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Di, 12:00 Uhr
21.04.2026
Protest gegen Partei-Infostand

AfD vor Schule – Eltern setzen eigenes Zeichen

Wenn die AfD am Donnerstag vor dem Herder-Gymnasium in Nordhausen auf Schüler zugeht, bleibt das nicht ohne Reaktion: Eltern planen jetzt zeitgleich eine eigene Veranstaltung...

Auf der Rückseite der Schule, auf der Fläche vor der Turnhalle, wird es eine Elternveranstaltung geben.  (Foto: ssc) Auf der Rückseite der Schule, auf der Fläche vor der Turnhalle, wird es eine Elternveranstaltung geben. (Foto: ssc)
AfD-Stadträtin Kerstin Düben-Schaumann, die auch Landtagsabgeordnete ist, will nach eigener Aussage mit älteren Schülern vor der Schule ins Gespräch kommen. Auch eine Elterninitiative setzt jetzt auf Austausch: „Wir öffnen Gesprächsräume, um zu Zielen und Wünschen des Zusammenlebens, zu Vielfalt und Miteinanderleben für die Kinder Angebote zu machen“, betont Initiatorin Jana Urbanek. Sie versteht die Veranstaltung als überparteilich. „Politische Inhalte sind nicht das Ziel und werden bitte daheim gelassen!“, heißt es in der offiziellen Ankündigung.
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Geplant sei ein Nachmittag mit kostenlosem Kuchen und Keksen, Spielen sowie Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen über Zukunftsfragen. „Die Ergebnisse wollen wir auf Postkarten sammeln und dann der Schule übergeben“, so Urbanek. Nach ihren Angaben habe sie bereits viel Zuspruch von anderen Eltern erhalten. Gemeinsam mit einer befreundeten Mutter habe sie die Veranstaltung beim Landkreis angemeldet.

Die Schule selbst plant keine eigenen Maßnahmen. Schulleiter Andreas Trump (CDU) hatte bereits in einem früheren Gespräch mit nnz-online betont, dass die Schule keine Aktion durchführen werde. „Und das bleibt auch so“, sagte Trump am Dienstag. Er beruft sich auf das Neutralitätsprinzip von Schulen und verweist darauf, dass er dazu auch mit dem Schulamt und dem Bildungsministerium im Austausch gestanden habe.

Die Elternveranstaltung sei laut Trump keine Demonstration. Sie wolle ein Zeichen setzen und ein anderes Angebot schaffen. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass der Nachmittag friedlich verlaufe.

Trump hatte zudem betont, dass er es generell nicht gut finde, wenn Parteien vor Schulen parteipolitisch aktiv werden, unabhängig von der Partei. Den AfD-Infostand könne er jedoch nicht verbieten, da es sich um öffentliches Gelände vor der Schule handele. Darauf habe er keinen Einfluss. Nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung sei der Infostand ordnungsgemäß angemeldet.

Nach Angaben des Gymnasiums ist die AfD die erste und bislang einzige Partei, die einen Infostand in unmittelbarer Nähe der Schule aufbaut. Rechtlich ist der angemeldete Infostand zulässig.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
BerndLuky
21.04.2026, 12:26 Uhr
Rechtlich
„Rechtlich ist der angemeldete Infostand zulässig.
Also, wo genau soll jetzt das Problem liegen?
Eine Schulleitung und eine Handvoll Eltern, die einfach nur dem Strom hinterherschwimmen und sich dabei als große Demokratie-Verfechter inszenieren – einfach lächerlich. Solche Selbstdarsteller muss man wirklich nicht ernst nehmen.
Hohensteiner2020
21.04.2026, 13:11 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Schmähkritik – Abwertende Etikettierung ohne inhaltliche Auseinandersetzung.
Echter Sundhäuser
21.04.2026, 13:20 Uhr
Frage
Beinhaltet diese 'Vielfalt' auch politisch andere Meinungen zu bestimmten Themen?
Der ein oder andere Schüler hat da nämlich vielleicht schon eine andere Meinung und Sichtweise als die selbsternannten Demokratiebeschützer.
emmerssen
21.04.2026, 13:42 Uhr
Frage
Würden die Schulleitung und die hier genannten Eltern auch so einen Wirbel machen, wenn eine andere Partei als die AfD so einen Infostand aufstellen würde? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
Heiner Lampe
21.04.2026, 14:03 Uhr
... immer und immer wieder ...
versuchen Einige, Anderen Ihre Meinung aufzudrücken. Wie ein Vorkommentar schon schreibt, stelle ich mir ebenfalls die Frage ob bei einer anderen Partei die Reaktionen genau so ausfallen würden? Am Ende können sich Schüler bzw. Jugendliche in alle Richtungen informieren, ob es manchen gefällt oder nicht.

Die AfD macht Politik vor der Schule, andere Parteien beeinflussen sogar in unseren Schulen aktiv unsere Kinder. Da gibt es keine Hemmschwelle mehr.
Als Beispiel nenne ich da nur mal den Schulsozialarbeiter der sofort gefordert waren als das Herder-Gymnasium zur letzten OB-Wahl den Herrn Prophet mit weitem Abstand gewählt hat. Nur weil das Ergebnis nicht gepasst hat.

Von daher wünsche ich mir, dass alles ruhig bleibt und Jeder sich sein eigenes Bild machen kann.
Kritiker2010
21.04.2026, 14:05 Uhr
Mit Keksen und Spielen gegen die Realität
So unpassend ein Infostand der AfD (bzw. jeder Partei) vor einer Schule auch erscheinen mag, so bemitleidenswert finde ich Gegeninitiative.

Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, hören wir statt Lösungen immer wieder die gleichen leeren Worthülsen, oft gepaart mit moralischer Selbstüberhöhung und dem Ziel Andersdenkende zu brandmarken und auszuschließen, sie als minderwertig darzustellen - sowas macht nicht nur der rechte Rand. Der resultierende Effekt scheint aber irgendwo zwischen nicht messbar und negativ zu liegen. Allein das sollte zum Nachdenken anregen.

Aber die bunte Gesellschafts-Verbesserungs-Industrie agiert, wie jemand, der sich zum zehnten Mal "Titanic" ansieht und hofft, dass das Schiff diesmal doch heil ankommt.

Vielleicht wäre es an der Zeit, nicht gegen die Mahner vermeintlicher und tatsächlicher Probleme zu "kämpfen", sondern reale Probleme zu lösen, praktische Initiativen umzusetzen, die über das übliche "Singen und Klatschen" hinaus gehen. Das wäre doch mal ein ganz neuer Ansatz.

Aber vielleicht hat auch die AfD noch ein Einsehen, dass der Standort nicht gut gewählt ist.
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