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Do, 13:15 Uhr
07.05.2026
Stadtentwicklung in Nordhausen

Platz der Gewerkschaften soll grüner werden

Der Platz der Gewerkschaften im Nordhäuser Bahnhofsviertel wirkt derzeit wenig einladend: viel Beton, viele Parkplätze, kaum Grün. Jetzt soll das Areal zwischen Südharz-Galerie, Rolandtor und Arbeitsagentur umgestaltet und zugleich sicherer für Fußgänger werden. Wir zeigen, wie der Platz aussehen soll...

Beton und keine Aufenthaltsqualität: So präsentiert sich aktuell der Platz der Gewerkschaften in der Unterstadt von Nordhausen. (Foto: ssc) Beton und keine Aufenthaltsqualität: So präsentiert sich aktuell der Platz der Gewerkschaften in der Unterstadt von Nordhausen. (Foto: ssc)
Mehr Grün, mehr Bänke und deutlich weniger Parkplätze. Mit der aktuellen Tristesse soll der neu gestaltete Platz in der Nordhäuser Unterstadt dann nichts mehr gemein haben. Geplant ist zunächst ein erster Bauabschnitt. Dabei sollen sechs bis acht Bäume gepflanzt werden. „Der Beton wird großzügig aufgeschnitten, der Boden ausgetauscht und ein Baumsubstrat eingesetzt“, erläuterte Sven Gerwien vom Amt für Stadtentwicklung jüngst im Stadtentwicklungsausschuss. Kostenpunkt: 176.700 Euro.
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Für diese Arbeiten hat die Stadt bereits Fördermittel aus dem Bundesprogramm KfW-444 erhalten. 80 Prozent der Kosten für Planung, die übernimmt das Nordhäuser Büro Götze, und Pflanzung werden hierbei übernommen. Voraussetzung ist eine klimagerechte Gestaltung mit möglichst viel Entsiegelung und besseren Bedingungen für die Bäume. Die Pflanzungen sollen noch in diesem Herbst beginnen. Allerdings: Der Stadtrat muss dem Umgestaltungs-Konzept noch zustimmen.

Der Verkehr wird neu geregelt, die Bushaltestellen neu angeordnet und überdacht.  (Foto: Visualisierung: Stadt Nordhausen) Der Verkehr wird neu geregelt, die Bushaltestellen neu angeordnet und überdacht. (Foto: Visualisierung: Stadt Nordhausen)
Die neuen Bäume sollen zugleich den Auftakt für die gesamte Neugestaltung des Areals bilden. Mit dem Umbau verändert sich die Verkehrssituation und die Verkehrsführung. „Neben dem Bahnhofsvorplatz ist der Platz der Gewerkschaften für den Busverkehr ein wichtiger Knotenpunkt“, sagte Gerwien. Dem solle Rechnung getragen werden. Wer auf den Bus wartet, soll es in Zukunft angenehmer haben. Da die vier Bushaltestellen und Wartebereiche sowie die neuen Baumstandorte mehr Platz benötigen, muss die Zahl der Pkw-Stellplätze von derzeit 59 auf etwa 30 reduziert werden.

Die Parkfläche wird zugunsten von mehr Grün und Bushaltestellen deutlich verkleinert.  (Foto: Visualisierung: Stadt Nordhausen) Die Parkfläche wird zugunsten von mehr Grün und Bushaltestellen deutlich verkleinert. (Foto: Visualisierung: Stadt Nordhausen)
Die Stadt hält das für vertretbar. In der Umgebung gebe es mit dem Parkhaus der Südharz-Galerie, dem Parkplatz am Rolandtor und weiteren Flächen ausreichend Alternativen. Nach Angaben der Verwaltung ist der Parkplatz schon jetzt häufig nur teilweise ausgelastet. Stichproben aus dem Dezember vergangenen Jahres ergaben eine Auslastung zwischen 24 und 53 Prozent. Das liegt unter anderem auch daran, dass man am Rolandtor vier Stunden kostenlos parken kann.

Auf dem Parkplatz am Platz der Gewerkschaften zahlt man dagegen in der ersten halben Stunde 50 Cent und für jede weitere Stunde einen Euro. Durch den Wegfall der Stellplätze rechnet die Stadt mit Einnahmeverlusten von rund 6.800 Euro pro Jahr. Aktuell werden dort durchschnittlich 64.000 Euro Parkgebühren generiert. Kompensiert werden sollen die Einnahmeverluste dadurch, dass die bislang noch kostenlosen Stellplätze in der Reichstraße künftig kostenpflichtig werden.

Ob die ersten Baumpflanzungen wie geplant 2026 beginnen können, hängt allerdings auch davon ab, wie schnell die Stadt Nordhausen einen rechtskräftigen Haushalt verabschieden kann. Gegenwärtig geht die Verwaltung davon aus, dass dies nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2026 der Fall sein wird (die nnz berichtete). Spätestens 2027 muss die Maßnahme jedoch abgeschlossen sein, damit die Fördermittel nicht verfallen.

Für die eigentliche Neugestaltung des Platzes und die damit verbundenen weiteren Bauabschnitte werden Kosten von rund 1,2 Millionen Euro kalkuliert. Entsprechende Fördermittel sollen noch beantragt werden. Ohne zusätzliche Fördermittel sei das Projekt für die Stadt finanziell nicht zu stemmen, sagte Gerwien.
Susanne Schedwill
Autor: red

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Kommentare
Kritiker2010
07.05.2026, 14:01 Uhr
Hinterhof mit Wellness-Aspekt
Dass der Platz der Gewerkschaften aktuell kein städtebauliches Highlight ist, muss nicht erklärt werden.

Die Tatsache, dass das Areal für einige Jahre aus dem aus dem Blick und Interessenfeld der Stadtplaner gefallen ist, hat nicht nur Nachteile. Denn entgegen anderer städtebaulicher "Höhepunkte" mit zeitgeistiger Verkehrsbehinderung und ökologischen Eintagsfliegen, funktioniert diese große hässliche Asphaltfläche im Hinterhof der Unterstadt ganz einfach.

Als viel größeres Problem sehe ich immer wieder den Bahnhofsplatz, der ebenso hässlich und noch viel weniger strukturiert wirkt. Der ästhetische Gesamteindruck dieses "Tors zur Innenstadt" ist schlicht weg eine Zumutung und jeder Aspekt ist ein Zeugnis für das fachliche Versagen der Beteiligten.

Vielleicht wäre es daher ratsam, die Prioritäten in der Budgetplanung zu Überdenken und lieber diesen architektonischen Tiefpunkt in absehbarer Zeit durch eine annehmbare Lösung zu ersetzen. Egal wie, es kann nur besser werden.
Flitzpiepe
07.05.2026, 14:03 Uhr
An sich eine gute Idee
aber warum sind die Warteflächen an den beiden Haltestellen so überdimensioniert?
So viel ist doch da nicht los, dass da Platz für beidseitig 50 Personen sein muss.
Hätte man die Haltestellen nicht auch versetzt anordnen können, um die Verkehrsfläche kleiner zu halten?
Sind die ganzen Verkehrsschilder vergessen worden? So ganz ohne sieht es richtig übersichtlich aus. Die Realität wird das dann aber wieder zunichte machen.
franz1985
07.05.2026, 16:32 Uhr
Kritiker2010
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht, der Bahnhofsplatz ist eine Katastrophe. Zum
einem optisch und als Fahrgast nur negativ. Bei dem heutigen Wetter wird man schön nass auch wenn da ein vermeintlich Dach ist.
Praktisch gesehen überhaupt kein
Wetterschutz. Hier wurde vor Jahren
fehlgeplant und müsste der heutigen Zeit sinnvoll angepasst werden.
Jacob1
07.05.2026, 16:57 Uhr
6-8 Bäume
176700€ für 6-8 Bäume…, das macht etwa 22000€ pro Baum, wenn es 8 werden. Nichts gegen Grün in der City. Aber wie kommt man auf solche Summen zum Bäumepflanzen???
alf-gordon
07.05.2026, 17:35 Uhr
Das Wetter gewinnt...
..und die realen Probleme verlieren. Dafür Steuermittel auszugeben ist in der heutigen Zeit eine Schande. Beispiel Berlin..Geld für Sicherung der Funktionalität der Infrastruktur ....wenig
Für Bäume ...sehr viel.
Ich mag Natur sehr , aber als Werkzeug einer Ideologie nicht geeignet.
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