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Mi, 18:05 Uhr
18.11.2009

Nicht zuständig

Im Europazimmer des Nordhäuser Rathauses tagte am Nachmittag der Hauptausschuss des Stadtrates. Ein Tagesordnungspunkt hatte es in sich. Es ging um eine Beanstandung...


Die Geschäftsordnung, die in der jüngsten Sitzung des Stadtrates mehrheitlich beschlossen worden war, will Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) beanstanden. Zuvor hatte sie diesen Umstand bereits in einer Sitzung des Ältestenrates mitgeteilt. Zur weiteren Verfahrensweise sagte Rinke vor wenigen Minuten: „Es ist ein einstimmiger Beschluss gefasst worden, dass alle Fraktionen und die Gruppe von Bündnis90/Grüne überzeugt sind, eine Hauptsatzung und eine Geschäftsordnung in der nächsten Sitzung des Stadtrates zu beschließen. Wir wollen gemeinsam die Ausschüsse zum Laufen bringen. Dazu wird eine Arbeitsgruppe bald ihre Arbeit aufnehmen.“

Dann zelebrierte Rechtsamtsleiter Riebel die einzelnen beanstandeten Positionen, die zum Beispiel die Verantwortung der Ausschüsse oder deren Aufgaben definieren. Das war dann schon die Aufzählung einer Mängelliste, die im automobilen Bereich die Weiterfahrt des Gefährts unmöglich gemacht hätte. Der Referent navigierte zwischen Kommunalordnung, Landesgesetzlichkeit und bog sogar in das Grundgesetz dieser Bundesrepublik ab. Und schließlich seien die Stadträte in einigen Punkten schlichtweg überfordert gewesen.

Bleibt die Frage, die nach der Aufzählung im Raum stand, ob den Fraktionen von CDU, FDP, LINKE und der bündnisgrünen Gruppe das grundlegende Wissen über das Verhältnis zwischen Stadtrat und Verwaltung abhanden gekommen war? In den Gesichtern der Verwaltungsspitze sowie den Fraktionären der SPD war ein klitzekleiner Anflug von Genugtuung zu beobachten. Es bleibt also viel Arbeit für die Arbeitsgruppe, deren Ziel eine praktikable Hauptsatzung und Geschäftsordnung sein wird.
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
19.11.2009, 13:17 Uhr
Anmerkungen zur Hauptausschusssitzung
Wie von Herrn Greiner schon geschrieben, bestand der größte Teil der öffentlichen Sitzung eigentlich in einer – nun sagen wir mal – Belehrung der Damen und Herren Stadträte in Sachen Kommunalpolitik und der Arbeit einer Stadtverwaltung.

Frau Rinke bedauerte, dass die staatlichen Fördermittel für die Schulen nur für die Instandhaltung der Gebäude gezahlt werden und nicht für Stühle und Lehrmittel. An diesen Beispiel zeigt sich wieder einmal die Kurzsichtigkeit vieler ach so schlauer Politiker. Wer hat denn den „großen Zampano“ gespielt, als es um die Hoheit der Schulen ging?

Waren es nicht die Landesfürsten und ihre zuständigen Minister, die sich ein Einmischen in den Schulbetrieb von Seiten des Bundes verbeten haben? Ich sollte meinen, die Regierung von Thüringen hat da kräftig mitgemischt. Und nun da man die Gelder, die eigentlich für das Schulwesen vorgesehen waren, an anderer Stelle verprasst hat, schreit man plötzlich wieder nach dem Staat.

Frau Rinke bedauerte die bevorstehende Zwangsauflösung der ARGE in ihrer jetzigen Form. Zum einen bedeutet das entschieden größere Mehrarbeit für die Ämter, da ja jeder Antrag zweimal gestellt werden muss, dass wären dann 14 Millionen. Zum anderen wird dadurch vielen, die bisher die hohe Arbeitslosigkeit verdrängt haben,vielleicht bewusst, welches Ausmaß sie wirklich hat.

Interessant für viele ALG-II-Empfänger dürfte sein, dass Frau Rinke neuerdings im Beirat der ARGE vertreten ist. Sollten Sie als Hartz-IV-Empfänger Probleme mit der ARGE haben, können Sie sich jetzt auch an die OB wenden! Sie wird bestimmt ein offenes Ohr für ihre Probleme haben!? Denn dafür gibt es ja den Beirat, der darauf achtet, dass alles rechtens ist bei der ARGE. Ob dem so ist, finden sie es heraus!

Ein Punkt sei noch erwähnt: Es geht um die Mitbestimmung von Bürgern,bei Entscheidungen des Rates. Hierbei geht es nicht um die Entscheidung, ob die Gaststätte in Hesserode gekauft wird, oder ob man das Dorfgemeinschaftshaus in Herreden saniert. Auch geht es nicht darum, wer in welchen Aufsichtsrat bestellt wird. Wegen solcher lächerlicher Kleinigkeiten belästigt man doch nicht den Bürger! Diese Angelegenheiten regelt man unter sich und zwar nichtöffentlich!

Und so kam der Vorschlag von Herrn Fütterer nicht überraschend. Er verlangt, dass man in Zukunft viel mehr Bürger in die Entscheidungen einbezieht, ob wann und wie viel Bäume die Stadt fällen darf. Schließlich geht es hier um sehr wichtige Angelegenheiten, die vielleicht die Finanzlage der Stadt in Gefahr bringen könnten und darüber sollten die Bürger schon mitbestimmen. Anmerkung des Kommentators.
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