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Mi, 15:58 Uhr
13.01.2010

nnz-Betrachtung: Es grünt so grün...

Heute, vor 30 Jahren wurde in der Bundesrepublik die Grüne Partei gegründet. Dazu ein Rückblick von Gisela Hartmann in der nnz...


Am 13. Januar 1980 wurde die Grüne Partei in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Aus Anlass dieses Geburtstages blicken auch die Nordhäuser Grünen zurück. Die Grüne Partei auf dem Boden der DDR zu gründen, war damals undenkbar. Umweltpolitische Themen waren Verschlusssache. Die SED-Politik war Maß aller Dinge – nicht die Realität von Umweltverschmutzung, mangelnde Umweltpolitik und Umweltbildung.

Umweltverbände im klassischen Sinne gab es nicht. Wohl aber Facharbeit zum Beispiel der Ornithologen. Im Kulturbund der DDR war das Thema Umwelt im Rahmen des URANIA - Programms, so auch in Nordhausen angesiedelt. Aber auch dort waren nur Themen und Inhalte zugelassen, die der Staatsnorm entsprachen.

Die schlechten Luftverhältnisse, die alarmierende Wasserqualität vieler Seen und Flüsse, die Bodenerosionen, der Zustand der Wälder, mangelnder Verbraucherschutz u.a.m. beunruhigten die Bürger. Es fehlte die politische Bildung zum Thema ökologische Verantwortung global und lokal.

In Nordhausen wurde deshalb 1983 „unter dem Dach“ der Kirche das Kirchliche Umweltseminar gegründet, das von der Staatssicherheit bis nach dem Mauerfall überwacht wurde. Die Mitglieder des Umweltseminars übernahmen das zum Abriss vorgesehene alte Küsterhaus der Blasii-Gemeinde hinter der Blasii-Kirche, sanierten es in Eigeninitiative mit Spenden, Darlehen und Fördermitteln. So wurde das Küster- und Kantorenhaus, das den Namen „Cafe Konzil“ – als Erinnerung an den weltweiten konziliaren Prozess für Gerechtigkeit , Frieden und Bewahrung der Schöpfung - erhielt, vor dem Verfall bewahrt. Das Cafe Konzil wurde nach der Wende zum „Grünen Haus“ mit Schüler-Cafe, Gründungs Ort für den ADFC, der Tschernobylhilfe der Dritte-Welt- Initiative. Das Kinderumweltseminar, der Verein Big Dipper und der BUND waren neben der Umweltbibliothek im Haus des kirchlichen Umweltseminars untergebracht.

Auf Einladung des Kirchlichen Umweltseminars trafen sich im Januar 1990 im Blassii-Gemeindesaal Vertreter des BUND, des NABU, von Greenpeace und der Grünen Partei aus Westdeutschland mit Umwelt- und Naturengagierten aus Nordhausen. Es dauerte nicht lange und es etablierten sich diese Umweltorganisationen auch im Südharz.

Am 5. Januar 1990 ergriffen Mitglieder des Kirchlichen Umweltseminars die Initiative zur Gründung der Grünen Partei in Nordhausen. Die Gründungsversammlung fand im Altendorfer Gemeindehaus statt. Bündnis 90 und die Grüne Partei schlossen sich erst im Mai 1993 zu der Partei Bündnis 90 /Die Grünen in Deutschland zusammen. Im Brennpunkt bündnisgrüner Politik stehen bis heute die Umwelt- und Antiatombewegung, Friedenspolitik und soziale Gerechtigkeit.

Hinzugekommen sind eine solide Finanzpolitik, das Thema Nachhaltigkeit und der Klimawandel. Dass diese Themen mehr denn je in der Lokalpolitik ihren Niederschlag finden dafür stehen die Grünen auf der Landes- Kreis- und Kommunalebene in Thüringen und auch in Nordhausen.
Gisela Hartmann
Autor: nnz

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