Di, 12:52 Uhr
22.09.2009
Ende der Krise in Sicht
Es geht langsam wieder aufwärts. Auftragsbücher füllen sich, die Produktion wird schrittweise hochgefahren und die Kapazität stärker ausgelastet. In den rund 1.000 befragten Unternehmen Nord- und Mittelthüringens mehren sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung, die über eine reine Stimmungsverbesserung hinausgehen...
Der Klimaindex, der die aktuelle Situation sowie die Erwartungen und Pläne für die nächsten Monate beschreibt, schnellt ganze 22 Punkte nach oben und erreicht wieder 93 von 200 möglichen Prozentpunkten. Dem schwerkranken Patienten ‚Konjunktur’ geht es wieder besser, er hat die Intensivstation verlassen. Lebenserhaltende Maßnahmen in Form der Hilfspakete haben ihre Wirkung entfaltet, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die aktuellen Ergebnisse zusammen. Ein Rückfall dürfe jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Noch seien die Risiken zu groß, die der angeschlagenen Konjunktur erneut schaden könnten. Nach wie vor kämpften die Betriebe mit den Auswirkungen der rasanten Umsatzeinbrüche und daraus resultierenden Liquiditätsschwierigkeiten. Jeder dritte Manager klage derzeit noch über schlecht laufende Geschäfte und arbeite im Verlustbereich.
Weitaus hoffnungsvoller fällt aber der Blick auf die kommenden Monate aus, so Grusser. Die Anzahl der Pessimisten sei um die Hälfte von 42 auf 21 Prozent gesunken, Auftragseingänge den zweiten Monat in Folge ge-stiegen und so manche Investition aus der Schublade geholt worden. 27 Prozent der Befragten fahre inzwischen wieder Gewinne ein. Durch konsequente Kostensenkung und dank verbesserter Kurzarbeiterregelung haben die Unternehmer bisher die Arbeitsplätze weitgehend erhalten können, berichtet der IHK-Chef.
Inwieweit dies auch in den nächsten Monaten gelinge, sei momentan aber nur schwer vorauszusagen. Noch befürchte jeder Vierte, um einen Stellenabbau nicht umhin zu kommen. Das ist schon ein Lichtblick gegenüber unserer Frühjahrsumfrage. Da plante noch jeder Dritte, den Rotstift bei der Beschäftigung anzusetzen.
Vor allem die Daten aus der Industrie würden Anlass zu Optimismus geben. Auftragseingänge und Kapazitätsauslastung hätten sich spürbar verbessert und das Auslandsgeschäft wieder Fahrt aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Manager rechne inzwischen mit einer Zunahme des Exportvolumens im vierten Quartal. Gleichwohl würden auch in der Industrie die Erwartungen für die kommenden Wochen weitaus positiver ausfallen, als die Einschätzung der gegenwärtigen geschäftlichen Situation. Nur jeder zehnte Unternehmer zeigt sich mit seiner aktuellen wirtschaftlichen Lage zufrieden, bei jedem zweiten läuft es dagegen schlecht, konstatiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Erfreulicher wäre der Blick auf die nächsten Monate. 25 Prozent der Befragten gingen auch hier von einer günstigeren Entwicklung aus. Positive Impulse kämen auch aus dem Baugewerbe. Dank der aufgelegten Konjunkturprogramme drehten sich die Kräne auf den Baustellen wieder schneller. So würden 26 Prozent der Unternehmer ihre Geschäftslage mit gut beurteilen, 57 Prozent lasteten ihre Kapazitäten voll aus und 83 Prozent arbeiteten sogar mit Gewinn oder zumindest kostendeckend.
Auch ein Drittel der Einzelhändler und Gastronomen berichteten von florierenden Geschäften. Der private Konsum stemmt sich immer noch recht robust gegen die Wirtschaftskrise. Hilfreich ist dabei nicht zuletzt die niedrige Inflationsrate. Aber auch die bislang gute Verfassung des Arbeitsmarktes hat das Vertrauen der Bürger gestärkt und den privaten Verbrauch stabilisiert, stellt Grusser fest. Für 24 Prozent der Befragten habe sich die Ertragslage verbessert.
Dennoch bleibe die finanzielle Situation für zahlreiche Firmenchefs angespannt. Lediglich Teile des Kfz-Gewerbes hätten kurzfristig von der Abwrackprämie profitiert und ihre Einnahmen steigern können.Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: Das Schlimmste scheint überstanden. Die Signale für eine Erholung der Wirtschaft mehren sich. Ob daraus ein nachhaltiger Aufschwung wird, hängt nun stark vom Geschick der neuen Bundesregierung ab. Noch wirkt bei vielen Unternehmern der Krisenschock stark nach, sodass schon kleine Erschütterungen in Form von Finanzierungsengpässen und steigender Arbeitslosigkeit reichen könnten, um die Aufwärtstendenz wieder zu stoppen.
Es gilt jetzt, alle Wachstumskräfte im Inland zu mobilisieren: mit Investitionen in Forschung und Bildung, weniger regulierten Dienstleistungen und Reformen im Steuer- und Sozialsystem.
Autor: nnz/knDer Klimaindex, der die aktuelle Situation sowie die Erwartungen und Pläne für die nächsten Monate beschreibt, schnellt ganze 22 Punkte nach oben und erreicht wieder 93 von 200 möglichen Prozentpunkten. Dem schwerkranken Patienten ‚Konjunktur’ geht es wieder besser, er hat die Intensivstation verlassen. Lebenserhaltende Maßnahmen in Form der Hilfspakete haben ihre Wirkung entfaltet, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die aktuellen Ergebnisse zusammen. Ein Rückfall dürfe jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Noch seien die Risiken zu groß, die der angeschlagenen Konjunktur erneut schaden könnten. Nach wie vor kämpften die Betriebe mit den Auswirkungen der rasanten Umsatzeinbrüche und daraus resultierenden Liquiditätsschwierigkeiten. Jeder dritte Manager klage derzeit noch über schlecht laufende Geschäfte und arbeite im Verlustbereich.
Weitaus hoffnungsvoller fällt aber der Blick auf die kommenden Monate aus, so Grusser. Die Anzahl der Pessimisten sei um die Hälfte von 42 auf 21 Prozent gesunken, Auftragseingänge den zweiten Monat in Folge ge-stiegen und so manche Investition aus der Schublade geholt worden. 27 Prozent der Befragten fahre inzwischen wieder Gewinne ein. Durch konsequente Kostensenkung und dank verbesserter Kurzarbeiterregelung haben die Unternehmer bisher die Arbeitsplätze weitgehend erhalten können, berichtet der IHK-Chef.
Inwieweit dies auch in den nächsten Monaten gelinge, sei momentan aber nur schwer vorauszusagen. Noch befürchte jeder Vierte, um einen Stellenabbau nicht umhin zu kommen. Das ist schon ein Lichtblick gegenüber unserer Frühjahrsumfrage. Da plante noch jeder Dritte, den Rotstift bei der Beschäftigung anzusetzen.
Vor allem die Daten aus der Industrie würden Anlass zu Optimismus geben. Auftragseingänge und Kapazitätsauslastung hätten sich spürbar verbessert und das Auslandsgeschäft wieder Fahrt aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Manager rechne inzwischen mit einer Zunahme des Exportvolumens im vierten Quartal. Gleichwohl würden auch in der Industrie die Erwartungen für die kommenden Wochen weitaus positiver ausfallen, als die Einschätzung der gegenwärtigen geschäftlichen Situation. Nur jeder zehnte Unternehmer zeigt sich mit seiner aktuellen wirtschaftlichen Lage zufrieden, bei jedem zweiten läuft es dagegen schlecht, konstatiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Erfreulicher wäre der Blick auf die nächsten Monate. 25 Prozent der Befragten gingen auch hier von einer günstigeren Entwicklung aus. Positive Impulse kämen auch aus dem Baugewerbe. Dank der aufgelegten Konjunkturprogramme drehten sich die Kräne auf den Baustellen wieder schneller. So würden 26 Prozent der Unternehmer ihre Geschäftslage mit gut beurteilen, 57 Prozent lasteten ihre Kapazitäten voll aus und 83 Prozent arbeiteten sogar mit Gewinn oder zumindest kostendeckend.
Auch ein Drittel der Einzelhändler und Gastronomen berichteten von florierenden Geschäften. Der private Konsum stemmt sich immer noch recht robust gegen die Wirtschaftskrise. Hilfreich ist dabei nicht zuletzt die niedrige Inflationsrate. Aber auch die bislang gute Verfassung des Arbeitsmarktes hat das Vertrauen der Bürger gestärkt und den privaten Verbrauch stabilisiert, stellt Grusser fest. Für 24 Prozent der Befragten habe sich die Ertragslage verbessert.
Dennoch bleibe die finanzielle Situation für zahlreiche Firmenchefs angespannt. Lediglich Teile des Kfz-Gewerbes hätten kurzfristig von der Abwrackprämie profitiert und ihre Einnahmen steigern können.Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: Das Schlimmste scheint überstanden. Die Signale für eine Erholung der Wirtschaft mehren sich. Ob daraus ein nachhaltiger Aufschwung wird, hängt nun stark vom Geschick der neuen Bundesregierung ab. Noch wirkt bei vielen Unternehmern der Krisenschock stark nach, sodass schon kleine Erschütterungen in Form von Finanzierungsengpässen und steigender Arbeitslosigkeit reichen könnten, um die Aufwärtstendenz wieder zu stoppen.
Es gilt jetzt, alle Wachstumskräfte im Inland zu mobilisieren: mit Investitionen in Forschung und Bildung, weniger regulierten Dienstleistungen und Reformen im Steuer- und Sozialsystem.



