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Fr, 09:09 Uhr
24.04.2026
Protest gegen AfD

Aktivisten kritisieren vorgehen der Polizei

Bild:
Polizeieinsatz vor dem Herder-Gymnasium (Foto: Green Island)
Vor dem Herder-Gymnasium kam es gestern während des Protestes gegen einen Infostand der AfD zum Einsatz von Polizei und Feuerwehr. Zum Geschehen veröffentlichen heute Aktivisten aus dem "Green Island" in Nordhausen ein eigenes Statement und beklagen, dass der Protest gegen die AfD kleingehalten und unterdrückt werden solle...

Zum Geschehen rund um das Herder-Gymnasium berichtete die nnz gestern bereits. Im Laufe des Nachmittags kam es zu einem Einsatz der Polizei. Die Aktivisten des "Green Island" veröffentlichten heute ihre "Einschätzung des Tages", hier das Statement im Wortlaut:

Am Donnerstag, den 23.04 fand sich die "Alternative für Deutschland" um 13:30 Uhr mit einem Infostand zwischen dem Herder-Gymnasium und dem Wohnhaus Wiedigsburg 5 ein. Zeitgleich fand ein Gegenprogramm, das von einer Eltern-Initiative organisiert wurde, auf der gegenüberliegenden Seite der Schule statt.

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In der Nähe des AfD-Standes fanden sich Menschen zusammen, die den faschistischen Inhalten der Afd vor der Wiedigsburg 5 mit einem bunten Protest entgegentraten. Bereits am Abend zuvor wurde der Platz, an dem der AfD-Stand positioniert sein sollte, mit kritischen Botschaften wie "FCK AFD" & "Gegen Nazis" mit leicht abwaschbarer Sprühkreide vorbereitet. Zeuginnen meldeten dies der Nordhäuser Polizei. Diese sah sich sogleich dazu genötigt die Feuerwehr ins Boot zu holen, damit diese den Gehweg von der Kreide befreit.

Das Haus positionierte sich mit zahlreichen Transparenten und Plakaten an den Hauswänden, welche von vorbeilaufenden Passantinnen zahlreich Zuspruch bekam. Die Aktion der Elterninitiative gegen den AfD-Stand bekam regen Zulauf der Schülerinnen des Gymnasiums und bot ein umfangreiches Programm, was auf die Interessen von Kindern und Jugendlichen abgestimmt war. Ein Eiswagen, Spiele, Limo und Angebote zur politischen Teilhabe. Hingegen waren am Stand der AfD vorallem männlich gelesene Personen des höheren Alters vertreten, die bereits der Partei angehörten. Der Stand wurde schlicht gehalten. Blau, Deutschlandfahnen und Quarkbällchen - die im Verlauf des Nachmittags selbst verspeist wurden.

Leider gelang es Ihnen dennoch einzelne, insbesondere jüngere Kinder, in Gespräche zu verwickeln. Vor zehn Jahren war es die NPD-Schulhof-CD - heute ist es ein angemeldeter Stand einer verfassungsfeindlichen Partei. Bereits am Vorabend wurde Meinungsäußerung mit linker Botschaft unterdrückt und kriminalisiert, was sich im Verlauf des Donnerstagnachmittags steigerte. Den Protestierenden wurde schließlich das Musikspielen und das Flyerverteilen untersagt sowie die Anmeldung einer Spontanversammlung unbegründet seitens der Polizei und Stadtverwaltung abgelehnt.

Als Reaktion darauf kletterte eine Person mit Klettergeschirr, Musikbox und Megafon in einen Baum, der ebenfalls auf dem Platz stand. Damit sollte sich gegen die Unterdrückung des Gegenprotestes gestellt werden und der Wut gegen diese Einschränkungen und die AfD lautstark Ausdruck verliehen werden. Weitere unkonkrete Auflagen seitens der Polizei folgten: die Protestierenden wurden aufgefordert, sich vom AfD-Stand zu entfernen und sich nicht vor dem Wohnhaus aufzuhalten. Zeitweise errichtete sich eine Polizeikette vor der Eingangstür des Wohnhauses und verweigerte Bewohnenden und Besucherinnen des Hauses den Zutritt und setze diese willkürlichen Vorgaben zu diesem Zeitpunkt ungehalten und grob durch.

Es wird die Feuerwehr zum 2. Mal innerhalb der letzten 24h zur Hilfe gerufen, um technische Unterstützung bei der Bergung des Kletter-Aktivisti zu leisten. Den Aufforderungen runter zu kommen entgegnet die Person mehrmals das sie weder runterkommen möchte, noch gerettet werden will. Die Person ist sicher im Baum, die unten stehenden Personen auf dem Grundstück des Wohnhauses stehen der Person mit solidarischen Rufen "Du bist nicht allein" zur Seite. 2 Polizisten der BFE-Einheit begeben sich in den Förderkorb und versuchen die Person auf fahrlässige und gefährliche Art zu sich zu befördern.

Zeitgleich werden die Menschen unten aufgefordert noch weiter innerhalb des Privatgrundstücks zurück zu treten, unter dem Vorwand, es würden Äste hinunterfallen. Die Besorgnis der Polizistinnen ist im weiteren Verlauf des Szenarios jedoch nicht ernst zu nehmen. Die Einheit stürmt keine Minute später den Garten des Hauses und drängt die heterogene Masse, unter denen sich unter anderem Minderjährige befanden, gewaltsam und unter Einsatz von Pfefferspray zurück. Dabei kam es zu diversen Gewaltausübungen von psychischer und körperlicher Gewalt, in Form von Schubsen, Schlagen und Treten. Eine Person wird von mehreren Polizisten gewaltsam, ohne Rücksicht auf gefährliche Gegenstände wie Scherben im Umkreis, auf den Boden gedrückt, beleidigt und abgeführt und musste notärztlich behandelt werden.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass der vielfältig aufgestellte Protest gegen die AfD kleingehalten und kritische Gegenstimmen unterdrückt werden sollten. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit wurde seitens der Polizei und der Versammlungsbehörde mit Füßen getreten. Dies zeigte sich durch ein Versammlungsverbot in Hör- und Sichtweite, das einprügeln auf Menschen auf ihrem eigenen Grundstück zur "Gefahrenabwehr", dem Verbot Flyer in der Nähe der AfD zu verteilen und die kletternde Person gewaltsam und zu Räumen. Auch die Feuerwehr verschwendete unnütz unsere Ressourcen und machte sich zum Erfüllungsgehilfen, indem sie ihre Drehleiter für die Räumung zur Verfügung stellte und die Kreide vom Vorabend entfernte. Die autoritäre Entwicklung in der Gesellschaft zeigte sich auch am eskalativen Einsatzgeschehen der Polizei und der Versammlungsbehörde.

Ihnen war es wichtiger antifaschistische Versammlungen zu unterdrücken und anzugreifen, anstatt den grundrechtlich garantierten Gegenprotest zu unterstützen. Trotz alledem war der Tag ein Reinfall für die AfD. Die allermeisten Schülerinnen mieden ihren Stand oder schlossen sich dem Gegenprotest an. Daher war der Gegenprotest mit seinen vielfältigen Aktionsformen ein voller Erfolg.
Green Island
Autor: red

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Kommentare
Hayden 69
24.04.2026, 09:54 Uhr
Aktivisten 🙈
Was gibt es da zu kritisieren, die allein sind doch schuld dass die Polizei und Feuerwehr anrücken muss, da sieht man wieder den geistigen Zustand dieser Typen.
Alle anderen Gruppierungen hatten vernünftige Stände, kein Wunder dass die Linksparteien immer weiter an Stimmen verlieren können sich bei dieser Anhängerschaft bedanken.
RWE
24.04.2026, 10:07 Uhr
Geht arbeiten!
Anstatt uns auf der Tasche zu liegen.
Wieso wird eigentlich "das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit seitens der Polizei und der Versammlungsbehörde mit Füßen getreten"?
Nur weil man seine Meinung nicht in Hör- und Sichtweite des "Feindes" kundtum darf? Das nennt man Gefahrenabwehr.
Danke an die Polizei, dass Rechtsextremisten und Linksextremisten auseinandergeahlten wurden. Egal ob beim Fußball oder bei Demos, hinterher inszeniert man sich immer als Opfer. Der Artikel wäre auf Indymedia besser platziert gewesen.
Straßenfeger
24.04.2026, 10:42 Uhr
Die meisten Kinder und Jugendliche des Herder ...
... haben sich das kostenlose Eis geholt und dem Spektakel des Baumkletterers amüsiert zugesehen. 🥳
KlausMüller1960
24.04.2026, 10:46 Uhr
Green Island sollte ganz still sein...
Zum Glück leben wir in einer Demokratie, in der die Meinungsfreiheit noch nicht ganz außer Kraft gesetzt ist. Ihr redet immer von Demokratie, Vielfalt und Toleranz. Dazu gehören auch Andersdenkende, die von euch nicht toleriert werden. Was ist das für eine Doppelmoral?!
Das ist der Inbegriff von Faschismus, den ihr lebt. Auch die Bewohner von Green Island müssen sich an die deutschen Gesetze halten. Ihr braucht nicht zu denken, dass ihr einen besonderen Status habt und machen könnt, was ihr wollt. Räumt lieber mal die Müllkippe vor eurer Bude auf.
Für ein sauberes Nordhausen!!!
Undine
24.04.2026, 12:27 Uhr
"kritische Botschaften wie "FCK AFD" "........,
allein dieser Halbsatz sagt doch alles über den Zustand der heutigen LINKEN aus. Wäre der Mann von seinem Baum geklettert und hätte eine sachliche Diskussion begonnen, sich in ganzen Sätzen kritisch geäußert, das wäre mal eine Botschaft gewesen.
Und: "Am Stand der AfD waren vor allem männlich gelesene Personen des höheren Alters"...Hä?
Falls ihr Männer meint: Das ist nicht wahr, es waren auch eine ganze Reihe Mädels vertreten. Die Mehrzahl unserer jungen Mitglieder gingen gestern zum besagten Zeitpunkt übrigens ihrer Arbeit nach...ihr wisst schon....um Geld zu verdienen....um seinen Lebensunterhalt selbst zu finanzieren, und den der Familie....
Alex Gösel
24.04.2026, 12:30 Uhr
Artikel 20 GG
Im Absatz 4 des Artikel 20 Grundgesetz heißt es: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

Das ist natürlich Auslegungssache. Sicher sehen es die Ordnungskräfte so, dass die Insulaner und Gegendemonstranten die Störenfriede gestern waren. Andere werden es wohl so sehen, dass eine vom Verfassungsschutz als "Verdachtsfall" eingestufte Partei die öffentliche Ruhe stört und daher verboten gehört.

Mein Tipp an die Insulaner: einfach eine Beschwerde beim Thüringer Landtag einreichen und vielleicht sogar klagen, damit diese Zustände ENDGÜLTIG geklärt werden! Zudem: Beschwerde und Klage gegen die, in euren Augen, gewaltätigen Ordnungskräfte erheben.

Nebenbei: Die Grundkritik von euch ist möglicherweise berechtigt. Es kann nicht sein, dass erwachsene(!) gegen Kinder und minderjährige Jugendliche mit Gewalt oder gar Waffengewalt (Pfefferspray, Schlagstöcke, etc.) vorgehen. Sicher sollte hier die Polizie selbstkritisch gegen sich vorgehen. - Aber: Eine Krähe...
Marino50
24.04.2026, 15:12 Uhr
Green Island
Das war keine Versammlung, sondern eine Zusammenrottung und Störung.
Auch die AfD hat die gleichen Rechte wie jede andere Partei, einen Info-Stand aufzubauen. Das ist auch völlig egal, wie alt die Menschen sind.
Die Einsätze von Polizei und Feuerwehr war begründet und nötig.
Wer sich ordentlich anderen gegenüber verhält, so wie es eigentlich sein sollte, der löst auch keinen Polizeieinsatz aus.
Vor diesen Green-Island -Teilnehmern muss man Angst haben, nicht vor den paar Leuten def AfD oder anderen.
RWE
24.04.2026, 15:46 Uhr
Alex Gösel, die AfD wird aber nicht verboten
Das wird gerichtlich nicht standhalten. Somit ist Artikel 20 Abs. 4 GG hinfällig. Sonst könnte ich ja auch Gewalt gegen Islamisten, Reichsbürger oder Linksradikale anwenden, da diese ja auch die bestehende Ordnung abschaffen wollen und mir die Polizei nicht hart genug vorgeht.
Es gilt aber nach wie vor das Gewaltmonopl des Staates, von wenigen ausnahmen abgesehen.
emmerssen
24.04.2026, 16:40 Uhr
Ich hab selten
So einen verschwubbelten Unsinn gelesen wie in diesem Artikel. Geht arbeiten oder tut Gutes mit gemeinnütziger Arbeit. Wer selbst die Konfrontation sucht,darf sich hinterher nicht darüber beschweren wenn sie stattfindet.
Anmerkung techn. Support:
Lesen sie mehr.
icke58
24.04.2026, 18:05 Uhr
Green Island
Ihre Berichterstattung ist es nicht wert zu kommentieren...
Franz 2018
24.04.2026, 18:58 Uhr
Selbst schuld
Völlig egal, wie man zur AFD steht, aber die haben den Stand ordnungsgemäß angemeldet. Auch die Aktion der Eltern war abgesprochen. Green Island hätte ja eine Aktion - sprich Demo - anmelden können, der Stand war ja nun lange genug Diskussionsgegenstand. Da hätte aber auch jemand die Verantwortung übernehmen müssen! Offensichtlich können die Damen und Herren weder das Versammlungsgesetz noch die ergänzende Literatur lesen - eine Spontanversammlung war das nämlich nicht und deshalb ist das Handeln der Polizei vollkommen in Ordnung. Wer sich nicht an das Gesetz hält, darf hinterher nicht jammern!!
Kritiker2010
24.04.2026, 21:19 Uhr
Vergesslichkeit oder Absicht?
War es ihm nicht bekannt oder wollte Herr Glashagel einfach kurz vergessen, welchen Beitrag die Leute von der grünen Insel abgeliefert haben, als er seinen von einem Glaubensbruder als "objektiv und ehrlich" gelobten Bericht über die Veranstaltung schrieb?
Ilfelder59
24.04.2026, 21:41 Uhr
Infostand
Die AfD ist bei ihren Aktionen, sei es Bürgertressen oder Infostand, bisher immer friedlich und jeder Bürger wird höflich angesprochen wenn er Interesse zeigt.
Das ist der Unterschied zu den linken sogenannten Aktivisten. Bei denen geht es nicht ohne Krakeelen, Pöbeln und Krawall und Randale und Beleidigungen. Die Linken haben auch ein sexuelles Problem wenn sie FCK AfD schreien. Sind sie so untervö...t, dass sie um einen Fi.. Mit der AfD betteln?
Die Polizei macht ihre Arbeit und wer die Beamten und die Bürger beleidigt, begeht eine Straftat. Auch wenn er auf nem Baum sitzt. Übrigens sind es die Linken, die am lautesten nach Toleranz schreien aber selbst die intolerantesten Wesen sind. Und wer war es nochmal, der in einer Schule den Minderjährigen sexuelle anale Praktiken und Pornos zeigte?
yven
25.04.2026, 07:58 Uhr
Kommentare
Zeigen leider deutlich welchen Weg Nordhausen politisch geht.Die Verblendung hat längst seinen Lauf genommen,die AFD ist einfach ein Verein der falsche Hoffnungen verbreitet ,von denen nur die Wohlhabenden profitieren,da gibt es ja scheinbar in Ndh genug davon ... ansonsten wäre es wirklich schlau sich mal echt mit dieser Partei zu beschäftigen und das nicht mit SocialMedia. Unverständlich wie auch Mädchen sich beeindrucken lassen ,wobei die Einstellung der AFD zum Frauenbild doch recht eindeutig ausfällt
warumauchimmer
25.04.2026, 09:30 Uhr
Interessant...
... wie sich die Reaktionen um den Einsatz rund um diesen Infostand und beispielsweise neulich der nnz-Berichterstattung um den Neonazi-Angriff bei Fretterode unterscheiden.

Ich denke jeder weiß warum das so ist.
RWE
30.04.2026, 17:36 Uhr
Wo waren eigentlich heute die Aktivisten-AfD Stand in Bleicherode
Der Stand wurde übrigens sowohl von Interesenten als auch von Gegendemonstranten gemieden. Gut so.
diskobolos
01.05.2026, 09:32 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Stimmt, ist aber tatsächlich ihr ganz privater Wiederspruch.
diskobolos
02.05.2026, 13:55 Uhr
Kann ich nicht verstehen
Das sind doch nachprüfbare und bekannte Fakten. Welche Aussage stimmt denn nicht. Dass es dazwischen Widersprüche gibt, liegt doch nicht an mir , sondern merkt jeder Leser selbst . . .
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