch Richtung Prellbock, verliert einen Anhänger mit wertvoller Ladung nach dem anderen, und der Zugführer auf dem Führerstand lässt sich von Einheizern anfeuern, die noch nicht bekommen haben, dass sie mittlerweile auf einer Diesel- statt auf einer Dampflock fahren.
Der große Knall wird kommen - die Schäden für die Stadt Nordhausen werden groß sein.
Die ganzen hart arbeitenden Menschen in der Pflege oder in anderen systemrelevanten aber unterbezahlten Berufen sind nicht bereit mehr zu leisten?
Startpunkte im Leben sind leider sehr ungleich verteilt und ja, besserverdienende Unternehmer haben Leistung erbracht und sind Risiken eingegangen aber haben in den meisten Fällen auch von guten Bildungschancen, Netzwerken und ihrem sozioökonomischen Status profitiert.
Erfolg ist keine reine Leistungsfrage sondern ein Zusammenspiel aus Anstrengung, Umständen und Glück.
als die Wende kam. Ich wäre natürlich auch viel lieber mit dem Silberlöffel im Mund geboren worden. Glücklicherweise hat mich die Geburtenlotterie nach Deutschland gebracht. Dann hat's aber auch nur zum Kind einer Arbeiterfamilie gereicht.
Einmal im Jahr Urlaub im Nachbarbundesland, altes Auto, kleine Wohnung. Wie man sich das halt so vorstellt wenn die Eltern Mindestlohn arbeiten.
Mit 18 bin ich dann auf Rat meiner Eltern lieber in ein Ausbildungsverhältnis getreten anstatt alles auf eine Karte zu setzen. Überlegen Sie doch Mal was passiert wenn eine Firmengründung schief läuft wenn man gut betuchte Eltern hat oder halt nicht. Spoiler: einer davon kann nach kurzen Staub abklopfen einfach noch einen Versuch starten. Der andere landet vielleicht 7 Jahre in Privatinsolvenz.
Wer behauptet das Leben einer Person würde absolut gleich verlaufen egal ob er "reiche" oder "arme" Eltern hat macht sich was vor.
Nicht umsonst ist Deutschland nicht das Land der "Tellerwäscher zum Millionär" sondern der Erben.
Da geht es nicht nur um Geld was in die Wiege gelegt wird. Sondern auch alles drum herum was hier aber schon ein anderer Kommentator erklärt hatte.
Sie haben Recht, da schwingt bestimmt auch etwas Neid meinerseits mit. Ich hätte natürlich lieber 1 Mio. auf dem Konto oder in Betongold investiert als von meinem Lohn jeden Monat 300€ beiseite legen zu müssen damit ich in 40 Jahren nicht ohne Rente auf der Straße lande.
Aber lieber 45 Jahre im Angestelltenverhältnis und ein normales Leben anstatt direkt in der Insolvenz dank gescheiterter Firmengründung. Denn der erfolgreiche Absprung in die Selbständigkeit ist die Ausnahme, nicht die Regel. Aber wer häufig genug probiert der hat statistisch irgendwann auch Mal Erfolg. Und damit bin ich wieder am Anfang meines Kommentares angelangt.
Ich mag es einfach nicht wenn Leute mit Geld und demzufolge auch Macht (so funktioniert nun mal Kapitalismus) sich die Welt im Nachhinein drehen wie es ihnen am besten gefällt während für uns "normalos" andere Regeln gelten.