Fr, 08:00 Uhr
08.05.2026
PLATZ DER GEWERKSCHAFTEN ALS AUCH BAHNHOFSPLATZ:
Von der Natur zur Tristesse
Für den Platz der Gewerkschaften als auch für den Bahnhofsplatz gilt gleichermaßen: Von der Natur zur Tristesse!
Bei diesem Anblick strahlte das Auge: Vor dem Handelshof, heute Fürstenhof, sprudelte ein Springbrunnen. Eine bunte Vielfalt an Blumen umgaben ihn. Rechts daneben ein prächtiger Baum. Nicht ein Tupfer Grün ist dort mehr zu finden. (Foto: Archiv K. Frank)
Nordhausen. Für den Platz der Gewerkschaften soll Tristesse der Vergangenheit angehören, Aufenthaltsqualität geschaffen, Bäume gepflanzt, Bänke aufgestellt und witterungsbedingte Aufenthaltsbereiche geschaffen werden. Das, war in einer Zeitung zu lesen, sehe ein Entwurf des Nordhäusers Landschaftsarchitekten Karsten Götze vor. Das war gestern in der nnz zu lesen.
Abgesehen von den Stiefmütterchen in Kübeln war dieser Platz der Gewerkschaften schon mal naturverbundener. In seiner Mitte befand sich ein Rondell als eine Art Kreisverkehr. Hohe Bäume umsäumten es, prägten den Platz. Auch die Linden vor dem Bereich der heutigen Arbeitsagentur peppten das Areal auf. Mit der Umgestaltung verschwanden Rondell wie Bäume, Tristesse dominiert.
Vom Klimawandel sprach damals noch kein Mensch. Heute ist er in aller Munde. Temperaturen steigen, Städte heizen sich auf. Flächen unter Beton beschleunigen Hitze zusätzlich. Götzes Idee eine Vision? Der Stadtrat könnte eine Entscheidung treffen. Vielleicht noch eine weitere.
Der Landschaftsarchitekt und sein Team sollten ihre Blicke auch auf den Bahnhofsvorplatz werfen. Hier vollzog sich der Wandel von Grün zu Grau noch augenscheinlicher. Viele Menschen haben ihn noch guter Erinnerung:
Die Linde auf dem ehemaligen Hoch-Beet war legendär. Blumen, Bänke und Grün ringsum zierten es. Gern wurde auf den Bänken verweilt. (Foto: Archiv K. Frank)
Vor dem Handelshof sprudelte ein Springbrunnen, eine bunte Blumenvielfalt umgab ihn, erfreute das Auge. Rechts daneben ein mächtiger Baum, der den Leuten auf den Bänken unter ihm an heißen Tagen Schatten spendete. Der fürstliche Anblick ist dahin, wenngleich sich der Handelshof heute Fürstenhof nennt.
Die markante Linde auf dem Hoch-Beet war legendär. Blumen, Sträucher, Bänke zierten es. Eine Oase zum Verweilen. Aus und vorbei. Wo heute das im Volksmund genannte Grüne Ungeheuer steht, befand sich eine kleine Parkanlage, umgeben von Bänken und hohen Bäumen. Wie im Märchen: Es war einmal!
Bänke und Bäume fielen einem Klotz aus Beton und Glas zum Opfer, der mit der Zeit immer hässlicher wurde. Schäbig und verstaubt steht er da. Eine seit Jahren leerstehende Ruine. Wohl nur noch Mäusen und Ratten ein Zuhause bietend.
Was soll aus der Schande für die Stadt werden? Auf Anfrage teilte uns die Pressestelle der Bahn schon vor Jahren mit, dass dieses Gebäude der Bahn nicht mehr gehöre, verkauft worden sei. In wessen Händen es sich befinde, könne aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht gesagt werden.
Datenschutz hin und her. Verweigert er auch der Stadt die Auskunft? In ihrem Interesse sollte es sein, wer die Hand über das Ungeheuer hält. Martin Juckeland ist im Rathaus für die Stadtentwicklung zuständig. Vielleicht kann er das Geheimnis lüften.
Ich bin überzeugt: Im Zeichen des Klimawandels hätte man aus heutiger Sicht bei der Umgestaltung beider Plätze der Natur mehr Raum belassen. Immerhin pflanzte man einige Bäume beim Bahnhof, die aber nicht ersetzen, was dieser Bereich einst an Grün und Aufenthaltsqualität bot.
Kurt Frank
Autor: psg
Bei diesem Anblick strahlte das Auge: Vor dem Handelshof, heute Fürstenhof, sprudelte ein Springbrunnen. Eine bunte Vielfalt an Blumen umgaben ihn. Rechts daneben ein prächtiger Baum. Nicht ein Tupfer Grün ist dort mehr zu finden. (Foto: Archiv K. Frank)
Nordhausen. Für den Platz der Gewerkschaften soll Tristesse der Vergangenheit angehören, Aufenthaltsqualität geschaffen, Bäume gepflanzt, Bänke aufgestellt und witterungsbedingte Aufenthaltsbereiche geschaffen werden. Das, war in einer Zeitung zu lesen, sehe ein Entwurf des Nordhäusers Landschaftsarchitekten Karsten Götze vor. Das war gestern in der nnz zu lesen.
Abgesehen von den Stiefmütterchen in Kübeln war dieser Platz der Gewerkschaften schon mal naturverbundener. In seiner Mitte befand sich ein Rondell als eine Art Kreisverkehr. Hohe Bäume umsäumten es, prägten den Platz. Auch die Linden vor dem Bereich der heutigen Arbeitsagentur peppten das Areal auf. Mit der Umgestaltung verschwanden Rondell wie Bäume, Tristesse dominiert.
Vom Klimawandel sprach damals noch kein Mensch. Heute ist er in aller Munde. Temperaturen steigen, Städte heizen sich auf. Flächen unter Beton beschleunigen Hitze zusätzlich. Götzes Idee eine Vision? Der Stadtrat könnte eine Entscheidung treffen. Vielleicht noch eine weitere.
Der Landschaftsarchitekt und sein Team sollten ihre Blicke auch auf den Bahnhofsvorplatz werfen. Hier vollzog sich der Wandel von Grün zu Grau noch augenscheinlicher. Viele Menschen haben ihn noch guter Erinnerung:
Die Linde auf dem ehemaligen Hoch-Beet war legendär. Blumen, Bänke und Grün ringsum zierten es. Gern wurde auf den Bänken verweilt. (Foto: Archiv K. Frank)
Vor dem Handelshof sprudelte ein Springbrunnen, eine bunte Blumenvielfalt umgab ihn, erfreute das Auge. Rechts daneben ein mächtiger Baum, der den Leuten auf den Bänken unter ihm an heißen Tagen Schatten spendete. Der fürstliche Anblick ist dahin, wenngleich sich der Handelshof heute Fürstenhof nennt.
Die markante Linde auf dem Hoch-Beet war legendär. Blumen, Sträucher, Bänke zierten es. Eine Oase zum Verweilen. Aus und vorbei. Wo heute das im Volksmund genannte Grüne Ungeheuer steht, befand sich eine kleine Parkanlage, umgeben von Bänken und hohen Bäumen. Wie im Märchen: Es war einmal!
Bänke und Bäume fielen einem Klotz aus Beton und Glas zum Opfer, der mit der Zeit immer hässlicher wurde. Schäbig und verstaubt steht er da. Eine seit Jahren leerstehende Ruine. Wohl nur noch Mäusen und Ratten ein Zuhause bietend.
Was soll aus der Schande für die Stadt werden? Auf Anfrage teilte uns die Pressestelle der Bahn schon vor Jahren mit, dass dieses Gebäude der Bahn nicht mehr gehöre, verkauft worden sei. In wessen Händen es sich befinde, könne aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht gesagt werden.
Datenschutz hin und her. Verweigert er auch der Stadt die Auskunft? In ihrem Interesse sollte es sein, wer die Hand über das Ungeheuer hält. Martin Juckeland ist im Rathaus für die Stadtentwicklung zuständig. Vielleicht kann er das Geheimnis lüften.
Ich bin überzeugt: Im Zeichen des Klimawandels hätte man aus heutiger Sicht bei der Umgestaltung beider Plätze der Natur mehr Raum belassen. Immerhin pflanzte man einige Bäume beim Bahnhof, die aber nicht ersetzen, was dieser Bereich einst an Grün und Aufenthaltsqualität bot.
Kurt Frank

Platz der Gewerkschaften soll grüner werden
