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Mo, 17:29 Uhr
13.04.2026
Energiesteuer runter: Reaktionen

Sozial unausgewogen

Die Bundesregierung hat sich auf Entlastungen bei den hohen Sprit- und Energiepreisen geeinigt. Zu den geplanten Maßnahmen eine Einschätzung von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)..


„Die bislang angekündigten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung bei den Energiepreisen greifen zu kurz und sind in Teilen sogar kontraproduktiv. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel birgt die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Entlastung nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt, sondern auf den Konten der Mineralölkonzerne landet. Gleichzeitig setzt sie falsche Anreize, da sie den notwendigen Rückgang des Energieverbrauchs im Straßenverkehr nicht unterstützt und damit den Preisdruck an anderer Stelle eher verstärken kann.

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Auch die steuerfreie Einmalzahlung von bis zu 1.000 Euro durch Arbeitgeber ist kein zielgenaues Instrument. Sie kommt vor allem Beschäftigten in größeren und finanzstarken Unternehmen zugute, während viele andere Gruppen leer ausgehen – etwa Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner, Studierende oder Beschäftigte in kleinen Betrieben. Die Maßnahme ist damit sozial unausgewogen und erreicht gerade die besonders belasteten Haushalte nur unzureichend.

Insgesamt weist das Maßnahmenpaket eine deutliche soziale Schieflage auf. Dies droht die gesellschaftliche Akzeptanz für die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung zu untergraben. Entscheidend wäre eine stärker zielgerichtete Entlastung, die insbesondere Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen in den Blick nimmt.“
Autor: psg

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Kommentare
dieterh44
14.04.2026, 16:08 Uhr
Sozial unausgewogen?
Ich würde sagen das ist noch geschmeichelt,ein Armutszeugnis für unsere so
selbstgelobte Regierung.Sie bekommen nichts geregelt,alles was beschlossen wird
dauert viel zu lang und wird noch von zig Kommissionen begutachtet .
Das Datum mit der einmaligen Spritpreiserhöhung am 1.4.2026 sagt wohl alles,der beste Aprilscherz seit Jahren,alles nur noch teurer geworden
Jetzt wieder die CO 2 Abgaben Streichung von 17 Cent,OK der richtige Weg,aber
wann tritt der in Kraft.Laut Aussage von Merz irgendwann im Mai.Immer nur alles
Hinauszögern,in der Zwischenzeit kommen ja noch die Millionen von den Bürgern.
Wie sagte doch Günter Schabowski am 9.November 1989: (Mauerfall)
Auf die Frage wann: Sofort und unverzüglich ! CO 2 Abgaben runter.
P.Burkhardt
14.04.2026, 21:07 Uhr
ich meine...
...es gab hier mal jemanden, der den Bauarbeiter anführte, der jeden Tag 20km an die Arbeit fährt... und genau der würde von dem Paket profitieren....

Natürlich, Rentner und Studenten profitieren nicht, aber nach dem Verständnis Einiger hier, sollen ja auch nur die unterstützt werden, die mit ihren Steuern und Abgaben die Gesellschaft stützen - also keine Arbeitslosen, keine Rentner, keine Flüchtlinge, keine... naja u.s.w.. (Ausdrücklich: In dieser Zeitung belegte Meinungen von Foristen, die eher - ich sag mal vorsichtig - regierungskritisch und deswegen etwas "alternativ" unterwegs sind)

Eigentlich müssten doch genau die jetzt jubeln und alle CDU/SPD wählen, oder ?

Persönlich meine ich: Pendlerpauschale hoch...sehr gut (bringt mir bei meinen 3km zur Arbeit zwar nix...aber vielen anderen... ich laufe meistens sowieso), Steuer runter für einen befristeten Zeitraum - okay, wenn gleichzeitig das Kartellamt den Öl-Multis auf die Finger klopft... Spritpreisveränderungen an Rohölpreisänderungen koppeln - nur eine Idee... die 1.000 steuerfreien Euros sind tatsächlich irgendwie am Ziel vorbei -wenn es die Arbeitgeber zahlen sollen, was viele kleine eben nicht können... Direktzahlung in niedrigerer Höhe aus der Bundeskasse wäre da zielführender - an jeden, der ein Auto auf sich angemeldet hat - und ggf. unter einer gewissen Einkommensschwelle liegt. Die Daten liegen ja vor.) und Tabaksteuer rauf... klar, warum nicht. Die Zuzahlungen bei Rezepten sehe ich kritisch... allerdings ein probates Mittel um Krankenkassen zu entlasten und somit die Beiträge stabil zu halten (vor dem Dauemendrücken bitte kurz drüber nachdenken).

Der Bundestag kann das Gesetzespaket noch in dieser Woche beschließen... vielleicht auch erst in der nächsten - ich kenne den Terminplan nicht... oder eben noch lange über Sinn oder Unsinn diskutieren... wir wissen doch, was passieren wird: AFD und Linke werden lautstark protestieren, sich aufplustern, schimpfen und den Kanzler und seine Minister in Grund und Boden verdammen und das Paket (ohne einen umsetzbaren und sinnvollen Gegenvorschlag vorzulegen, natürlich) ablehnen - nur aus Prinzip ! ...und dann wird es beschlossen.
KeinKreisverkehr
15.04.2026, 09:22 Uhr
Öl ist endlich
Wie desillusioniert kann man sein? Wir werden auf kurz oder lange Sicht auf Öl in rauen Mengen verzichten müssen. Wer das nicht sieht kann man nicht mehr helfen.

Wir reden hier von einem endlichen Rohstoff der noch dazu extrem Umweltschädlich ist und das einzige was einfällt ist die Nutzung von eben diesem zu subventionieren?

Pendlerpauschale ebenso. Es ist gesamtgesellschaftliche besser wenn man nah an der Arbeit wohnt. Es ist auch für einen selbst besser wenn man nah an der Arbeit wohnt. Wir müssen nicht die Pendlerpauschale anheben. Wir müssen Zersiedelung bekämpfen. Mit günstigeren Wohnraum und gutem ÖPNV ohne Fokus auf motorisierten Individualverkehr.

Das einzige was aktuell gegen die Spritpreise zu unternehmen ist, wäre eine Übergewinnsteuer. Die würde auch mehr helfen als alle anderen vorgeschlagenen Maßnahmen. Aber das ist mit unserer Lobbyministerin leider nicht zu machen.

Unser Ziel sollte es sein diesen für uns aktuell noch unabdingbaren Rohstoff mit Verstand einzusetzen. Denn ohne diesen geht wirklich nichts mehr in unserer aktuellen Situation.
Wenn ich die Kommentare hier so lese freue ich mich ja schon fast, falls wir in ein paar Monaten eine wirkliche Mangellage haben sollten. Manche brauchens anscheinend bevor sie es merken.
P.Burkhardt
15.04.2026, 11:54 Uhr
Mittelfristig...
@KeinKreisverkehr... haben Sie absolut Recht.. wenn wir erstmal den Dekarbonisierungspfad bis 2050 zu Ende verfolgt haben, ist die Abhängigkeit vom endlichen Öl im Energiesektor im Grunde nicht mehr vorhanden...

Gegenwärtig sind wir dort aber noch nicht und es gibt zahlreiche Nebenbedingungen neben dem CO2-Abbau, die ebenfalls erfüllt werden müssen: sowas wie Wirtschaftlichkeit, Arbeitsplätze, soziale Teilhabe...usw. Das Maßnahmenpaket ist zur kurzfristigen Entlastung der Arbeitnehmer gedacht und ändert am Dekarbonisierungsziel gar nichts.
diskobolos
16.04.2026, 11:45 Uhr
Im großen Ganzen gebe ich ihnen recht, KeinKreisverkehr,
Schon vor 50 Jahren fanden viele, dass Öl viel zu wertvoll ist, um nur verbrannt zu werden. Und da war die Wirkung auf das Klima noch gar kein Thema.

Die „Übergewinnsteuer“ hätte aber kurzfristig GAR KEINE preisdämpfende Wirkung. Warum sie überhaupt keine gute Idee ist, haben Ökonomen schon ausreichend erklärt. Dieses Stichwort dient nur populistischen Politikern, um schlichte Wähler zu gewinnen.

Richtig, weil zielgenau (aber praktisch schwieriger als gedacht) wäre eine Direktzahlung an Arbeitnehmer, die zwingend mit dem Auto pendeln müssen und nur geringe Einkommen haben.
KeinKreisverkehr
16.04.2026, 14:16 Uhr
Mein letzter Kommentar, ich schwöre.
Nee, zielführend wäre wenn dann eine direkt Zahlung an alle mit geringem Einkommen. Wieso wieder nur Autofahrer? Unter den hohen Preisen leiden alle.

Ich habe mir das Statement mit den 8 Gründen gegen eine Übergewinnsteuer durchgelesen. Das sind 8 nicht Gründe. Der einzige valide Grund gegen diese Steuer ist, dass es die fossile Lobby nicht möchte.

Hier werden Konzerne verteidigt die statt einer 20% Marge jetzt eine 50% Marge einfahren. (Zahlen aus dem Hintern gezogen). Warum?

Wieso ist denn eine Steuersenkung für die Gastronomie um sie durch die Krise zu bringen in Ordnung aber anders herum soll es nicht gehen?
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