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Do, 07:12 Uhr
24.09.2009

nnz-Forum: Ab 2010 Pech & Schwefel?

Mit der anstehenden Bundestagswahl beschäftigt sich im Forum der nnz ein Leser und blickt dabei über den Nordhäuser Tellerrand hinaus...


Am Sonntag ist es wieder einmal so weit. Wir gehen nun schon zum dritten Mal in diesem Jahr wählen. Diesmal wählen wir vielleicht eine neue Koalition. Das heißt, die Regierung selbst dürfen wir nicht wählen – das machen andere für uns. Man sollte meinen, die Politiker trauen dem Volk nicht zu, sich die eigene Regierung selbst wählen zu können.

Wir wählen also nur einen neuen Bundestag. Dabei ist es aber auch durchaus möglich, dass wir die derzeitige Koalition behalten. Viele SPD-Genossen sprechen sich dafür aus. Sie bangen um ihre Macht, da geht man selbst einen Pakt mit dem Hauptkonkurrenten ein. Die letzten Wahlen haben ja bewiesen, wie man versucht den Wähler für sich zu gewinnen.

Nach den Aussagen einiger Experten bekommen wir eine „schwarz/gelbe“ Regierung. Sollte das eintreffen, dann hat der Sozialstaat Deutschland, so wie wir ihn kennen ausgedient. Jeder kennt die Reden von Herrn Westerwelle und seinen Anhängern.

Die FDP – darauf kann man vertrauen – steht für den neoliberalen Aberglauben an die „Allheilkräfte des Marktes“, also für das kompromisslose Hauen und Stechen der einzelnen Bürger um den Maximalprofit als Garanten für Frieden, Freude, Wohlstand sowie für Privatisierung, „Eigeninitiative“ und „Selbstbestimmung“. Im Stile von Versicherungsdrückern wurde selbst der größte Depp zum mündigen Bürger erklärt. Partei der „Besserverdienenden“ nannten sich die Liberalen selber. Dieses schreibt Thomas Wieczorek sinngemäß über die Partei.

Und genau solche und ähnliche Ansichten vertritt natürlich auch unser Wahlkreiskandidat der FDP, Herr Klaschka. Nachdem er sich vor der „Generation Gold“ (den Rentnern) mit „guten“ Ratschlägen zur privaten Vorsorge in ein harmloses Licht setzen wollte, zeigte er einen Tag später vor Unternehmern, für wen er am liebsten in den Wahlkampf zieht. So soll er vor den Vertretern der örtlichen „Besserverdienenden“ geäußert haben, er würde sich bei den „Leistungserbringern“ wesentlich wohler fühlen, als am Tag zuvor bei den „Leistungsempfängern“!

Ich war beim Rentnertreffen anwesend, und muss sagen, dass Herr Klaschka keine gute Figur dabei gemacht hat. Ich erinnere mich, dass er nicht einmal in der Lage war, Auskunft über Beschlüsse seiner Partei zu geben.

Der Ehre halber muss ich sagen, dass die beiden Herren von der SPD und CDU auch nicht viel überzeugender waren. Sie haben zwar viel erzählt, aber wenig gesagt. Meine Frage, wie denn die Rente mit 67 mit der Zwangsverrentung von ALG-II-Empfängern mit 63 zusammenpasse, wurde nur mit Ablenkungen bzw. gar nicht beantwortet. Den besten Eindruck hinterließen bei mir die Kandidaten von Linkspartei und Grünen.

Ich kann nur jedem raten, wählen zu gehen und genau zu überlegen, bei welcher Partei er sein Kreuz macht. Schließlich entscheidet er damit auch über sein persönliches Schicksal. „Was kann ich mit meiner einzelnen Stimme schon ausrichten?“ Das ist die faule Ausrede derjenigen, die nach jeder Wahl über „die da oben“ schimpfen, die sie/er ja nicht gewählt haben.
Harald Buntfuß
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Totaldemokrat
24.09.2009, 11:52 Uhr
Der Wolf im Schafspelz
Klaschka, Note 6, setzen!
MCKenzie
24.09.2009, 13:14 Uhr
Schwarz/Gelb verhindern
Alle Bürger, die gegen die Auflösung des Sozialstaates sind müssen diesmal wählen gehen. Es geht um unsere Rechte und Errungenschaften, die nicht kaputt gemacht werden dürfen. Zeigen wir den Gelben unsere Rote Karte!
denk-mal
24.09.2009, 14:13 Uhr
sozialstaat retten ?
es ist sicherlich richtig dass herr klaschka nicht immer die glücklichsten texte sagt, aber lieber herr buntfuss, die olle kamelle vom neoliberalismus aus der oldtimer trickkiste und dann noch die dauer nummer den sozialstaat retten zu wollen mit anderen parteien ist auch nicht gerade der sprühend pfiffige einfall.

eben mal in erinnerung gerufen:

wer hat denn eine gesundheitsreform gemacht, wo mediziner nicht mehr motiviert werden, mehr zu machen als unbedingt nötig, weil sie ja ob sie mehr machen oder nicht auch nicht mehr geld verdienen können, also umsonst arbeiten und es deshalb logischer weise lassen.

wer hat denn gesagt, er ist gegen eine merkelsteuererhöhung von zwei prozent und sorgt dann für eine steuererhöhung um drei prozent.
wer hat denn die nummer mit hartz vier eingeführt und die ärmsten noch mehr damit an den rand der gesllschaft geschoben.

wer hat bei seinen politspielchen mit 40 millionen den holzmannkonzern retten wollen, einen konzern der mit seinen dampingbauleistungspreisen hunderte kleine baufirmen in die pleite getrieben hat.

und über so einen schwachsinn, wie die abwrackprämie, die die deutsche autoindustrie retten sollte, reden wir besser nicht. denn nun kaufen wir in den nächsten jahren uns kein neues vehikel und wer rettet dann mit welcher prämie die autoindustrie, denn die produzieren nun ohne bedarf.

pech und schwefel ist mir jedenfalls lieber, als pest und cholera, denn pech und schwefel kann man abwaschen, aber pest und cholera setzt ein bitteres ende, also in diesem sinne gutes wählen.
Willi
24.09.2009, 15:25 Uhr
@MCKenzie
Wählen gehen: JA, Schwarz Gelb verhindern, Warum? Um welche Errungenschaften und Rechte fürchten Sie denn im Falle einer Regierung aus CDU und FDP? Kein anderes Land in Europa gibt mehr Geld für soziale Zwecke aus als Deutschland!

Es gibt eine Menge Leute, die lachen sich doch über diejenigen kaputt, die sich Tag für Tag Frühs um 06.00 Uhr oder noch früher aus dem Bett quälen und zur Arbeit gehen. Auch damit muss Schluss sein, dafür sind mir meine Steuergelder zu schade!
heringer
24.09.2009, 17:36 Uhr
Gefahr Scwarz/Gelb
Schwarz/Gelb =Gefahr
Diese Farbkombination kennzeichnet im täglichen Leben Stellen der Gefahr, also nicht gut.

Den Sozialstaat kann wohl keiner mehr retten , denn schon im Vorfeld wurde über Löcher im Haushalt debattiert oder schon vergessen was da am Sonntag bekannt wurde von gewohnten Dingen verabschieden und alles auf den Prüfstand und die es sagten waren Mitglieder dieser jetzigen Regierung (Schwarz/Rot)

Jetzt hat der Wähler nur indirekt die Möglichkeit mit seiner Stimmabgabe darüber zu entscheiden wer ihm sein Leben weiter mit Grausamkeiten des Sozialabbaus gestaltet.
Also am Sonntag wählen gehen.
Nordhäuser 2
24.09.2009, 18:54 Uhr
FDP nein danke
Wenn ich die Wahlplakate der FDP lese muß sich jeder Arbeiter verar... verkommen! Arbeit muß sich wieder lohnen:das sagt eine Partei die gegen Mindestlöhne, Tarifverträge, Kündigungsschutz usw. vehement eintritt! Diese Partei braucht kein Normalbürger.
denk-mal
24.09.2009, 23:12 Uhr
nordhäuser
verehrter "nordhäuser" ich freue mich dass ihnen die sprüche offensichtlich besser gefallen, wie so aussagekräftige "deutschland kann mehr" oder "unsere ingenieure können das"! solche sprüche schaffen vertrauen und überzeugen.

wenn die schreiben "arbeit muss sich lohnen" kann man sich wenigstens ein wenig vorstellen was gemeint ist, nämlich eine gerechte bezahlung und nicht ein steuersystem, wo die menschen in unserem land erst einmal sechs monate nur für ihre steuern und abgaben arbeiten und nach diesen sechs monaten für die eigene tasche schuften dürfen.

aber ich will auf die inhalte und ihrer glaubwürdigkeit von solchen plakaten und ihren flachen sprüchen aufmerksam machen, ich weiß denken und kontrollieren der einzelnen wahlprogramme ist halt mühsam. ich empfehle ihnen den wahl-o-mat mal zu nutzen, sie werden sich wundern bei welcher partei sie da landen.
MCKenzie
25.09.2009, 08:05 Uhr
@willi
Sehen Sie Willi, von den 6 Mille Arbeitslosen würden gern 5,5 Mille arbeiten gehen. Glauben Sie das einfach mal. Nur wer hat Schuld an den Arbeitslosen - wer frisiert die Statistiken, das das niht mal Honni mit seiner Wahlfälschung hinbekommen hat? Denken Sie mal nach!

Und weil wir bei Steuern sind: Sehen Sie, ich möchte meine Steuer nicht zahlen für

- korrupte Politiker, die im Dienstwagen in Spanien rumfahren
- für korrupte Bänker, die Milliarden an Abfindungen kassieren
- für Herrn Ackermanns Schloss am Gardasee
- für die Pension des Herrn Althaus
- für Beamte die sich die Füße hochlegen, sobald sie auf "Arbeit " sind
- für tote Kinder und tote deutsche Soldaten in Afghanistan damit sich die Rüstungsindustrie eine goldene Nase verdient.
Willi
25.09.2009, 10:57 Uhr
MCKenzie
Tut mir leid, aber Ihre Argumente sind für mich wenig überzeugend. Sie ähneln eher Stammtischparolen wie von Lafontaine und Ramelow als einem sachlichen Kommentar. Sie sollten einige Dinge besser zu Ende denken.
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