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Sa, 14:31 Uhr
15.05.2010

Nordhausen im Nationalsozialismus

Mit einer Reihe neuer Stadtführungen wollen die Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora und ihrer Partner auf die Zeit des Nationalsozialismus in Nordhausen aufmerksam machen. Wie das gehen? Ganz einfach: Sie tragen die Geschichte wieder in die Stadt.

Die Geschichte in die Stadt (Foto: nnz) Die Geschichte in die Stadt (Foto: nnz)

Abgeschieden, von der Stadt aus kaum zu erahnen, und fernab unserer täglichen Erfahrungswelt liegt die Gedenkstätte Mittelbau Dora. Viele haben das ehemalige KZ besucht und dem einem oder anderen wird ein seltsames Gefühl des Schauderns befallen haben, als er sich der Schrecken, die an diesem Ort geschahen, bewusst wurde.

Aber wie oft ist das der Fall? Alle paar Jahre einmal, im Zuge eines Jubiläums vielleicht, wird einem die unbestreitbare Existenz des Lagers vor den Toren von Nordhausens bewusst. Den Rest der Zeit scheint das einstige KZ in seiner Abgeschiedenheit geradezu losgelöst von der Stadt und, in gewisser Weise, auch von seiner Geschichte.

Dennoch ist es eine historische Tatsache, dass sich das Wirken des Nationalsozialismus in Nordhausen weder auf die Existenz des Lagers reduzieren lässt, noch das die Geschichte von Lager und Stadt getrennt betrachtet werden können. Das einem das im Alltag trotzdem geschieht, ist nicht verwunderlich, hat doch die Stadt selbst im Zuge von Zerstörung, Wiederaufbau und Wende ihr Gesicht häufig und radikal verändert.

Eben gerade weil vieles, was an die Zeit der Naziherrschaft erinnern könnte, nicht mehr existiert, hat man es sich in der Gedenkstätte zur Aufgabe gemacht, das Wissen um die Orte und die Geschehnisse zumindest zu rekonstruieren und mittels Stadtführungen der Bevölkerung wieder zugänglich zu machen. Man will die Geschichte wieder in die Stadt tragen.

Carolin Roth, Mitarbeiterin der Gedenkstätte, hat sich monatelang durch verschiedenste Archive gewühlt, um die Geschichte, und die Geschichten, des Nationalsozialismus in Nordhausen rekonstruieren zu können. Man erfährt wo es in Nordhausen sogenannte "Judenhäuser" gab, welche Rolle Zwangsarbeiter für die regionalen Unternehmen spielten, wie die Kirchen mit den Faschisten umgingen und vieles mehr. Dabei wechseln sich harte Fakten, bauhistorische Betrachtungen und Einzelschicksale miteinander ab.

Die Geschichte in die Stadt (Foto: nnz) Die Geschichte in die Stadt (Foto: nnz)

Wo genau etwa stand die alte Synagoge? Was geschah auf dem Siechenhof? Oder wie erging es den Nordhäuser Juden und dem Rest der Bevölkerung vor dem Krieg? Da die Führung dem Teilnehmer an vielen Stellen ein gehöriges Maß an Vorstellungskraft abverlangt, werden auch historische Fotografien herumgereicht.

Die Führungen, die dieses Wochenende als eine Art Testlauf zum ersten Mal stattfanden, sollen bald regelmäßig angeboten werden. Vor allem Schulklassen aber auch alle anderen Interessierten sind angesprochen das Angebot zu nutzen.
Angelo Glashagel
Autor: agl

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