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Mo, 19:15 Uhr
20.04.2026
Die Woche der Entscheidung

Gewinnt in Nordhausen die Neid-Debatte?

In dieser Woche wird es im kommunalpolitischen Gefüge der Rolandstadt interessant. Schon heute Abend wird sich ein Teil des Stadtrates mit der Seenlandschaft an den Bielener Kiesteichen, kurz “Seelano”, beschäftigen. Dazu der Versuch einer Klärung zu diesem Thema…

Seelano während der Bauphase im Jahr 2020 (Foto: nnz-Archiv) Seelano während der Bauphase im Jahr 2020 (Foto: nnz-Archiv)
Der Autor dieses Beitrages ist ein Fan des innerdeutschen Tourismus. Spreewald, Lausitz, Seenplatte in MeckPomm oder Bayern und Hessen - Deutschland ist immer wieder schön (bitte nicht nationalistisch zu verstehen). In Nordhausen hingegen vermisste man in den zurückliegenden drei Jahrzehnten koordinierte kommunale Bemühungen zur Nutzung der einmaligen Seenlandschaft vor den Toren der Kernstadt.

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Die Wende, die deutsche Einheit und die damit verbundenen Möglichkeiten, war 23 Jahre alt, da trat ein Rohstoff abbauendes Unternehmen an Axel Heck heran. Der Mann hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon einiges in Nordhausen städtebaulich “verändert”.

Ich will hier versuchen, eine Zeitleiste darzustellen, damit vielleicht so einiges an Unwahrheiten, Verdrehungen und/oder Gerüchten abgestellt werden kann. Also zum vielleicht besseren Verständnis:
  • 2013: Die privaten Eigentümer des Grundstücks treten an Axel Heck heran und diskutieren über die Entwicklung des Areals mit seinen zwei Tauchbasen und zwei Seen.
  • 2013/14: Erste Diskussionen zu Chancen der Etablierung einer Ferienhaussiedlung mit 90 Häusern. Axel Heck holt mit Silvio Wagner einen weiteren Investor hinzu.
  • 2015: Die Investorengemeinschaft kauft die entsprechenden Grundstücke. Es handelt sich ausschließlich um private Grundstücke. Parallel wird der Antrag auf die Entwicklung einer Ferienhaussiedlung bei der Stadtverwaltung gestellt.
  • 2017: Die Genehmigung zum Bau wird erteilt, die ersten Grundstücke inklusive Häuser werden zum Kauf angeboten. In den Kaufverträgen werden (bis heute) explizit Ferienhäuser angeboten.
  • 2017: Die Annahme, dass sich die Taucher für Ferienhäuser interessieren, erweist sich als nicht tragfähig. Deren Intention ist Campen und das in der unmittelbaren Nähe zur Tauchbasis. Das Konzept muss geändert werden, ein neuer Bebauungsplan wird eingereicht. Der Stadtrat möge die Änderung beschließen.
  • 2021: Eine große Mehrheit des Stadtrates bewilligt die gewünschten Änderungen. Die beiden Investoren unterbreiten den Vorschlag, im hinteren Bereich einen Campingplatz zu entwickeln. Der sei wirtschaftlich tragbar, zudem gibt es bereits Erfahrungen mit einem Campingplatz am Süßen See bei Seeburg. Es folgt im Stadtrat ein Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans.
  • 2023: Es wird mit der Bearbeitung des Flächennutzungsplanes (FNP) begonnen. Bis heute ist der FNP wegen bürokratischer Hürden nicht vollzogen, obwohl es den “Auftrag” seitens des Stadtrates gab und immer noch gibt.
  • 2025/26: Es gibt nun den sogenannten "Bauturbo". Dadurch können Bauvorhaben, die politisch gewollt sind, beschleunigt werden. Beschlüsse zur Änderung des FNP sind vorab nicht mehr notwendig, sondern können nachgeholt werden.
  • 2026: Im Nordhäuser Stadtrat gibt es vor allem seitens der Bürgerliste Südharz (BLS) Widerstand gegen die Umwidmung von Ferienhaus in Wohnhaus.


Soweit der Sachstand und die Zeitleiste: Bleiben wir bei der BLS und ihren Intentionen. Dazu gab es zahlreiche Artikel, Stellungnahmen und Kommentare in der nnz. Von Einzelpersonen, Stadtratsfraktionen oder dem NUV. Was mehr als befremdlich wirkt, ist die Intention der BLS, die ein "ganz klein wenig" auf Neid abzieht, soziale Schichten der Bevölkerung gegeneinander ausspielt und bereits zur Kommunalwahl zum Tragen kam. So stand auf Plakaten zum Beispiel “Kiesteiche nicht nur für Reiche”.

Hier wird mit dem Klischee “Reich” und “Arm” gespielt. Ähnliches wabert jetzt durch den Nordhäuser Stadtrat. Jüngstes populistisches Beispiel: Die Nordhäuser sollen über “Seelano” abstimmen. Abstimmen über “privates Eigentum”. Verwiesen wird in der Argumentation unter anderem auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept “ISEK 2030”, das die Entwicklung der Nordhäuser Innenstadt favorisiert. So soll unter anderem dem Wohnungs-Leerstand begegnet werden. Doch mal ehrlich, weder die SWG, noch die WBG verzeichnen einen beängstigenden Leerstand. Im Gegenteil, die Migrationsbewegung der vergangenen zehn Jahre hat die Leerstandsquote der beiden großen “Player” implodieren lassen. Was die demografische Zukunft bringt, werden weitere Prognosen zeigen.

Zitat aus dem Antrag der BLS: “Auch aus wirtschaftlicher Sicht hält die Bürgerliste die Umwidmung für einen schwerwiegenden Fehler. Ferienhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zur lokalen Wirtschaftsförderung, indem sie Tourismus stärken, Kaufkraft in die Region bringen und Einnahmen für die Stadt generieren. Eine Umwandlung in Wohnhäuser würde diese Effekte pulverisieren. Gleichzeitig würde zusätzlicher Wohnraum am See den bereits bestehenden Leerstand in der Stadt weiter verschärfen”. Soweit der Auszug aus dem Antrag der BLS.

Die Realität sieht anders aus: Zum Beispiel die SWG äußerte in jüngster Vergangenheit: "Bezogen auf alle unsere rund 5.000 Wohnungen haben wir eine Leerstandsquote von 3 Prozent und damit nahezu Vollvermietung.” Bei der Genossenschaft sieht es nicht anders aus.

Unterm Strich befindet sich die Argumentation der Vorfeldabteilung des OB nahe an einer ungenauen Argumentation, die mit kommunalen Intentionen erweitert werden könnte. Ziel einer jeden Kommune, die sich Oberzentrum nennt, solltet das Vorhalten von Wohnraum sein - beginnend beim sozialen Wohnungsbau, über Mietwohnungen und Ein- oder Zweifamilienhäuser bis hin zu hochwertigem Wohnraum. Ja, liebe BLS, es gibt auch Menschen, die in Nordhausen Wohnraum suchen, der höchsten Komfort bietet. Und sie sind auch bereit, dafür zu zahlen. Wenn auch die Möglichkeit besteht, diesen qualitativ hochwertigen Wohnraum nun eben in Form eines Wohngrundstückes mit Zugang zum Wasser anzubieten, dann sollte man dieses Wohnungssegment nicht verhindern.

Jeder, der bei Seelano tief in seine eigene Tasche des erarbeiteten Geldes gegriffen hat, der verkörpert Kaufkraft. Jeder, der künftig in Seelano wohnen darf und im Oberzentrum seinen Wohnsitz nimmt, der erhöht die Schlüsselzuweisungen nach Nordhausen. Vielleicht kann sich die BLS erinnern, dass einst um die Zweitwohnsitzsteuer eines jeden Studenten “gerungen” wurde. Mit jedem Wohngrundstück fließt zudem die Grundstückssteuer und die Grunderwerbsteuer in die städtischen Kassen. Aktuell mehr denn je. Und vielleicht gibt es auch die eine oder andere Gewerbeanmeldung eines oder einer Gewerbetreibenden.

Bleibt noch der versprochene Campingplatz der Investorengruppe, der am östlichen Ende des Areal entstehen sollte. Den verhindert ein Bundesgesetz, war jüngst seitens des Nordhäuser Rathauses zu hören. Demnach soll ein Campingplatz nur genehmigt werden können, wenn dessen Grenzen einen Mindestabstand von 50 Metern zu stehenden oder fließenden Gewässern haben. Das Rathaus beruft sich dabei auf dieses Bundesgesetz, was de facto das Aus für den Campingplatz bedeuten würde.

In diesem Bereich hätte ein Campingplatz entstehen können... (Foto: Heck-Immobilien) In diesem Bereich hätte ein Campingplatz entstehen können... (Foto: Heck-Immobilien)
Auch wir haben nachgeschaut und ja, ein wenig die KI um Hilfe gebeten: Im Bundesgesetz zur Ordnung des Wasserhaushaltes ist im Paragraph 38 folgendes zu finden: "Der Gewässerrandstreifen ist im Außenbereich fünf Meter breit. Die zuständige Behörde kann für Gewässer oder Gewässerabschnitte Gewässerrandstreifen im Außenbereich aufheben, im Außenbereich die Breite des Gewässerrandstreifens abweichend von Satz 1 festsetzen oder innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile Gewässerrandstreifen mit einer angemessenen Breite festsetzen.

Ja, das ist schwer zu verstehen, doch die Zahl 50 taucht da nicht auf. Vielleicht sollte da noch einmal juristisch nachgeschaut werden. Denn bürgernah sollte auch eine Kommune sein, die es mit der Umsetzung des “Bauturbos” nicht so hat, siehe die umfangreiche Berichterstattung darüber in der nnz.
Peter-Stefan Greiner

PS: Heute Abend (16 Uhr) tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung im Ratskeller. Der allerdings kann nur eine Empfehlung aussprechen. Am Mittwoch - zur Sitzung des Stadtrates - soll das final entschieden werden. Die nnz wird natürlich zeitnah berichten.

Ausschuss mit Beschluss

In der heutigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses wurde mit großer Mehrheit der Antrag der Bürgerliste Südharz abgelehnt. Zur Erklärung: der Ausschuss ist ein sogenannter vorberatender Ausschuss. Im Gegensatz zu den beschließenden Ausschüssen (Hauptausschuss und Finanzausschuss) sind die Abstimmungsergebnisse eines vorberatenden Ausschusses lediglich Empfehlungen an den Stadtrat. Der tag übrigens am Mittwoch dieser Woche.
Autor: red

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Kommentare
Schnapshäuser
20.04.2026, 08:37 Uhr
Aufklärend ?
Und jetzt währe es mal richtig interessant wenn sich jemand mit Wissen zu den einzelnen Fakten äußern würde, wenn hier irgendwas nicht richtig dargestellt wurde !
Oder auch wenn vieles richtig ist.

Schöne Woche
KeinKreisverkehr
20.04.2026, 09:13 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Warum Sachlich, wenn es auch persönlich geht?
Honsteiner
20.04.2026, 09:17 Uhr
Danke für diesen Beitrag
Lieber Herr Greiner,
danke für den Beitrag und die gelieferten Fakten. Das Thema bewegt die Region schon lange und man kann diese Verhinderung nicht verstehen. Ich hoffe dass sich die Mitglieder des Stadtrates nicht vom Neid lenken lassen. Diese Stadt muss endlich aus ihrer Blase rauskommen.
hannes07
20.04.2026, 09:37 Uhr
kalkulierte, schrittweise Annäherung an regulären Wohnraum
Eine Frage, die sich mit Blick auf die Geschichte des Projekts aufdrängt: Warum wird nun eine Umwidmung angestrebt – von Ferienhaus zu Wohnhaus?

Eine Ferienwohnung ist rechtlich klar definiert: Sie dient der vorübergehenden Beherbergung, nicht dem dauerhaften Wohnen. Vermietet werden muss sie dabei nicht – Eigennutzung ist ausdrücklich erlaubt.
Hier musste also von Anfang an nichts vermietet werden und ich kann mich tatsächlich persönlich an keinen Versuch erinnern. Im Internet sind aber tatsächlich mindestens zwei Angebote zu finden.

Was nicht erlaubt ist: Die Ferienwohnung dauerhaft als Hauptwohnsitz zu nutzen. Wer ein Grundstück als Ferienhaus kauft, hat genau das unterschrieben.

Die Grenze zwischen "ich erhole mich hier sehr oft" und "ich wohne hier" ist rechtlich klar – in der Praxis aber kaum zu überwachen.

Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um sich zu fragen, ob die schrittweise Annäherung an regulären Wohnraum von Anfang an einkalkuliert war – oder ob es sich um eine Abfolge ehrlicher Kursänderungen handelt.

Die Zeitleiste lädt zu beiden Interpretationen ein. Dass seit Beginn entsprechende Gerüchte kursieren, dürfte kein Zufall sein. Zuschnitt, Größe und Anlage einiger der Ferienhäuser stützen diese These.

Persönlich tendiere ich zu: kalkulierte, schrittweise Annäherung an regulären Wohnraum.

Regeln können geändert werden – das ist legitim. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge. Wer erst handelt und dann die passende Regel herbeiführt, der dreht den demokratischen Prozess um. Nicht die Absicht folgte der Regel – die Regel soll nun der Absicht folgen.

Das alles auf Neid zu reduzieren ist gelinde gesagt zu kurz gedacht.
KlausMüller1960
20.04.2026, 10:02 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg – Bitte stellen Sie keine Behauptungen auf, die nicht belegbar sind.
Rainer H.
20.04.2026, 10:04 Uhr
Ferienhaus oder Wohnhaus ist doch Wurscht!
Ich kann diesen Streit nicht verstehen. Das Gebiet ist aus dem Industriebereich entnommen wurden, die Stadt zog kein Vorkaufsrecht, um es zu entwickeln. Die Häuser sind längst gebaut, die Leute nutzen diese und warum sollte man diese nun nicht zum Wohnhaus wandeln? Ich würde die ganze Diskussion am Anfang verstehen, aber hier am Ende der Strecke, kann es sich nur um Neid und Verhinderung handeln. Meins wäre es nicht, ich wohne lieber preiswerter. Aber warum will man Besserverdiener nicht in Nordhausen haben? Alles verdreht in Nordhausen.
Caesar
20.04.2026, 10:12 Uhr
"Abstimmen über Privateigentum"-Nein, aber über die Nutzung
"Abstimmen über Privateigentum"? Das ist irreführend. Hier geht es darum, ob im Außenbereich Wohnhäuser gebaut werden dürfen. Darüber entscheidet die Gemeinde. Und warum sollte man nicht die Bewohner der Gemeinde fragen, ob sie das wollen? Das ist Demokratie. Die Meinungen der Leute gehen hier weit auseinander, was auch die Kommentare in der nnz zeigen. Warum macht die nnz als lokale und bürgernahe Zeitung nicht selbst eine Umfrage dazu? Die letzte Umfrage, wie die Leser die Begrünung an der Fassade der WBG finden, fand man anscheinend bedeutsamer, als dieses Thema, welches seit Wochen die Gemüter erhitzt.
Marino50
20.04.2026, 10:14 Uhr
Neid...
Wer dort wohnt oder nur Freizeit verbringt, interessiert mich eigentlich gar nicht.
Camping bzw. Wohnwagen- oder Zeltplätze würden sicher mehr Müll verursachen.
Ich hoffe, dass die Kommentatoren, die Einwände haben, auch alle an dieser Sitzung teilnehmen und dort ihre Meinung offen darbringen. Oder?
diskobolos
20.04.2026, 10:20 Uhr
Offene Fragen
Mir ist nicht klargeworden, ob die beabsichtigte Änderung des Bebauungsplans sich auf zukünftiges Bauen oder auch auf schon gebaute Häuser bezieht. Letzteres wäre m. E. ziemlich fragwürdig.

Bei der von der BLS angestrebten Abstimmung geht es doch nicht um „Abstimmen über privates Eigentum“, sondern nur um dessen erlaubte Nutzung.
Hayden 69
20.04.2026, 10:20 Uhr
Seelano
Mal wieder ein Beispiel für unnütze Diskussionen, private Leute haben Geld in Hand genommen und aus einen Stückchen Land etwas vernünftiges gemacht, aber anscheinend gibt es mal wieder Neider die einen Unkraut bewachsenen Biotop schöner finden. Man soll doch den Hut vor solchen Leuten ziehen die in diesen Zeiten noch Gelder investieren, oder Schaden die jemand wenn dort in den Häusern auch gewohnt wird.
Selberdenker
20.04.2026, 10:26 Uhr
Wo genau ist das Problem?
Also ich werde nach menschlichem Ermessen niemals im Selano wohnen. Es würde mich aber überhaupt nicht stören, wenn Mitmenschen (ob finanziell reich oder arm) dort wohnen. Was haben wir denn zu verliern? Und wenn wir Menschen damit eine Freude machen können, warum eigentlich nicht?
KlausMüller1960
20.04.2026, 10:48 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg.
KlausMüller1960
20.04.2026, 11:30 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg.
Frauke
20.04.2026, 12:49 Uhr
Wieso Neid, wenn es um Tourismus geht
Herr Greiner, Sie schreiben doch selbst, Sie sind ein Fan des innerdeutschen Tourismus. Gerade seit der Corona-Pandemie hat sich diese Form des Tourismus sogar noch verstärkt. Warum sollten wir mit unseren schönen Kiesseen nicht auch Touristen anlocken? Durch die Erlaubis einer Nutzung als Wohngebäude wird jeglicher Tourismus im Keim erstickt und ein wichtiger Teil der Seenlandschaft geht damit für touristische Nutzung verloren. Allen, die auch so denken, nun Neid zu unterstellen, finde ich unpassend.
Papagei
20.04.2026, 14:37 Uhr
Hannes 07
Hannes 07 danke für diesen Beitrag. Genau auf den Punkt gebracht. Es hat gar nichts mit Neid zu tun. Wenn ich ein Ferienhaus baue ,darf ich nicht dauerhaft drin wohnen, auch nicht wenn ich der Ansicht bin der "King!" und Wohltäter von Nordhausen zu sein. Ich frage mich so und so warum dort dauerhaft gewohnt werden darf? Wenn ich aus einer Garage einen weiteren Wohnraum baue kommt sofort die Behörde mit Strafsanktionen. Warum wird dies nicht in Selano so gehandhabt? Eins ist Fakt. Hier wurden die Behörden gleich von Beginn an an der Nase herumgeführt. Wenn das genehmigt wird, dann darf auch Jeder Andere! in Nordhausen und Umgebung in seinem Gartenhäuschen dauerhaft wohnen!!!
Lautaro
20.04.2026, 15:20 Uhr
@Papagei...sie haben natürlich recht. Den Umbau einer Garage...usw.
Aber Leute, dieses Verhältnis zwischen Garten/Ferienwohnsitz und Hauptwohnsitz wusste in den letzten 30 Jahren jeder kleine Besitzer eines Eigentumsgrundstücks zu umgehen.
Ein ehemaliger Kollege meines Vaters hat sich von seiner Tochter eine Meldeadresse besorgt und lebte 30 Jahre glücklich auf seinem kleinen Grundstück.
Natürlich ist Seelano ein Beispiel für die Einkommensschere zwischen ARM und REICH.
Aber diese Einkommensschere mal politisch anzugehen, fehlt es einigen der Kommentatoren offensichtlich an Selbstreflektion !
NEID ?
Jeder von Euch sollte sich fragen, was er mit einem hohen Lottogewinn machen würde, wenn ihm ein Platz bei Seelano angeboten würde !
Papagei
20.04.2026, 15:41 Uhr
Lautario
Wenn es erst so weit kommt das jeder es irgendwie so macht, dann Danke. Hier geht es nicht um Arm oder Reich (an Krediten und Schulden) hier geht es schlichtweg um den Vorsatz beim Bauen schon gewusst zu haben das man das, was man in der Nutzung unterschrieben hat umgeht. Es wurde als Ferienhaussiedlung gebaut und nicht! als Wohnsiedlung!!!
DAS war jedem der sich hier eingekauft hat vor!!! Vertragsunterzeichnung klar und es sollte auch so bleiben.
Lautaro
20.04.2026, 16:10 Uhr
Zitat....Wenn es erst so weit kommt das jeder es irgendwie so macht, dann Danke. ....
Machen sie die Augen und Ohren auf....das ist schon lange Realität !
Hayden 69
20.04.2026, 16:23 Uhr
Papagei
Sorry wenn ich das lese wie sie schreiben, z.B. King, da lese ich den puren Neid heraus, wen stört es ob jemand dort wohnt oder nicht, es bestimmt durch jeder wie er sein Leben führen möchte, ob ich nun 23 Stunden in dem Haus bleibe und für eine Stunde zu meinem Briefkasten fahrer und leere den. Wenn ich mein Geld in die Hand nehme und baue mir etwas schönes auf möchte ich auch darin wohnen, was jetzt da abgeht ist nur Behörden Unsinn wie so oft wie diesem Land. Übrigens hatte ich als Handwerker schon oft dort zu tun und wer war über längerer Zeit sich dort aufgehalten hat weiß bestimmt das es schönere Ecken in Nordhausen gibt, vor allem bei Westwind, aber trotzdem ist die Anlage gut gelungen.
ThorsHammer
20.04.2026, 16:29 Uhr
Ich will da baden gehen
und nicht das da alles zugebaut wird von der Elite. Das hat mit Neid überhaupt nichts zu tun.
iMaze
20.04.2026, 17:38 Uhr
Es liegt was in der Luft
Ferienhäuser sind typischerweise klein und funktional. Was Luftbilder von Seelano zeigen, ist stellenweise etwas anderes: Einzelhäuser, individuelle Grundstücke, keine erkennbare Ferieninfrastruktur. Wer das als Ferienanlage verkauft hat, muss sich die Frage gefallen lassen, ob das von Anfang an so gemeint war.
Und genau hier sehe ich das Problem. Es geht nicht um Neid. Für mich liegt da schon der Verdacht auf Vorsatz in der Luft und das sollte nicht belohnt werden.

Falls ich mich irre sei eine andere Frage erlaubt: Was macht es für einen Sinn aus "kleinen" Ferienhäusern, Wohnhäuser zu machen?
Lautaro
20.04.2026, 17:47 Uhr
Ambrose Bierce und sein Wörterbuch des Teufels...
Zitat...Ein Zyniker ist ein Schuft, dessen mangehalfte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.....
Und deshalb respektiert er die Wohlhabenden am SEE und die anderen....naja ....hoffentlich weiter weg .
Anmerkung techn. Support:
Des Teufels Wörterbuch
HisMastersVoise
20.04.2026, 18:11 Uhr
Murmeltiertag ?
Ich lese immer wieder die gleichen Thesen über für oder wider. Aber hier steht doch nur eine Frage im Raum. Wurde das Gebiet mit der Idee, es später als Wohngebiet mit Wasserzugang umzuwidmen gebaut oder nicht. Es ist ein Ferienhausgebiet, welches einen touristischen Wert hätte ,damit auch genehmigt worden. Wenn nun aber gar kein Ferienhausgebiet sondern immer ein Wohngebiet in bester Lage die Grundidee war, dann ist das gegen die Absprache mit der Stadt. Für ein Ferienhausgebiet hätte es die tausende an Kubikmetern Erde für den Schallschutzdamm an der B4 nicht gebraucht. Wenn also nun über Oberzentrum und Bauturbo und diverse Artikel die Umwidmung gefordert wird, dann passt das nicht mit der Grundidee zusammen. Es ist eine Ferienhaussiedlung geplant und bewilligt worden. Und der bei Bewilligung geschaffene Präzedenzfall würde der Stadt Nordhausen in Zukunft sehr viele schlaflose Nächte bereiten.
Motte83
20.04.2026, 20:00 Uhr
Baden gehen
Da ist sie, die Neiddebatte in voller Pracht. Und wenn es nicht der Neid ist, dann "ich will da baden gehen". Aha, die Seen sind aber nunmal Privatbesitz. Ich würde auch so gern in Nachbars Pool gehen. Aber der gehört mir halt nicht.
Novize
20.04.2026, 20:34 Uhr
Wert des Kiesseenkonzepts?
Der Stadtrat hat ein Entwicklungskonzept für die Seen beschlossen. Dort ist Seelano nicht als Wohngebiet ausgewiesen. Es gibt auch keine planerischen Aktivitäten in diese Richtung, Flächennutzung bis B-Plan. Wie verhält sich nun der Stadtrat? Überstimmt er seine eigenen Beschlüsse, dann muss man das dann auch einmal erklären und nicht immer der Verwaltung die Schuld am Durcheinander geben. Verlässlichkeit in politische Entscheidungen würden auch Investoren positiv bewerten. Wenn der Stadtrat allerdings seine eigenen, für die Verwaltung bindenden, Beschlüsse (Einzelhandel, B-Pläne) mit Entscheidungen für wortgewaltige Einzelpersonen konterkariert, dann will man diese Verbindlichkeit nicht.

Der Umstand, dass für den Autor des Berichts das Wohl und Wehe des Oberzentrums am Seelano als Wohngebiet hängt, lässt eher eine Auftragsarbeit der wortgewaltigen Einzelinteressen vermuten. Oder…?
Das mit dem Wohl und Wehe eines OZ ist völlig daneben geraten - PSG
Pascal.Leibbrandt
20.04.2026, 20:40 Uhr
Mit Neid löst man das Problem nicht - aber auch nicht mit dem Bauturbo ;-)
Der Versuch, die Diskussion um Seelano als „Neid-Debatte“ zu framen, geht an der Realität vorbei. Das eigentliche Problem liegt ganz woanders – im Verfahren und im Umgang mit rechtlichen Rahmenbedingungen.

Der Stadtrat hat 2021 einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Dieser ist jedoch durch das Verwaltungsamt abgelehnt worden. Damit ist die Ausgangslage klar: Wir haben kein politisches Meinungsproblem, sondern ein rechtliches und planerisches. Genau hier müsste die Debatte ansetzen.

Stattdessen wird jetzt mit dem Schlagwort „Bauturbo“ hantiert, als ließe sich damit jede Hürde einfach übergehen. Das ist nicht nur fachlich falsch, sondern auch politisch gefährlich. Denn der Bauturbo ersetzt keine rechtssicheren Verfahren – und er „überstimmt“ auch kein Verwaltungsamt. Wer das suggeriert, weckt Erwartungen, die am Ende zwangsläufig enttäuscht werden.

Was es jetzt braucht, ist keine symbolische Härte in der Argumentation, sondern saubere Arbeit: eine tragfähige Lösung, die rechtlich Bestand hat und politisch verantwortbar ist. Dazu gehört auch, offen zu benennen, wo Grenzen liegen – statt sie rhetorisch zu verschieben.

Die eigentliche Frage ist also nicht, wer hier wem etwas „nicht gönnt“, sondern wie wir mit einer festgefahrenen Situation umgehen, ohne falsche Versprechen zu machen. Genau daran wird sich gute Kommunalpolitik messen lassen.

Dr. Pascal Leibbrandt
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat Nordhausen
ja-man
20.04.2026, 21:04 Uhr
Interessant
Es ist interessant, die Umwidmung eines Baugebietes auf Neid zu reduzieren.
Keine Reduktion, sondern eine Facette - PSG
Nur mal so...
20.04.2026, 23:01 Uhr
Anmerkung zur genannten Rechtsgrundlage
Lieber Herr Greiner, auch die hochgepriesene KI (insbesondere die des marktführenden Web-Indexierungsdienstes) ist eben manchmal nicht allwissend und so gut wie nie fehlerfrei. Die seitens der Stadtverwaltung vorgebrachte bundesgesetzliche Bestimmung ergibt sich nicht aus dem Wasserrecht sondern aus § 61 des Bundesnaturschutzgesetzes, wonach im Außenbereich an bestimmten Oberflächengewässertypen (zu denen wohl auch ausnahmslos alle Kiesseen gehören) innerhalb des Bereiches von 50 Metern zur Uferlinie ein grundsätzliches Bauverbot besteht. Ausnahmen sind unter bestimmten juristischen und sachlichen Voraussetzungen möglich, deren Erfüllung aber durch das hier geplante Vorhaben tatsächlich fraglich ist. Der Verweis der Stadt zum Thema Campingplatz ist daher grundsätzlich korrekt und meines Erachtens hätte dieses Bebauungsverbot auch schon bei den Ferienhäusern von Seelano gelten müssen.
Marko Rossmann BLS
20.04.2026, 23:39 Uhr
Mehrheit im SWU gegen Bürgerwillen!
Die Mehrheit der Ausschussmitglieder hat am Montag im SWU-Ausschuss gezeigt, dass es ihnen in Wahrheit beim Bauturbo einzig und allein darum geht, die Umwidmung der auf Seelano befindlichen „Ferienhäuser“ in Wohnhäuser durch eine Zweckentfremdung des Bauturbos „mit aller Gewalt“ durchzupeitschen. Damit wird nicht nur der nach unserer Wahrnehmung entgegenstehende Bürgerwille ignoriert (die Kommentare in der nnz bestätigen meinen Eindruck aus Gesprächen mit vielen Nordhäusern in der analogen Welt), sondern die gesamte Diskussion zu sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten des Bauturbos von den partikularen Interessen zu Seelano überschattet und gestört. Wenn es die etablierten Parteien nicht schaffen, die Bürgerliste jedenfalls wird nicht aufgeben, für die Bürgerinteressen und für echte Wirtschaftsförderung durch touristische Nutzung der Kiesseen, auch auf Seelano, zu kämpfen. Und wir lassen uns auch nicht abhalten durch Neidzuschreibungen von nnz-Redakteuren. Kritischen und skeptischen Bürgern, vielen oder vielleicht sogar sehr vielen kritischen und skeptischen Bürgern, Neid als Handlungsmotiv (und nicht nur als Facette, lieber PSG, Facetten nimmt man nicht in die Überschrift) zu unterstellen, ist keine gute Idee. Die Menschen merken, wenn man sie in eine bestimmte Richtung lenken will, gerade hier im Osten Deutschlands.
tofa
21.04.2026, 10:39 Uhr
Kein Kompromiss möglich?
Warum Herr Greiner diese Diskussion auf eine „Neiddebatte“ reduzieren will, ist mir nicht ganz klar. Hat er selbst ein Haus dort? Was für ein müder Versuch, Kritiker in die Schranken zu weisen…

Kurzum: die Seen haben für eine große Zahl der Bürger einen hohen Wert als Erholungsgebiet und ich sehe es bereits als unglückliche Planung, dass man dort überhaupt so eine Bebauung zugelassen hat.
Und warum gilt für einen Campingplatz plötzlich die 50 Meter Regel, für die Häuser aber nicht???

Aber gut, die Häuser stehen nun mal dort, das Land, die Seen (wie genau?) sind privat. Die Seen verschwinden so hinter Mauern und Zäunen.
Ich glaube, es wäre ein guter Kompromiss, wenn man dennoch eine Lösung finden würde, die der Allgemeinheit einen Zugang zu den Seen garantiert und eine geordnete Nutzung ermöglicht.

Ich hoffe die Bürgerliste bleibt hartnäckig!
Herr Greiner hat dort kein Haus.
Novize
21.04.2026, 11:32 Uhr
Land Thüringen dagegen?
Es ist interessant zu lesen, dass das Land Thüringen der im Stadtrat beschlossenen Umwandlung bereits eine Abfuhr erteilte, so Herr Dr. Leibbrandt in seinem Kommentar. Diese Information wurde so noch nie öffentlich gemacht oder „versehentlich“ durch die Medien in der Diskussion unterbewertet. Wäre es möglich, dass das Land den Nordhäuser Systembauturbo abwürgen könnte? Man befasst sich möglicherweise mit einem falschen Thema, während weiterhin perspektivisch durch die Stadt 500 und mehr freie Kita-Plätze mit Steuergeld unterhalten.
Relly8015
21.04.2026, 13:03 Uhr
Demokratie endet nicht im Sitzungssaal – und politische Arroganz hat erfahrungsgemäß ein Ablaufdatum
Die geplante Umwidmung der Ferienhäuser am Seelano in regulären Wohnraum ist kein harmloser Verwaltungsschritt, sondern ein massiver Eingriff in die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen. Hier wird ein Gebiet, das klar als Ferienhaussiedlung geplant, genehmigt und verkauft wurde, im Nachhinein uminterpretiert. Das ist ein fatales Signal: Regeln gelten offenbar nur so lange, bis sie unbequem werden.
Mit dieser Entscheidung wird nicht nur ein touristisches Entwicklungspotenzial leichtfertig aufgegeben, sondern auch ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen. Wer sich künftig noch an Vorgaben halten soll, wenn im Nachgang alles wieder geändert werden kann, sobald genügend Druck entsteht? Das untergräbt das Vertrauen in Verwaltung und Politik nachhaltig.
Besonders problematisch ist der Versuch, berechtigte Kritik als „Neid-Debatte“ abzutun. Das ist nicht nur billig, sondern lenkt bewusst vom eigentlichen Problem ab: der Missachtung klarer Planungsgrundlagen und der fehlenden Fairness gegenüber all denen, die sich an Regeln halten.
Hinzu kommt, dass hier zunehmend der Eindruck entsteht, Entscheidungen würden an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei getroffen. Eine so weitreichende Veränderung hätte eine echte öffentliche Debatte und Einbindung verdient – nicht das Durchdrücken mit Verweis auf vermeintliche Sachzwänge.
Spätestens bei der nächsten Kommunalwahl werden die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit nutzen, diese Politik zu bewerten.
Lautaro
21.04.2026, 18:09 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Bezug zum Artikel. Verstehe den Kontext tatsächlich nicht.
Ndh Dorfkind
21.04.2026, 21:26 Uhr
Es soll Natur bleiben, keine Häuser oder sonst was
Die Bielener Kiesteiche sind ein wertvolles Stück Natur für alle Bürger in Nordhausen. Wenn dort immer mehr Fläche versiegelt und ‚zugepflastert‘ wird – sei es durch immer mehr Ferienhäuser oder gar deren Umwandlung in dauerhafte Wohnbebauung –, verliert dieser Ort genau den Charakter, der ihn für uns als Erholungsgebiet so attraktiv macht. Wir brauchen dort keinen weiteren Beton, sondern den Erhalt der Natur. Ich wünsche mir, dass die Stadtplanung hier endlich die Lebensqualität der Allgemeinheit über kurzfristige wirtschaftliche Interessen stellt.
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