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Mi, 18:05 Uhr
23.12.2009

nnz-Forum: Bürgerabend war Farce

Die nnz hatte über das Bürgergespräch zur Neugestaltung der Nordhäuser Innenstadt in diesem Monat ausführlich berichtet. Jetzt gibt es ein Statement von Nordhäuser Bürgern dazu...


Gemogelt und ausgewichen, viele Nebensächlichkeiten wurden besprochen - alles wie gewohnt. Der Bürgerabend ließ nach den Ausführungen der OB einiges
zwischen den Zeilen heraushören. Zum Beispiel Thema Blasiikirchplatz!

Leider wurden den Bürgern die inhaltlichen Eckpunkte und Vorgaben an die europaweiten Architektenausschreibungen nicht der Öffentlichkeit dargelegt. Man beschränkte sich lediglich auf das Ausdehnungsgebiet auf einem Lageplan. Als die Konzeption des Blasiikirchplatzes zur Diskussion stand, hieß es in verpackten Sätzen: Die Blasiikirche würde durch die alten Lindenbäume verstellt.

In dem großen Gebäude gegenüber, mit der schönen Fachwerkfassade (Schneiderei Felke), würden seit Jahren verstärkt Investitionen in die Bausubstanz getätigt. All das klang wie ein Vorwurf? Zählt man eins und eins zusammen wird das Ergebnis der Platzkonzeption bewusst:

Abholzung der Linden sowie Ankauf eines intakten und schönen Altstadtgebäudes zum Zwecke des Abrisses. Die finanziellen Mittel hierfür werden mit den Investitionsmitteln des Platzes bestritten, anstatt mit
diesen Mitteln ergänzende Architektur hinzuzufügen.
Entstehen wird ein riesiger Platz, der mehr trennen als verbinden wird. Eine gemütliche Atmosphäre wie etwa für einen perspektivisch vernünftigen Weihnachtsmarkt wird nicht entstehen.

Sollte das Einkaufszentrum am Pferdemarkt wirklich einmal kommen, wird kaum jemand über einen viel zu großen Platz gehen, um in der Altstadt seinen Einkauf fortzusetzen. Ihr Altstadthändler, wollt ihr Euch nicht wehren so derart abgeschnitten zu werden?

Notwendig wäre vielmehr den Gebäudegürtel um das Haus der Schneiderei Felke altstadtgerecht mit Geschäftshäusern zu schließen, um dem Konsumenten vom Einkaufszentrum über den Blasiikirchplatz in die Barfüßerstraße "Bummeln" zu lassen. Dabei kann der Platz um den Brunnen bestehen bleiben und eine
Fortsetzung in Kranichstraße und Blasiikirchplatz erfahren, in einem einheitlichem neu gestalteten Raumkonzept. Dadurch wäre immer noch genug Platz für Veranstaltungen.

Die Frage ist nicht, dass dieser Platz umgebaut wird, sondern wie. Leider einmal mehr über die Köpfe der Nordhäuser hinweg durch persönlichen Wunsch weniger Entscheidungsträger im Rathaus. Daran ändern auch
Alibi-Bürgerversammlungen nichts. Ihr Stadträte wacht endlich auf und nickt nicht alles ab, was euch Stadtplaner und Co. servieren! Und noch eins, lasst Euch nicht von Architektenwettbewerben und sonstigen Auswahlverfahren etwas vormachen.

Die Konzeptionen stehen offenbar längst fest, letztlich wird das Modell prämiert, welches den Wünschen der wenigen Entscheidungsträger im Rathaus gerecht wird. Und diese Wünsche zielen offenbar nicht dahin die Altstadt als solche zu erhalten, sondern sie so zu verändern, dass sie ihren letzten Charme verliert.

Noch ein Wort, warum Kritiküben nichts Schlechtes ist, sondern dringend notwendig: Wenn Stadtquartiere neu gestaltet und dadurch neu definiert werden, geht uns das "alle" an. Dies ist durchaus üblich, zumindest in anderen Städten. Es ist unakzeptabel, wenn Entscheidungen zur
Stadtphysiognomie auf dem Willen weniger Personen im Planungsamt getroffen werden. Die Einheitsmonotonie der 1960 bis 80er Jahre sind beispielsweise kein Ausdruck von Bürgerbeteiligung. In den letzten 20 Jahren mussten Millionen investiert werden, diesem Zustand entgegenzuwirken.

Die Stadtgestaltung und dort platzierte Architektur ist in der Regel für die Bürger gedacht und sollte daher schon frühzeitig durch diese in öffentlichen Diskussionen begeleitet und beeinflusst werden. Mit Egomanie hat
"Einmischen" nichts zu tun. Unser Herz schlug schon immer für diese Stadt.

Unsere Familien wurzeln lange in der Region bzw. in Nordhausen selbst. Auch daraus haben in der Vergangenheit Personen versucht, etwas mit zu verändern - zuletzt 1989. Und wenn sich Menschen nicht vor 20 Jahren eingemischt hätten, dann könnten
wir diese Leserbriefe heute gar nicht schreiben. So nutzen manche Menschen, nachdem Job und Familie versorgt sind, ihren Feierabend und machen sich
Gedanken, wie etwas Positives für unsere Stadt zu erreichen ist.

Und dass das so ist, ist gut so. Auch wenn das von manchen nicht gern gesehen wird.
Silke Marksteiner, Thomas Müller, Günther Stanislowsky, Markus Veit, alle Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Bürgerin
23.12.2009, 18:36 Uhr
Was ist der Sinn...
eines solchen Leserbriefes?

Stimmungsmache? Wenn ja, gegen wen? Mal wieder gegen die OB? Scheint ja langsam zur Einwohnersportart Nr.1 zu werden!

Da zeigt sich wohl mal wieder, daß ich als Zugezogene mich schlecht in die Mentalität der Nordhäuser reinversetzen kann, die permanente Anti-Haltung allem gegenüber, was aus dem Rathaus kommt, ist mir in meinen bisherigen Lebensjahren und anderen Wohnorten noch NIE untergekommen.
Pe_rle
23.12.2009, 20:34 Uhr
Neugestaltung Blasikirchplatz
Hallo ,leider kann ich das noch nicht glauben was in dem Beitrag geschrieben worden ist .Es wird doch niemand auf die Idee kommen wollen die zwei schönen Bäume vor der Blasikirche zu beseitigen ???Falls es wirklich so sein sollte ,frage ich mich was die Herren vom Umweltamt dazu sagen die ja jetzt schon jedem Grundstückseigentümer vor schreiben welcher Baum fallen darf?????
Und falls der Blasiikirchplatz dann so aus sehen sollte wie der jetzige Bahnhofsvorplatz dann Prost Mahlzeit und schöne Weihnachten
Totaldemokrat
24.12.2009, 10:43 Uhr
Und Tschüß...
@Bürgerin
Dann ziehen Sie doch wieder weg. Reisende soll man nicht aufhalten!

...und nehmen Sie die Frau Rinke und ihr Gefolge gleich mit!

Fröhliche Weihnachten
Bürgerin
24.12.2009, 12:53 Uhr
Verhalten nach dem Spiegel???
autsch...lach, da hat wohl jemand in den vorgehaltenen Spiegel geschaut.

Umziehen werden wir ganz sicher...die Zeit dafür rückt näher ;-), aber Frau Rinke schließt sich unserem Umzug bestimmt nicht an, wieso auch?

Über wen sollten sie sich denn dann aufregen, oder sind sie am Ende so naiv zu glauben, jemand anderes könnte mehr oder anderes bewegen? Lach..wie süss
denk-mal
24.12.2009, 16:47 Uhr
rathaus - und regieren für die bürger ?
es ist zwar traurig, aber was die herren geschrieben haben ist nicht von der hand zu weisen.
wenn man bedenkt, dass seit zwanzig jahren immer und immer wieder von der förderung und der entwicklung der altstadt geredet oder besser geschwafelt wurde und wenn nicht ein par "bekloppte" wagemutige investoren gewesen wären sähe diese altstadt immer noch so aus wie 1989 nämlich zerfallen, wovon ja schon einige gebäude zeugnis ablegen.

mit dieser altstadt haben schon die bonzen in der ddr keinen blumentopf gewinnen wollen, die haben lieber wohnscheiben gebaut und hingepflastert, heutzutage baut man sich neue gebäude als denkmal oder besser als hinterlassenschaft der eigenen amtszeit (zum beispiel eine NEUE stadtbibliothek / oder eine unterführung OHNE vorhandenen rangierverkehr)
wie war denn das mitspracherecht der einwohner bei der entwicklung der landesgartenschau, sie durften sich anhören was geplant sei, sie durften auch ihre meinung sagen aber eine mögliche einflussnahme war gar nicht erst angesagt.

deshalb haben wir ja so lustige entwicklungen, wie die eingeengte verkehrsführung, eine haltestelle vor dem rathaus als zusatzhindernis und einen ständig neu entstehenden stau vor der ehemaligen polzei.
vertrauen auf eine sinnvolle entwicklung in der region um die ehemalige polizei und dem blasiikirchplatz ist bei vielen nordhäusern nicht wirklich vorhanden.
echter Nordhaeuser
24.12.2009, 22:22 Uhr
Meine Meinung!
Wir brauchen in unser "Altstadt" keinen Autoverkehr! Kurze Meilen vom Kreisel Aschenbrenner bis zur Europakreuzung sind zur Entwicklung der Altstadt primär, Autos in diesem Bereich sollten zur Kasse gebeten werden (Mautschranken). Mit diesem Geld werden die Fußgängerwege, die Altstadt und die Fahrradwege ausgebaut. P+R ohne Kosten oben und unten in der Altstadt sollten selbstverständlich werden und in jedem Geschäft ihrer Wahl in der Altstadt bei einem Einkauf zurückgezahlt werden. Erst dann können wir ungestört einkaufen gehen ohne von Autos belästigt zu werden und den Gestank einatmen zu müssen.
User 1612
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