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So, 17:46 Uhr
12.04.2026
Kaufkraft-Ranking:

Heilbronn schlägt Starnberg und wo liegt Nordthüringen?

Wie hoch die durchschnittliche Kaufkraft einer Region ist, hängt nicht nur vom Pro-Kopf-Einkommen, sondern auch von ihrem Preisniveau ab. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat deshalb amtliche Daten zum Einkommen um regionale Preisunterschiede bereinigt – mit teilweise überraschenden Ergebnissen...

Südharz Glaerie Nordhausen (Foto: nnz-Archiv) Südharz Glaerie Nordhausen (Foto: nnz-Archiv)
Ob eine Region ein hohes oder niedriges Kaufkraftniveau aufweist, hängt zum einen davon ab, was nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen von den Bruttoeinkommen verfügbar ist und zum anderen von den Preisen, die regional für die Lebenshaltung zu zahlen sind. Ist beispielsweise die Miete besonders hoch, kann selbst ein hohes Einkommen schnell zu einer unterdurchschnittlichen Kaufkraft führen.

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Das IW hat daher zwei Datensätze zusammengeführt: Zum einen die verfügbaren Einkommen je Einwohner für die insgesamt 400 Landkreise und kreisfreien Städte, die von den Statistischen Ämter des Bundes und der Länder berechnet werden. Die aktuellen Daten beziehen sich auf das Jahr 2023. Zum anderen wird der aktuelle regionale Preisvergleich, den das IW zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlicht hat (Henger et al., 2025), verwendet. Durch die Verknüpfung beider Datensätze ermittelt das IW ein preisbereinigtes Durchschnittseinkommen.

Heilbronn an der Spitze
Das Ergebnis: Am meisten können sich die Einwohner der Stadt Heilbronn leisten. Dies überrascht in zweierlei Hinsicht: Zum einen finden sich in den Top-Ten ansonsten nur Landkreise, zum anderen belegte Heilbronn im Ranking des Vorjahres nur einen Platz im Mittelfeld. Die jetzige Spitzenplatzierung ist aber keineswegs einem kometenhaften Aufstieg Heilbronns geschuldet, sondern liegt vielmehr an revidierten Einkommensdaten. Denn laut der aktuellen Zeitreihe aus der amtlichen Statistik hätte Heilbronn auch schon 2022 gut abgeschnitten.

Hintergrund: In Heilbronn spielen die Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieb eine große Rolle. In guten Jahren machen sie fast 50 Prozent der Bruttoeinnahmen aus, in Baden-Württemberg aber nur knapp 11 Prozent. Die Einnahmen aus Gewerbebetrieb schwanken aber stark und lassen sich erst durch die Einkommensteuerstatistik genau ermitteln. Diese liegt aktuell nur bis zum Jahr 2021 vor und muss für die späteren Jahre fortgeschrieben werden. Gerade für Heilbronn wurden die Werte ab 2021 stark revidiert. Da nennenswerte Gewerbeeinnahmen nur relativ wenigen Haushalten zufließen, würde Heilbronn vermutlich deutlich schlechter abschneiden, wenn man den Median des verfügbaren Einkommens betrachten könnte – dieser ist aber nicht verfügbar.

Knapp hinter Heilbronn folgt der Landkreis Starnberg auf dem zweiten Rang. Hier ist das nominale Einkommen je Einwohner mit über 44.500 Euro am höchsten. Da die Lebenshaltung dort aber fast 14 Prozent teurer ist als im Bundesdurchschnitt, ist dieses Einkommen nur so viel wert wie 39.200 Euro zu deutschen Durchschnittspreisen – hat also eine entsprechend hohe Kaufkraft.



Auffallend ist, dass sich an der Spitze viele auch touristisch attraktive Regionen befinden, die zudem häufig in der Nähe von wirtschaftsstarken Metropolen liegen. So ist das Münchner Umland auch mit dem Landkreis Miesbach, in dem der Tegernsee liegt, auf Rang fünf vertreten. Der Hochtaunuskreis in der Nähe der Bankenmetropole Frankfurt erreicht Rang acht. Knapp die Top-Ten verfehlen auf den Plätzen elf und zwölf der Kreis Nordfriesland mit der Insel Sylt und die Kurstadt Baden-Baden auf Rang zwölf.

Mit vorne dabei im Kaufkraft-Ranking sind aber auch Regionen, bei denen man keinen Reichtum vermutet und die weit abseits der Metropolregionen liegen. Dies trifft auf die bayrischen Landkreise Wunsiedel im Fichtelgebirge und Rhön-Grabfeld ebenso zu wie auf den Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen. Sie zeichnen sich alle durch ein klar unterdurchschnittliches bis sehr niedriges Preisniveau bei gleichzeitig sehr soliden Nominaleinkommen – alle Kreise sind in der Top-20 platziert – aus. Hier trifft also solider Mittelstand auf niedrige Preise.

Niedrige Kaufkraft in den großen Städten
Am untersten Ende des Rankings finden sich strukturschwache Städte wieder, etwa Herne, Bremerhaven, Duisburg, Gelsenkirchen und Offenbach. Aber auch viele andere Großstädte schneiden, nicht zuletzt wegen ihrer hohen Wohnkosten, schlecht ab. Das gilt auch für die deutschen Metropolen. Stuttgart landet auf Platz 249, dahinter folgen Hamburg (Platz 331), Köln (Platz 343), Frankfurt (Platz 358) und Berlin (Platz 383). Relativ gut schlagen sich von den sogenannten Super Cities lediglich München (Platz 68) und Düsseldorf (Platz 101). Auch die größten ostdeutschen Städte – Dresden und Leipzig – erreichen lediglich hintere Plätze.
Autor: psg

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