Di, 11:39 Uhr
28.04.2009
nnz-doku: Das Leben eines Baches
Im Rahmen der jüngsten öffentlichen Sitzung des Görsbacher Gemeinderates wurde von zwei Schülern der Grundschule Görsbach aus der 4. Klasse die Entstehung eines Baches geschildert. Hier die Geschichten der Schüler im Rahmen der nnz-doku-Reihe.
Die Schüler Max Zimmermann und Benedikt Genßler leiteten damit die Vorstellung des Projektes Revitalisierung des Görsbach und Verbesserung des Hochwasserschutz ein.
Das Leben eines Baches
Leise sprudelnd erblickt ein Bächlein als kleine schattige Quelle das Licht der Welt. Kaum jemand nimmt Notiz von ihm. Er ist noch zu klein und führt zu wenig Wasser, um für eine Nutzung interessant zu sein. Auch ist er zu abgelegen in der kleinen Quellnische am steilen Hang, um touristisch attraktiv sein zu können. Also rieselt er in einer ganz seichten Rinne bergab, verschwindet mal unter den Steinen des Hangschutts, tränkt das eine oder andere Moospolster und wird ab und zu besucht von durstigen Insekten und so manchem Vogel und anderem Getier.
Allmählich wird das Relief bewegter, das Bächlein bekommt Zuwachs durch andere Quellgerinne. Vereint und schon als richtiger kleiner Bach tritt er stolz heraus aus dem Schatten des Waldes. Das Gefälle wird nun geringer, die flachen Hänge werden als Wiesen genutzt. Er nimmt noch ein paar Eschen und Erlen an seinem Ufer mit. Aber nur ein Stück weit, denn die Bäume stören bei der Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen und am Holz hat niemand mehr großes Interesse.
Der schützenden Gehölze und Stauden beraubt, kommt er nun in den Bereich der intensiven Landwirtschaft. Dort bekommt er erst einmal ein ordentliches, gerades Bett mit einer befestigten Sohle, einer gleichmäßigen Böschung mit Graswuchs, die zweimal jährlich gemäht wird, ein großes Trapezprofil und ein paar vereinzelte Bäume und Sträucher an der Böschungskante, damit man von weitem sieht, dass hier einmal ein richtiger Bach war.
Ah und zu bekommt er gehörige Portionen Gülle und Dünger ab. Seine Ufer brechen unter der schweren Last der Schlepperräder ab und werden mit großen Steinen, Ziegeln, Bauschutt oder mit einer alten Treppenstufe notdürftig wieder befestigt. Auf kleinen Strecken wird er durch Rohre geleitet, etwa dort, wo ein Feldweg quert. Der Bach hat schon eine ordentliche Wasserführung, denn in den angrenzenden Feldern wurde Drainage verlegt. Das Wasser des Baches plätschert weiter über Beton. Bauschuttreste, Getränkedosen, Autoräder, Flaschen und Möbel. Mancher Fisch hat es noch bis hierher geschafft, doch nun kommt eine menschliche Bebauung.
Gleich nach dem ersten Haus sickert streng riechende Jauche zwischen dichtem Brennesselgestrüpp in den Bach. Spätestens hier hat der Bach seine Unschuld vollends verloren. Dann fällt er über einen hohen Absturz in ein tiefes künstlich gegrabenes Gerinne, dessen Sohle und unterer Böschungsbereich massiv und ordentlich befestigt ist, die Böschung ist jetzt eine senkrechte Ufermauer. Und es geht weiter, dort die Zuleitung des Straßenabwassers, da der Überlauf zur Entlastung der Kanalisation, dort sogenannte Fehlanschlüsse und dann kommt noch der Ablauf der veralteten Kläranlage mit bleierner Farbe.
Ein Abwassergerinne - das Wasser des kleinen Baches ist dunkel und übelriechend. Für den Rest des Laufes wird der ehemalige kleine Bach in ein großdimensioniertes Betonrohr mit gleichmäßigem Gefälle geleitet. Unmittelbar vor der Mündung in seinen großen Bruder darf er wieder ans Tageslicht. Was wird das Wasser des kleinen Baches noch erleben bis es schließlich in das Meer gelangt?
Bürgermeister Siegfried Junker bedankt sich bei den Schülern für den sehr gut vorgetragenen Beitrag und versprach - wie angekündigt - die Schüler mit ihren Lehrern weiterhin mit in die Öffentlichkeitsarbeit einzubeziehen.
Autor: nnzDie Schüler Max Zimmermann und Benedikt Genßler leiteten damit die Vorstellung des Projektes Revitalisierung des Görsbach und Verbesserung des Hochwasserschutz ein.
Das Leben eines Baches
Leise sprudelnd erblickt ein Bächlein als kleine schattige Quelle das Licht der Welt. Kaum jemand nimmt Notiz von ihm. Er ist noch zu klein und führt zu wenig Wasser, um für eine Nutzung interessant zu sein. Auch ist er zu abgelegen in der kleinen Quellnische am steilen Hang, um touristisch attraktiv sein zu können. Also rieselt er in einer ganz seichten Rinne bergab, verschwindet mal unter den Steinen des Hangschutts, tränkt das eine oder andere Moospolster und wird ab und zu besucht von durstigen Insekten und so manchem Vogel und anderem Getier.
Allmählich wird das Relief bewegter, das Bächlein bekommt Zuwachs durch andere Quellgerinne. Vereint und schon als richtiger kleiner Bach tritt er stolz heraus aus dem Schatten des Waldes. Das Gefälle wird nun geringer, die flachen Hänge werden als Wiesen genutzt. Er nimmt noch ein paar Eschen und Erlen an seinem Ufer mit. Aber nur ein Stück weit, denn die Bäume stören bei der Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen und am Holz hat niemand mehr großes Interesse.
Der schützenden Gehölze und Stauden beraubt, kommt er nun in den Bereich der intensiven Landwirtschaft. Dort bekommt er erst einmal ein ordentliches, gerades Bett mit einer befestigten Sohle, einer gleichmäßigen Böschung mit Graswuchs, die zweimal jährlich gemäht wird, ein großes Trapezprofil und ein paar vereinzelte Bäume und Sträucher an der Böschungskante, damit man von weitem sieht, dass hier einmal ein richtiger Bach war.
Ah und zu bekommt er gehörige Portionen Gülle und Dünger ab. Seine Ufer brechen unter der schweren Last der Schlepperräder ab und werden mit großen Steinen, Ziegeln, Bauschutt oder mit einer alten Treppenstufe notdürftig wieder befestigt. Auf kleinen Strecken wird er durch Rohre geleitet, etwa dort, wo ein Feldweg quert. Der Bach hat schon eine ordentliche Wasserführung, denn in den angrenzenden Feldern wurde Drainage verlegt. Das Wasser des Baches plätschert weiter über Beton. Bauschuttreste, Getränkedosen, Autoräder, Flaschen und Möbel. Mancher Fisch hat es noch bis hierher geschafft, doch nun kommt eine menschliche Bebauung.
Gleich nach dem ersten Haus sickert streng riechende Jauche zwischen dichtem Brennesselgestrüpp in den Bach. Spätestens hier hat der Bach seine Unschuld vollends verloren. Dann fällt er über einen hohen Absturz in ein tiefes künstlich gegrabenes Gerinne, dessen Sohle und unterer Böschungsbereich massiv und ordentlich befestigt ist, die Böschung ist jetzt eine senkrechte Ufermauer. Und es geht weiter, dort die Zuleitung des Straßenabwassers, da der Überlauf zur Entlastung der Kanalisation, dort sogenannte Fehlanschlüsse und dann kommt noch der Ablauf der veralteten Kläranlage mit bleierner Farbe.
Ein Abwassergerinne - das Wasser des kleinen Baches ist dunkel und übelriechend. Für den Rest des Laufes wird der ehemalige kleine Bach in ein großdimensioniertes Betonrohr mit gleichmäßigem Gefälle geleitet. Unmittelbar vor der Mündung in seinen großen Bruder darf er wieder ans Tageslicht. Was wird das Wasser des kleinen Baches noch erleben bis es schließlich in das Meer gelangt?
Bürgermeister Siegfried Junker bedankt sich bei den Schülern für den sehr gut vorgetragenen Beitrag und versprach - wie angekündigt - die Schüler mit ihren Lehrern weiterhin mit in die Öffentlichkeitsarbeit einzubeziehen.


