Fr, 10:11 Uhr
24.04.2026
Humboldt-Gymnasium Nordhausen
Schüler nehmen Zorge unter die Lupe
Mit Gummistiefeln, Keschern und Lupengläsern bewaffnet verwandelte eine Schülergruppe des Humboldt-Gymnasiums das Ufer der Zorge kurzerhand in ein Freiluft-Labor. Das Ziel der jungen Forscher: herausfinden, wie es um die biologische und chemische Gesundheit ihres heimischen Flusses steht...
Die Ergebnisse sind mehr als erfreulich. Da bewegt sich was! – der Ruf eines Schülers lockt sofort die gesamte Gruppe an das flache Ufer. In seinem Kescher zappelt ein kleiner, unscheinbarer Fisch: eine Groppe. Was für Laien wie ein gewöhnlicher Fund wirkt, ist für die Gewässeranalyse eine kleine Sensation. Die Groppe, auch Mühlkoppe genannt, stellt extrem hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Sie braucht klares, kühles Wasser und einen steinigen Grund.
Doch nicht nur die Fische standen im Fokus. Um die Gewässergüte präzise zu bestimmen, suchten die Neuntklässler gezielt nach sogenannten Zeigerorganismen. Unter Steinen im strömenden Wasser wurden sie fündig: Steinfliegenlarven und Bachflohkrebse besiedeln hier in großer Zahl das Substrat.
Die Anwesenheit der Steinfliegenlarve ist wie ein TÜV-Siegel für den Fluss. Diese Tiere reagieren äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel oder chemische Verunreinigungen. Ihr Vorkommen lässt nur einen Schluss zu: Die Zorge weist an dieser Stelle die Güteklasse I bis I-II auf – sie ist also biologisch nahezu unbelastet.
Parallel zur biologischen Suche prüften die Schüler die chemischen Parameter. Die Messinstrumente zeigten niedrige Nitratwerte und einen hohen Sauerstoffgehalt – Werte, die perfekt zum lebendigen Inventar des Flusses passen. Auch geografisch punktet die Zorge: Die hohe Fließgeschwindigkeit und die natürliche Beschattung durch die Ufervegetation sorgen dafür, dass das Wasser auch an warmen Tagen kühl bleibt – lebenswichtig für Elritzen und Forellen.
Für die Schüler war der Tag mehr als nur eine Biologiestunde. Es ist ein Unterschied, ob man ein Bild im Lehrbuch sieht oder selbst eine seltene Groppe vorsichtig im Wasser beobachtet, resümiert eine Teilnehmerin.
Am Ende des Tages stand fest: Die Zorge ist weit mehr als nur ein fließendes Gewässer, sie ist ein wertvolles Ökosystem, das es zu schützen gilt.
Autor: redDie Ergebnisse sind mehr als erfreulich. Da bewegt sich was! – der Ruf eines Schülers lockt sofort die gesamte Gruppe an das flache Ufer. In seinem Kescher zappelt ein kleiner, unscheinbarer Fisch: eine Groppe. Was für Laien wie ein gewöhnlicher Fund wirkt, ist für die Gewässeranalyse eine kleine Sensation. Die Groppe, auch Mühlkoppe genannt, stellt extrem hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Sie braucht klares, kühles Wasser und einen steinigen Grund.
Doch nicht nur die Fische standen im Fokus. Um die Gewässergüte präzise zu bestimmen, suchten die Neuntklässler gezielt nach sogenannten Zeigerorganismen. Unter Steinen im strömenden Wasser wurden sie fündig: Steinfliegenlarven und Bachflohkrebse besiedeln hier in großer Zahl das Substrat.
Die Anwesenheit der Steinfliegenlarve ist wie ein TÜV-Siegel für den Fluss. Diese Tiere reagieren äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel oder chemische Verunreinigungen. Ihr Vorkommen lässt nur einen Schluss zu: Die Zorge weist an dieser Stelle die Güteklasse I bis I-II auf – sie ist also biologisch nahezu unbelastet.
Parallel zur biologischen Suche prüften die Schüler die chemischen Parameter. Die Messinstrumente zeigten niedrige Nitratwerte und einen hohen Sauerstoffgehalt – Werte, die perfekt zum lebendigen Inventar des Flusses passen. Auch geografisch punktet die Zorge: Die hohe Fließgeschwindigkeit und die natürliche Beschattung durch die Ufervegetation sorgen dafür, dass das Wasser auch an warmen Tagen kühl bleibt – lebenswichtig für Elritzen und Forellen.
Für die Schüler war der Tag mehr als nur eine Biologiestunde. Es ist ein Unterschied, ob man ein Bild im Lehrbuch sieht oder selbst eine seltene Groppe vorsichtig im Wasser beobachtet, resümiert eine Teilnehmerin.
Am Ende des Tages stand fest: Die Zorge ist weit mehr als nur ein fließendes Gewässer, sie ist ein wertvolles Ökosystem, das es zu schützen gilt.




Junge Forscher in Jena
Mit Englisch "On the move"
Dein Rezept fürs Leben…
Chemie-Asse in Jena
Neue Mensa wird deutlich teurer
Erfolgreiche Nachwuchsforscher bei Humboldts
Von Mikroplastik bis Streuobstwiese
