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Mi, 08:48 Uhr
24.06.2009

Die Nummer 12

Wenn der Künstler Horst Peter Meyer am Samstagvormittag seine Ausstellung „Verständnis der Nacht“ in der „Dichterstätte“ vorgestellt hat, kommt mit seiner Lyrik Ron Winkler, Jahrgang 1973, zu Wort. Er stammt aus Jena, studierte dort Germanistik und Geschichte. Ein lyrischer Vorgeschmack in der nnz von Heidelore Kneffel...


Winter (Foto: Kneffel) Winter (Foto: Kneffel) Als Abschluss erschien eine Monographie zu dem Dichter Durs Grünbein. Winkler lebt in Berlin als freier Lyriker, Übersetzer, Essayist und Herausgeber. Seine Texte erscheinen in Zeitschriften, Anthologien, im Internet und als Einzelbände. Letztere tragen die Titel „Morphosen“, „vereinzelt Passanten“, „Fragmentierte Gewässer“. Er erhielt mehrere Arbeitsstipendien, z. B. 2000 und 2004 des Freistaates Thüringen und 2008 eines der Akademie der Künste im Alfred-Döblin-Haus in Wewelsfleth. Man verlieh ihm für seine Gedichte den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt und den Mondseer Lyrikpreis. Als Herausgeber zeichnet er u. a. für „Schwerkraft. Junge amerikanische Lyrik“ und „Neubuch. Neue Lyrik.“, verantwortlich, das bedeutet, er kümmert sich auch um die Dichtung anderer.

Wie es Sitte ist zu den Diskursen, wird der Lesende von einem Literaturkenner vorgestellt. Dieses Mal kommt er aus Halle, heißt Karl Robert Straube, ist Jahrgang 1979, gebürtig aus Dresden. Er studierte Deutsche Philologie / Germanistik, Geschichte und Sozialwissen-schaften in Göttingen, Wien und Halle und schloss mit einer Arbeit zur „Landschaft bei Wulf Kirsten, Heinz Czechowski und Kito Lorenc“ in der Germanistischen Literaturwissenschaft ab.

Derzeit bereitet er sich an der Universität Halle auf eine Dissertation zum Thema „Ästhetische und politische Dimensionen von Landschaft in der Literatur der DDR“ vor. Er beschäftigt sich intensiv mit der deutschen Lyrik seit 1945 und wird davon auch Kunde tun in bezug auf Ron Winkler.

Am 2. Diskursetag, Sonntag, dem 28. Juni, wieder ab 10.00 Uhr, steht der russische Dichter Sergej Alexandrowitsch Jessenin im Mittelpunkt. Die Lesung wurde von Heidelore Kneffel zusammengestellt und wird von Karin Kisker und ihr vorgetragen.

Mierau (Foto: Kneffel) Mierau (Foto: Kneffel) Fritz Mierau, 1934 in Breslau geboren, ist freiberuflich von Berlin aus als Slawist, Literaturwissenschaftler, Übersetzer, Essayist und Herausgeber tätig und sprach in Limlingerode bereits über Anna Achmatowa, Alexander Blok und Ossip Mandelstam in so überzeugender Form, dass er in der „Dichterstätte“ als exzellenter Kenner der russischen Dichter-Avantgarde geschätzt wird.

Sergej Jessenin (1895-1925), der sich selbst als letzten Dichter des russischen Dorfes bezeichnete, schreibt in seinem autobiographischen Text: Geboren bin ich ... im Dorf Konstantinowo ... Kreis Rjasan ... Mit zwei Jahren gab man mich in Pflege zu meinem ziemlich wohlhabenden Großvater mütterlicherseits ... meine Onkel waren ausgelassene und rohe Gesellen. Von ihnen lernt er ohne großes Federlesen das Reiten, Schwimmen, Klettern. Unter den Kindern war ich stets Rädelsführer und großer Raufbold.

Bereits mit neun Jahren schrieb er erste Gedichte, eine bewusste Arbeit wurde es, als er siebzehn war. Sein bewegtes Leben in den Kriegs- und Revolutionszeiten ist von mehreren Brüchen gekennzeichnet. Das Dichten war sein Lebensmittelpunkt, den er sonst nicht fand. In den Revolutionsjahren stand ich ganz auf Seiten des Oktober, sah aber alles auf eigene Art: vom bäuerlichen Standpunkt. Diese Bejahung änderte sich aber. Jessenin ging in einem Hotelzimmer in Leningrad in den Freitod, man fand den 30jährigen am 28. Dezember 1925 erhängt.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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