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22.04.2026
Rolandshaus in Nordhausen feiert Jubiläum

Pflegeheim mit Hotelcharakter wird zehn

Das Rolandhaus in Nordhausen feiert zehnjähriges Bestehen. Warum das Pflegeheim einen guten Ruf genießt und welche Projekte geplant sind...

Professor Heinrich Schnatmann, Geschäftsführer des int-bsw, und Pflegezentrumsleiterin Annett Tolle vor dem Rolandhaus in Nordhausen.  (Foto: ssc) Professor Heinrich Schnatmann, Geschäftsführer des int-bsw, und Pflegezentrumsleiterin Annett Tolle vor dem Rolandhaus in Nordhausen. (Foto: ssc)
Wer heute das Seniorenwohn- und Pflegezentrum Rolandhaus in der Geseniusstraße betritt, findet helle, großzügige Räume, einen gepflegten Garten und wohnliche Zimmer mit eigener Terrasse oder Balkon. Seit zehn Jahren bietet die Einrichtung älteren Menschen ein Zuhause in guter Atmosphäre. Dieses Jubiläum wurde am Mittwoch mit einer Feststunde gefeiert.

Pia Büchner, Ines Kretschmann und Silvia Steinmann arbeiten seit 10 Jahren, und damit von Beginn an, im Rolandhaus.  (Foto: ssc) Pia Büchner, Ines Kretschmann und Silvia Steinmann arbeiten seit 10 Jahren, und damit von Beginn an, im Rolandhaus. (Foto: ssc) „In diesem Haus hat man nicht den Eindruck, in einer Pflegeeinrichtung zu sein, eher in einem Hotel“, sagte Nordhausens Bürgermeisterin Alexandra Rieger (SPD). Sie kenne viele Einrichtungen in der Stadt, erklärte Rieger, insbesondere durch ihre Besuche bei hochbetagten Jubilaren.
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Das Haus verfügt über 74 Zimmer. Alle sind derzeit belegt. Das Besondere am Rolandhaus: Alle Bewohner leben in Einzelzimmern mit rund 24 Quadratmetern und damit etwa zehn Quadratmeter mehr als gesetzlich vorgeschrieben. „Doppel- oder Mehrbettzimmer waren für uns von Beginn an keine Option. Jeder Bewohner hat das Recht auf Privatsphäre und auf ein eigenes Bad“, betonte Professor Heinrich Schnatmann, Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Sozialwerks aus Iserlohn, dem Träger des Heimes.

Areal des ehemaligen VEB Kraftverkehr Nordhausen
Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk hatte vor Jahren das gesamte Areal des ehemaligen VEB Kraftverkehr Nordhausen mit einer Fläche von 11.000 Quadratmetern an der Geseniusstraße erworben. Nachdem 2014 der erste Spatenstich erfolgt war, zog am 23. November 2015 die erste Bewohnerin ein. Offiziell eröffnet wurde das Haus im April 2016.

Fast ebenso lange lebt Frau Rübesamen im Rolandhaus. Sie ist seit beinahe zehn Jahren die Bewohnerin mit der längsten Wohndauer. „Seit der Eröffnung haben sich hier im Haus 386 Bewohner wohlgefühlt“, berichtete Leiterin Annett Tolle. Auch viele Mitarbeiter sind seit der ersten Stunde dabei. Drei von ihnen wurden im Rahmen der Festveranstaltung für ihre langjährige Treue ausgezeichnet: die Pflegekräfte Ines Kretschmann, Pia Büchner und Silvia Steinmann.

Dank an Mitarbeiter
Stefan Nüßle, Erster Beigeordneter des Landkreises Nordhausen, kennt das Haus auch aus persönlicher Erfahrung: Seine Mutter war hier zwei Jahre lang Bewohnerin. „Das Haus hat in der Stadt einen guten Ruf“, sagte Nüßle. Dieser stehe und falle mit der Qualität der Arbeit der Mitarbeiter. Er dankte ihnen für ihren Einsatz zu jeder Tages- und Nachtzeit im Schichtdienst.

Der Landkreis Nordhausen zählt in Thüringen zu den drei Regionen mit dem höchsten Pflegebedarf. Das sei für Pflegeeinrichtungen und die Gesellschaft eine große Herausforderung, so Nüßle. Umso wichtiger seien moderne Pflegeeinrichtungen in der Stadt.

Kürzere Verweildauer
Durch die gestiegenen Heimkosten, monatlich rund 3000 Euro in Thüringen im ersten Jahr, kommen viele Menschen inzwischen immer später in ein Pflegeheim und „bleiben“ kürzer. Im Durchschnitt sind die Bewohner des Rolandhauses 87 Jahre alt. Zwei Drittel sind Frauen, ein Drittel Männer. 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Senioren. „Wir haben keine externen Dienstleister, sondern eine eigene Reinigung und auch eine eigene Küche“, erklärte Schnatmann.

Küchenanbau in Planung
Die Küche befindet sich allerdings rund 100 Meter vom Haus entfernt in einem anderen Gebäude, weshalb das Essen täglich transportiert werden muss. „Unser nächstes Projekt ist daher ein Küchenanbau“, kündigte Schnatmann an. Einen Zeitplan für dieses Vorhaben gibt es noch nicht. Zudem überlege der Träger, auf dem noch freien Areal hinter dem Haus bezahlbaren Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen. Über kurz oder lang soll die noch brachliegende Fläche hinter dem Haus entwickelt werden, so Schnatmann.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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