In Zeiten unendlich vieler Nachrichten, auch aus den lokalen und regionalen Revieren, ist es mitunter schwer einen Trend, eine Richtung, geschweige denn die Zukunft herauszulesen. Zum Beispiel zur Zukunft des Fußballs in Nordhausen…
Trüber Regentag - trübe Aussichten? (Foto: nnz)
Nein, ich will hier nichts einordnen. Das überlasse ich den Medien linksseits der normalen Mitte. Dazu ist das Thema Wacker eigentlich zu banal, weil sehr privat.
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Seit dem Ende der Saison 2018/19 habe ich mich von den Vorgängen an der Parkallee weitestgehend zurückgezogen. Das hatte vorwiegend private Gründe. Davor lagen 25 Jahre Stadionsprecher - eine geile Zeit war das. Mit allen Höhen und Tiefen, die dazu gehören. Die Ära unter Torsten Klaus betrachtete ich schließlich mit einem gehörigen Abstand.
Aus dem jetzigen Vorstand, der eher einer "Familie" ähnelte, kamen zuletzt nur noch negative Nachrichten: Mehrere Trainer wurden verschlissen, der ewige Zoff mit den sogenannten Ultras und ihren töpelhaften Hinterlassenschaften an vermutlich 80 Prozent aller Masten sowie freien Gestaltungsflächen. Erst war es Phillip Hoinkis, der von Bord ging, dann - vor einigen Tagen - Phillip Seeland. Die beiden waren im Wackergefüge nicht irgendwer, sondern, so sieht es der Betrachter von außen, Eckpfeiler im sechsjährigen Überlebensfußball.
Nun soll am 27. Mai ein neues Präsidium gewählt werden, das jetzige wird in seiner aktuellen Zusammensetzung nicht mehr antreten. In dieser Formulierung liegt einige hypothetische Würze. Denn sie implementiert zum Beispiel, dass durchaus Personen aus dem Vorstand wieder antreten könnten. Zum Beispiel Torsten Klaus selbst. Er soll - so trällern es die Spatzen vom Dach der großen Tribüne - immer noch Bock auf den Präsidentenjob haben.
Das will ich öffentlich nicht bewerten, doch wenn diese Personalie die einzige Variante ist, den Verein weiter am Leben zu erhalten, dass sollten sich all diejenigen fragen, die immer alles besser wissen und die eine ach so große Bindung an den Verein haben, welchen Beitrag sie leisten? Vergessen wird bei aller Kritik, dass in dem Wort Verein die Verantwortung für gemeinsames Tun impliziert ist. Doch an einer vereinten Anstrengung mangelt es anscheinend in der Stadt mit noch 40.000 Einwohnern. Sowohl die Anstrengung einer ehrenamtlichen Arbeit als auch die Möglichkeit, bescheidene Teile des unternehmerischen Ertrags als Sponsoring abzugeben - überwiegend Fehlanzeige. Gefragt sind auch all jene, die sich unter anderem in der Ära Kleofas” alle zwei Wochen im VIP-Zelt einfanden und die Zeit in der Regionalliga genossen.
Man kann also gespannt sein auf die neuen Kandidaten für das neue Präsidium, das hoffentlich gewählt wird. Wir Journalisten sollten immer möglichst distanziert und objektiv berichten. Was bei dieser Forderung immer vergessen wird: auch Journalisten sind nur Menschen mit mehr Sympathie oder weniger.
Mit dem Blick an die Parkallee gibt es neben dem sportlichen Endspurt, der hoffentlich im Verbleib in der Regionalliga über die Ziellinie geht, auch positive Ansätze um die Ausgestaltung des AKS. Die Bauarbeiten gehen weiter, versichert Landrat Matthias Jendricke im Gespräch mit der nnz. Neben dem Fußball kann das Areal bestens für andere sportliche Events genutzt werden. Noch vor dem Sommer soll mit dem Einbau der Sitzschalen auf der Tribüne begonnen werden. Warum es innen nicht weitergeht, ist erklärbar: Ein unterlegener Bieter hat im Zuge des Vergabeverfahrens Klage gegen die Entscheidung eingelegt. Das Verfahren liegt jetzt bei der Vergabekammer des Landesverwaltungsamtes. Bis dort nicht entschieden ist, ruhen diese Arbeiten.
Zu guter Letzt zum Thema Geld: Geld für die noch anstehenden Arbeiten sei vorhanden, so der Landrat. Den Landkreis habe der nun schon mehrere Jahre währende Bau nichts gekostet. Gebaut und saniert worden sei ausschließlich mit Fördermitteln und mit Bedarfszuweisungen.
Zu aller Letzt eine persönliche Anmerkung: Mit der FSG Salza und dem FSV Wacker gibt es in Nordhausen zwei Vereine mit geballter Tradition. Wacker wird vermutlich nicht absteigen, Salza marschiert hingegen in Richtung Landesklasse. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass es mittelfristig sowohl sportlich als auch wirtschaftlich klug wäre, einen gemeinsamen Weg zu gehen, der in der Thüringenliga beginnen muss. Mehr wird die Region wirtschaftlich nicht hergeben können. Was bleibt, ist zum Beispiel die Vorfreude auf die Nordthüringer Derbys - und da könnte es durchaus auch wieder gegen die Vorstadt” aus dem Nachbarlandkreis gehen. Wenn das kein Ausblick ist… Peter-Stefan Greiner, ganz privat
Update: Wie der Verein soeben bekannt gegeben hat, wird Wacker-Präsident Torsten Klaus nicht zur Wiederwahl antreten. Details dazu finden sich hier.
Nachdem das "Experiment Klaus" kläglich gescheitert ist, nur das muss diesen Typ mal jemand sagen das er nicht das Zeug hat für diesen Posten, denn ich glaube er selber merkt das nicht ,dass das eine Nummer zu groß ist für ihn. Die Stadt müsste auch einmal ein Machtwort sprechen, die steckt eine Menge Geld in ein Stadion bzw Tribüne rein und das für eine "Handvoll "Zuschauer die noch Interesse haben sich das Trauerspiel anzuschauen.
Die Hoffnung Wacker 90 Nordhausen hat einen Ansatz
Was Herr Greiner hier schreibt, hat mehr als eine Hoffnung, denn die Infrastruktur ist modern, der Verein und Vorstand, kann es nicht beurteilen, aber im Ansatz kann man mal ansetzen für Wacker 90 Nordhausen: Ein wackeres Wir – Wo Talent wächst und Gemeinschaft trägt. Darin steckt Zukunft, wenn es keine besseren Lösungen gibt. Im Grunde, laut Artikel wohl einer der zielführenderen, aber nur vorsichtig angemerkt...
In Zeiten vieler Worte fällt es schwer, bei der Berichterstattung über den FSV Wacker Nordhausen noch die Verhältnisse klar zu sehen. Der jüngste Beitrag des NNZ zeichnet ein sehr einseitiges Bild.
Ja, die letzten Jahre waren hart. Trainer kamen und gingen, es gab Ärger mit den Ultras, und zwei wichtige Figuren wie Phillip Hoinkis und Phillip Seeland haben den Verein verlassen. Das ist kein Grund zur Freude. Aber diese Probleme allein der aktuellen Führung anzulasten und die vielen Jahre davor fast auszublenden, wird der Realität nicht gerecht. Die berühmten Altlasten sind nicht erst seit gestern da.
Besonders auffällig ist der süffisante Ton, wenn es um eine mögliche erneute Kandidatur von Torsten Klaus geht. Man spürt die alte Abneigung deutlich. Gleichzeitig wird mehr Einigkeit und Verein beschworen. Das passt nicht zusammen. Wer jahrelang gegen eine Person und ihre Unterstützer Stimmung macht, kann hinterher nicht glaubwürdig mehr Zusammenhalt einfordern.
Im Wort Verein steckt Verantwortung – für alle. Nicht nur für die, die gerade am Ruder sind. Wer immer nur kritisiert, aber selbst kein Ehrenamt übernimmt, kein Geld gibt oder keine konstruktive Arbeit leistet, sollte sich fragen, welchen Beitrag er eigentlich selbst leistet. Das gilt für Unternehmer, ehemalige VIP-Gäste der Ära Kleofass und alle anderen Schönwettersportler gleichermaßen.
Positiv zu sehen sind die Baufortschritte am AKS und die Aussagen des Landrats. Hier bewegt sich etwas. Auch der Gedanke einer engeren Zusammenarbeit mit der FSG Salza bleibt richtig – sportlich und wirtschaftlich wäre das für Nordthüringen der vernünftigste Weg.
Wacker braucht jetzt keine weiteren öffentlichen Abrechnungen. Der Verein braucht Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihn stabil durch die schwere Zeit zu bringen. Egal ob mit Torsten Klaus oder ohne. Hauptsache, es geht endlich wieder um den Verein und nicht um alte Rechnungen.