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Di, 12:19 Uhr
28.04.2009

nnz-Forum: Wappentiere und die liebe Macht

„Mein Beitrag im nnz Forum vom 25. April zur Machtarroganz der Parteien hat ein sehr unterschiedliches Echo in den Kommentaren hervorgerufen.“ So beginnt ein Forumsbeitrag von Klaus-Uwe Koch und wir wollen Ihnen auch den „Rest“ nicht vorenthalten...


Das war auch mein Ziel und dafür danke ich allen, die sich mit Engagement und Grips über Sachargumente öffentlich auseinanderzusetzen wagen. Auch dem „Schnuffi“ gilt Hochachtung. Jedoch hier meine klare Antwort an ihn: „Chance gehabt – leider nichts begriffen.“ Wir können uns im Wahlkampf alle möglichen Glashaussprüche und Bibelzitate um die Ohren hauen. Wer aber davon ausgeht, dass nur derjenige, der selber eine weiße Weste hat, andre kritisieren darf, spricht den Totschlagsargumenten das Wort. Und die weisen immer auf eindeutige Interessen hin.

Es geht mir um die Arroganz der Macht, um die Art und Weise, wie mit uns Bürgern in diesem Lande legal oder illegal verfahren wird. Da ist vieles absolut nicht in Ordnung. Jeder kennt die Missstände, die dabei von der politischen Klasse produziert werden. Viele aus eigener leidiger Erfahrung. Und meines Erachtens gehören die auf den Tisch der öffentlichen Auseinandersetzung. Hier dient die nnz als Bühne des demokratischen Streits.

Genau diese Art von Zivilcourage ist es auch, die Herr von Westphalen, der Rechtsprofessor, der die Landes-CDU anzeigte, bewegt hat. Mag man von den Eichsfelder Freien Wählern halten, was man will, die Einstellung zur Demokratie ist entscheidend. Und es ist exemplarisch, wie die allein regierende Thüringer CDU darauf reagiert - sie ignoriert es einfach, sitzt es aus, wie sie viele Konflikte aussitzt.

Wenn Sie einem Mitglied des Kreisvorstandes der FDP Nordhausen eine Mail schreiben wollen, landen Sie garantiert nicht auf einer Dienstadresse eines Herrn oder einer Frau Thiel im Nordhäuser Landratsamt. Aber schauen Sie mal auf die CDU-Seite. Wenn Sie am Abend auf der Autobahn mit ihrem 2,5 Tonnen BMW von einer leichten Windböe erfasst werden, die massive Leitplanke glatt durchschlagen und dabei einen schweren Unfall mit Totalschaden und Verletzungen bauen, so wird Sie die Thüringer Polizei sicher nicht wie manchen regierenden Thüringer Politiker vorsorglich nach Hause fahren, damit Sie - aus welchen Gründen auch immer - erst am nächsten Morgen im Krankenhaus vorstellig werden.

Ich habe auch meine Fehler, genügend große sogar. Aber nur, weil ich z. B. viel zu dick bin und mein Gewicht nicht in den Griff bekomme, lasse ich mir nicht das Maul verbieten, gegen Trash- bzw. Fastfood und für gesunde, ökologisch produzierte Ernährung zu sprechen. Auch, dass in meinem nnz-Beitrag zur Arroganz der Großen nicht von den Grünen, der FDP oder den diversen Wählerbündnissen die Rede war, hat sicher seine Ursachen, bedeutet aber nicht, dass diese ohne Fehl und Tadel sind.

Ich habe Patrick Kurth, Generalsekretär der FDP Thüringen, auf die problematische Verwendung des Thüringer Wappens im Internetauftritt der Landespartei hingewiesen und werde das auch gegenüber anderen tun. Herr Professor von Westphalen hingegen ermahnt seit Jahren wiederholt die Landes-CDU (vergl.: http://www.fw-eichsfeld.de/presse/berliner-tagesspiegel/). Wir werden sehen, wie unterschiedliche Parteien sehr verschieden auf berechtigte Hinweise von Bürgern reagieren können.
Klaus-Uwe Koch, ein Liberaler aus Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
ein.nordhaeuser
28.04.2009, 16:10 Uhr
Machtarroganz
Werter Herr Koch,
Ihr Artikel in der gestrigen Ausgabe war schon nicht so berauschend. Polarisieren auf Kosten anderer sollte einem Liberalen fremd sein. Dem steht schon allein die Bedeutung „Liberal“ entgegen.
Ihr Kommentar heute ist noch ein Schritt weiter zurück.

Sie wurden erwischt und nun rechtfertigen Sie wieder. Ihre Aussage „Es geht mir um die Arroganz der Macht, um die Art und Weise, wie mit uns Bürgern in diesem Lande legal oder illegal verfahren wird.“ zweifle ich an.

Die FDP hat ebenfalls mit Politikern aus den eigenen Reihen die Erfahrung machen müssen, was Arroganz der Macht bedeutet.

Hier jetzt mit dem Finger auf die anderen Parteien zu zeigen und den Dreck vor deren Türen aufzuzeigen, sollten Sie ,Herr Koch, den Besen nehmen und vor der eigenen Tür kehren. Nur dann können Sie für sich das Recht beanspruchen, von „uns Bürgern in diesem Lande“ zu sprechen. Sie sprechen jedenfalls nicht für mich, und ich bin Bürger dieses Landes.

Erfahrungsgemäß hat jede Partei ihr Eigenes Wählerklientel und diese Klientel wählt auch die Partei ihres Vertrauens. Die Vergangenheit der freiheitlich demokratischen Grundordnung hat aber eins gezeigt, keine Partei hat jemals die Interessen des gesamten „Volkes“ befriedigt. Das geht nicht und ist auch gut so. Das macht Demokratie aus.
Auch ich habe eine Partei, der mein Vertrauen gehört und nicht jede Entscheidung dieser gefällt mir. Aber auch das gehört zur Demokratie.

Was die Unfallfahrt des 2,5 Tonnen BMW und deren Insassen betrifft, nun da habe auch ich so meine Probleme. Aber so ist das mit den „Ministern“ jeglicher Parteien, egal ob CDU oder SPD oder, oder, oder. Das, Herr Koch, werden auch Sie nicht ändern. Das gehört wieder zur Arroganz der Macht, von der auch die FDP lebt.

Übrigens, unter Zivilcourage sehe ich etwas anderes, als eine Anzeige wegen Wappenmissbrauch.

Ich wünsche mir für Nordhausen eine bessere Qualität des Wahlkampfes der Parteien. Da sollten Inhalte und Taten zählen und keine Phrasendrescherei, wie Sie es zurzeit tun.
Albert
28.04.2009, 17:57 Uhr
Wer keine Fehler macht ...
„Wer nichts macht, macht keine Fehler. Wer keine Fehler macht, wird gelobt und befördert.“

Herr Koch hat aus meiner Sicht einen Fehler gemacht. Er tat dies unter Klarnamen. Wenn manche Kommentatoren fast jeden, der offen sagt, wer er ist, persönlich angehen, so machen sie aus meiner Sicht die nnz unattraktiver. Einerseits finde ich persönliche Attacken primitiv und ich hoffe sehr, dass sich noch nie ein Schreiber in der nnz persönlich von mir angegriffen gefühlt hat.

Andererseits werden die engagierten Artikelschreiber irgendwann keinen Bock mehr haben. Doch damit ginge der nnz etwas verloren, worauf sie m. E. schwerer verzichten kann als auf spießige Kommentatoren.

Natürlich gibt es auch Artikel, die auch ich ziemlich besch… finde. Doch dann schreibe ich dazu keinen spöttischen Kommentar über den Autor, sondern ich lese einfach nicht weiter. Ein Klick genügt. Alle sind zum Nachmachen eingeladen.
eccehomo
28.04.2009, 20:24 Uhr
Herr Koch und die Zeit
Sehr geehrter Herr Koch,

meinen Respekt! Was Sie an Kommentaren und Beiträgen abliefern, ist (quantitativ) phänomenal.

Ich beneide Sie um die Zeit, die sie dafür aufwenden können. Ich bin alleinerziehende Mutter, kann deshalb aktuell nicht arbeiten gehen und trotzdem reicht die Zeit hinten und vorne nicht.

Falls Sie arbeiten, verraten Sie mir doch bitte unbedingt, wo man soviel Freiräume bekommt, sich auch tagsüber derart umfangreich essayistisch zu verwirklichen.
brazil
28.04.2009, 21:44 Uhr
lebenslanges Lernen
Ich persönlich bin begeistert von der Aufklärung, die mir "ein.norhäuser" hat zuteil werden lassen.
Ehrlich gesagt fehlte es mir bislang an den zwei einschneidenden Erkenntnissen, was Demokratie eigentlich bedeutet.

Vielleicht sollte man das mal zu Wikipedia schicken?

Demokratie ist nach "ein.nordhäuser", wenn:

"keine Partei jemals die Interessen des gesamten „Volkes“ befriedigt hat.

Aha. Also das ist Demokratie.

Und es ist nach "ein.nordhäuser" auch Demokratie, wenn Minister aller Parteien unter Vollstom legal durch die Gegend brettern können. Oder so.

So! Das ist Demokratie.

Also spätestens beim letzten Lehrsatz hätte ich schon irgendwie Einspruch einlegen wollen, aber was soll`s - hab` ja die Antwort von "ein.nordhäuser" auch gleich wieder mitbekommen:

ein.nordhäuser meint nämlich:

Aber so ist das mit den „Ministern“ jeglicher Parteien, egal ob CDU oder SPD oder, oder, oder.


Und nun noch ein kleiner Epilog:

Jetzt mal in Echt - habe ich irgendwas verpasst? Oder irgend einen Minister? Ist das wirklich so? Machen die das echt alle?

Irgendwiekannichmirdasüberhauptnichtvorstellen,
Irgendwiewillichmirdasüberhauptnichtvorstellen :-)

Aber dafür ist das lebenslange Lernen ja wohl gedacht.

Und wenn der letzte Satz stimmt, dann wünsche ich mir einen Wahlkampf ohne Minister. Der Verkehrssicherheit zu liebe :-)
denk-mal
28.04.2009, 22:44 Uhr
Heraldik ?
Es ist nicht unbedingt sehr befruchtend, wenn man an statt den inhalt des artikels zu beleuchten, gleich auf den verfasser los geht. gestatten sie mir einfach mal nur anzumerken, dass dieser stil nicht von streit kultur zeugt.

es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das richtige thüringer wappen eigentlich sieben silberne sterne auf einem roten grund war. (zwei sterne in der oberen reihe, drei in der mitleren reihe und zwei in der unteren reihe)diese sieben sterne versinnbildlichten den zusammenschluss der sieben thüringischen staaten:sachsen-weimar, sachsen- meiningen, sachsen-altenburg, sachsen -gotha,schwarzburg-sondershausen, schwarzburg- rudolstadt und reuß. erst in den dreßiger jahren kam der löwe ins spiel, warum ist mir nicht bekannt. es ist also eigentlich im heraldischem sinne, eh nicht das richtige wappen.

aber es ist natürlich richtig, dass das von den politikern nach der wende eingerichtete wappen, nun das gültige ist und sicherlich auch bleiben wird, deren verwendung eben auch nicht jedem und allen gestattet werden sollte, sei es zu vorteilsgewinnung oder wie auch immer. es besteht die gefahr des inflationären ansehens eines solchen symbols.

mit einem schmunzeln und einem lächeln, möchte ich jetzt anmerken, vielleicht ändert herr rammelow ja das wappen noch mal, wenn er ministerpräsident geworden ist, denn das alte mit den sieben sternen, wirkt auf jeden fall durch den roten hintergrund deutlich sozialistischer.

wie immer kommas bitte ich, nach eigenem verlangen einzusetzen oder weg zulassen)
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