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Fr, 07:35 Uhr
05.02.2010

nnz-clip: Linker Empfang

Nach FDP und CDU hatten gestern die Linken des Landkreises Nordhausen zu ihren traditionellen Neujahrsempfang in den Ratskeller eingeladen. Gast des Abends war nicht nur Bodo Ramelow, sondern auch nnz-tv.



Linker Empfang in Nordhausen

Wir bitte die ungenügende Bildqualität zu entschuldigen, aber die Lichtverhältnisse im Ratskeller ließen keine besseren Videoaufnahmen zu.
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
05.02.2010, 14:06 Uhr
(Un-)Seelige Traditionen!
Das einzige was bei diesem Empfang gefehlt hat, waren die sowjetischen Offiziere der Besatzereinheiten von Nordhausen und Umgebung.

Mit „Kalinka“ sprach man wohl den alten Genossen so richtig aus dem Herzen? Wenn man unter sich ist, gedenkt man ja wohl immer noch wehmütig der „glorreichen“ SED-Zeiten.

Wenn jemand ausscheidet, lobt man immer noch seine „Verdienste“ bei der „F“-DJ und der SED. Es fehlt nur noch eine Trauerminute. Eine NACHDENK-Minute wäre allerdings besser!
Real Human
05.02.2010, 14:18 Uhr
Herrn Bachmanns Welt oder die LINKE und ihr „Antifaschismus“
Danke, Herr Greiner! Danke dafür, dass Sie dieses Dokument ins www gestellt haben. Hoffentlich bleibt es darin auch noch unseren Urenkeln erhalten!

Ja, auch ich erinnere mich noch an die Zeit, in der diese Weisen zum Mitsingen (bei ansonstiger Strafandrohung!) VERORDNET wurden. Ich denke ab und zu noch an die Zeit, als ich an der EOS Wilhelm v. Humboldt den Russischunterricht des ansonsten begnadeten Pädagogen und Fachberaters Feix „genießen“ durfte.

Schon damals fragte ich mich, ob der Weg zu einem sozialistischen Weltbürger nicht auch einfacher möglich sein könnte, als über das Erlernen einer von Wortschatz und Grammatik her sehr fremdartigen Sprache. Später habe ich am Beispiel des kulturell weitgehend neutralen (in Europa) Esperanto erfahren, dass es auch ganz anders und viel besser geht.

Und dann dieser neue Kulturchauvinismus: Auf der guten Seite standen in den Lehrbuchtexten immer die strahlenden Sowjetmenschen und Sowjethelden, auf der anderen die „Germanski Faschistuij“. Wie bin ich mir da wohl vorgekommen, als Sohn eines Gefreiten der faschistischen Deutschen Kriegsmarine und Enkel eines 1944 unfreiwillig zur Waffen-SS gezogenen Soldaten (der nach seinen gegenüber mir gemachten Aussagen übrigens nie die NSDAP gewählt hat noch gar Mitglied war)?

Dass in der Sowjetarmee „Mitleid mit dem Feind“ ein – strafrechtlich begründetes – schweres Verbrechen war, wurde natürlich verschwiegen. (Der „Instrukteur für Aufklärungsarbeit im Feindesheer“, Lew Kopelew, wurde wegen „Propagierung des bürgerlichen Humanismus, Mitleid mit dem Feind und Untergrabung der politisch-moralischen Haltung der Truppe“ zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Quelle: Wikipedia) Historiker haben nachweisen können, dass sich Wehrmachtssoldaten durchaus weigern durften, an Erschießungen teilzunehmen. Dass sie danach als Bestrafung mit einer Versetzung an die Ostfront oder nach Jugoslawien rechnen mussten, wird allerdings auch oft verschwiegen.

Ich will die von (der Wolgadeutschen) Lilia Rau geleitete Folkloregruppe überhaupt nicht dem sowjetrussischen Kulturchauvinismus zuordnen. Gerade volksdeutsche Sowjetbürger hatten unter den Folgen der Reichstagswahl vom 5. März 1933 besonders jämmerlich zu leiden. Noch heute werden sie in Russland nicht selten als „Faschisten“ und in Deutschland oft als „Russen“ beschimpft.

Einschub:

Ich lese gerade das Buch „Gerechtigkeit – Die Psychologie und Neurobiologie der Motive des Fühlens, Denkens und Handelns“ von Dorrit Schindewolf. Auf Seite 16 schreibt sie über die Geschichte von Strategien der Verächtlichmachung und Diffamierung von Fremden:

„[...] Trotz dieser Erfahrungen werden noch heute deutsche Politiker und andere 'Offizielle' nicht müde auch den Nachkommen der Deutschen, die in ihrer Betroffenheit die in der Geschichte einmalige Leistung, in kürzester Frist eine funktionierende Demokratie und einer friedlichen Wiedervereinigung vollbracht haben, ein permanent schlechtes Gewissen vorzuschreiben. [...]“

Noch prägnanter schreibt sie auf Seite 139: „[...] Das immer wieder von den Siegern angemahnte Schuldbewusstsein (ein falsches Mittel zur Eindämmung einer neuerlichen Selbstüberschätzung) beschwört noch heute die Gefahr der Selbstzerstörung, wenn die Gegenwehrinstinkte (z. B. der Rechtsradikalen) mit Gewalt erstickt werden anstatt ihnen mit Verständnis zu begegnen, d. h. zu versuchen, ihre Energie in positive Bahnen der Selbstachtung zu leiten [...]“

In diesem Sinne: Ein frohes und selbstgerechtes Nazi-Bashing in Dresden, Herr Bachmann!

Einschub-Ende

Allerdings illustriert die kulturelle Umrahmung des „linken“ Neujahrsempfangs sehr deutlich welche Satrapenmentalität bei den Nordhäuser Alt-SEDlern und auch bei so manchen ihrer Zöglinge noch vorhanden ist. Eigentlich ist diese Präsentation eine Steilvorlage für Neonazis aller Art. Und ich muss an diesem Beispiel dem politischen Mainstream Recht geben, wenn behauptet wird, dass sich politische Extremisten gegenseitig die Bälle zuspielen. Um der geschichtlichen Erkenntnis willen war es aber richtig, dieses lokalgeschichtliche Dokument politischen Hinterwäldlertums ins Netz zu stellen.

Warum kritisiere ich als Demokratischer Sozialist und Humanist meine Fast-Genossen so? Ganz einfach: Weil sie eben keine DEMOKRATISCHEN Sozialisten sind und sie es auch mit dem Humanismus zu ihren Herrschaftszeiten nicht allzu ernst genommen haben (vorsichtig formuliert). Und heute? Eine Frau Grünwald, die zum Rhythmus von „Kalinka“ klatscht, setzt – mittlerweile mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt – als Sozialdezernentin eifrig die „Hartz-Gesetze“ um, Gesetze, die wohl Ausdruck eines ganz neuen „Humanismus“ sind!?

Armselige LINKE!
RGL
06.02.2010, 12:44 Uhr
Linker Empfang 2
Sehr geehrte/r outsider!
Bitte nicht so derb über die Partei "Die Linke" schreiben". Das Exclusivrecht für solche Anfeindungen liegt bei einer anderen Partei!

Außerdem wird Herr Bachmann in Dresden mit seinen Genossen bestimmt auf die vollen Kosten kommen.
Ich fahre auch dort hin!
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