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So, 18:58 Uhr
29.08.2010

Reinkarnation einer technischen Legende

Seit einigen tausend Jahren beschäftigen sich Menschen der verschiedensten religiösen Strömungen mit dem Thema Reinkarnation oder der Wiedergeburt. Ob es eine Wiedergeburt nach dem biologischen Ableben gibt, scheint doch eher nicht bewiesen zu sein. Anders aber sieht es mit einem technischen Objekt aus, welches sogar nach seiner Wiedergeburt besser geworden ist als es im Ursprung war. Hier ein Beispiel aus unserer Region...


Wie es in der Regel allen technischen Produkten nach ihrer kalkulierten Nutzungsdauer ergeht, landen sie auf dem Schrottplatz oder in Ausnahmefällen als erhaltenswertes technisches Kulturgut in Privatbesitz bzw. in einem Museum. Das ein schrottreifes Fahrzeug als Oldtimer gerettet und rekonstruiert wird, ist in der heutigen Zeit eine beliebte Freizeitbeschäftigung geworden. Der Versuch aber, eine alte technische Fahrzeugentwicklung auf ein modernes Niveau bezogen auf Leistung, Form und Material zu bringen, könnte dem Gedankengut der Reinkarnation doch schon eher nahe kommen.

Dieser Versuch wurde mit Erfolg durch Mitglieder des Ost Klassiker Klubs Wolkramshausen an einem ausgedienten Barkas B 1000-1 unternommen.

Mit der 1961 begonnenen Serienproduktion des Kleintransporters Barkas B 1000, ein Nachfolgemodell des Framo, in den ehemaligen VEB Barkas – Werke, Karl – Marx – Stadt, wurde ein vielseitig einsetzbares Fahrzeug auf den Markt gebracht, welches technisch und optisch auf der Höhe seiner Zeit war. In 3 Grundvarianten mit verschiedenen Nutzungsaufbauten und einer Nutzlast von 1000 kg, war das Fahrzeug in allen Bereichen der Wirtschaft und der Gesellschaft sehr begehrt. Bis 1991 wurden davon 175.740 Exemplare gebaut.

Als am 10.April 1991 durch den VW Konzern die Produktion des Barkas B1000 übernommen und im Rahmen der Markbereinigung in Folge eingestellt wurde, gingen nicht nur tausende Arbeitsplätze verloren, es wurde auch eine technische Entwicklung beendet, welche durchaus eine Zukunftschance gehabt hätte.

Der Barkas B 1000 war ein solides Nutzfahrzeug mit einem unverwechselbaren Gesicht im täglichen Verkehrsgeschehen. Mit seinem unverwechselbaren Aussehen, diente er als Vorlage in der Spielzeug- und Modellbauindustrie und war auch Bestandteil des Fahrzeugparks beim abendlichen Sandmann, des ehemaligen DDR – Fernsehens.

Das Wissen um die Geschichte des Barkas B1000 aber auch die optischen Reize seiner alten Formen und die persönlichen Erlebnisse mit diesem Fahrzeugtyp, waren oft Thema in der Fahrzeugschmiede von Matthias Siebert, welche auch als regelmäßiger Treffpunkt den Klubmitglieder in Wolkramshausen, dient.
Vor 18 Monaten wurde dann unter der Leitung von D. Steinecke, der Entschluss gefasst, einen Barkas zu erwerben und diese technische Legende mit einem neuen Leben zu erfüllen.

Ziel der Planungen war es, einen Barkas B 1000-1 mit neuster Technik auszustatten, ein modernes Aussehen unter Beibehaltung der ursprünglichen Gestaltungslinien zu entwerfen, die ehemals bescheidene Kabinenausstattung zu veredeln und eine Verbesserung der Fahreigenschaft zu erreichen.

Dabei wurde auch darauf geachtet, dass die Pritschenvariante des Fahrzeuges erhalten blieb aber ebenfalls eine hochwertige Veredelung erfuhr.

Zahlreiche Arbeitsstunden und auch sehr viel Geld wurde in diese Projekt gesteckt. Das ehemalige Schrottfahrzeug hat nun ein neues Leben erhalten und seine technischen Parameter aber auch sein optisches Erscheinungsbild zeigen, dass der Traum, einen neuen Barkas zu bauen, zu mindestens in einer kleinen Wolkramshäuser Fahrzeugschmiede, Realität geworden ist.

Am vergangenen Wochenenden, wurde der wiedergeborene Barkas B 1000 – 1 von D. Steinecke ebenso wie der Wolga M 24 von M. Siebert, in Magdeburg auf der diesjährigen OMMMA einem fachkundigen Publikum vorstellen.
Hubert W. Rein

Weitere Informationen: www. oldtimer-wolkramshausen.de
Die Wiedergeburt des B 1000 (Foto: privat)
Die Wiedergeburt des B 1000 (Foto: privat)
Die Wiedergeburt des B 1000 (Foto: privat)
Die Wiedergeburt des B 1000 (Foto: privat)
Die Wiedergeburt des B 1000 (Foto: privat)
Die Wiedergeburt des B 1000 (Foto: privat)
Autor: nnz

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