Fr, 06:52 Uhr
04.03.2011
nnz-Forum: Brot & Rosen
Auf den Rosenmontag folgt im Narrenkalender der Faschingsdienstag oder auch vielerorts Veilchendienstag genannt. Dass der in diesem Jahr auf den 8. März fällt, ist reiner Zufall. Und natürlich überhaupt kein Grund, den Internationalen Frauentag nicht zu feiern, meint Rainer Bachmann in seinem Beitrag.
In diesem Jahr gibt’s noch mehr gute Gründe als sonst: Seit 100 Jahren steht der 8. März für den Kampf der Frauen für die Gleichberechtigung in jeder Hinsicht: bei der Arbeit, bei Bezahlung und bei der Berücksichtigung in allen Bereichen des Lebens.
Der Slogan Brot und Rosen stammt aus einem Gedicht von James Oppenheim, welches 1911 im American Magazine veröffentlicht wurde. 1912 war Brot und Rosen eine Streik-Parole und wurde auch als Lied mit dem Streik von mehr als 20.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence, Massachusetts bekannt. Beim sogenannten Brot-und-Rosen-Streik kämpften Frauen mit Migrationshintergrund entschieden für ihre Interessen. Sie forderten nicht nur gerechten Lohn (Brot), sondern auch eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung (Rosen). Der Streik führte dazu, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen bis zu einem Viertel mehr Lohn und eine gerechtere Bezahlung von Überstunden erhielten. Auch wurde zugesagt, dass Streikende in Zukunft nicht mehr diskriminiert werden sollen.
Am 19. März 1911 fand der erste Internationale Frauentag auf Initiative von Clara Zetkin statt. Was waren die Intentionen dieser deutschen Sozialdemokratin und späteren Kommunistin? Sie wollte einen revolutionären Mobilisationstag großer werktätiger Frauenmassen gegen die bürgerliche Gesellschaft schaffen. Sie wollte mit diesem Tag den sich immer mehr abflachenden 1. Maifeiertag eine kraftvolle revolutionäre Frauendemonstration entgegenstellen. Schon der erste Internationale Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz galt nicht nur der Durchsetzung des Frauenwahlrechts, sondern richtete sich auch gegen drohende Kriegsgefahr.
Die Festlegung des Internationalen Frauentages auf den 8. März erfolgte auf der II. Internationalen Kommunistischen Frauenkonferenz im Juni 1921 auf Vorschlag der Bulgarischen Delegation. Mit diesem Datum sollte an den 8. März 1917 in Petersburg erinnert werden, an jenen Tag, an dem die russischen Proletarierinnen Frieden, Brot und Gleichberechtigung forderten. Hier kam es zu gewaltigen Straßenkämpfen, bei denen die Arbeiterinnen in den vordersten Reihen standen.
Clara Zetkin machte deutlich, dass Produktionsverhältnisse immer auch Klassenverhältnisse und damit Geschlechterverhältnisse sind. Sie ermutigte Frauen, sich gleichberechtigt an dem weltweiten Kampf der Ausbeutung und Unterdrückung zu beteiligen.
Somit haben uns Clara Zetkin und ihre einstigen Mitstreiterinnen sehr wohl heute nach nunmehr 100 Jahren Wichtiges zu sagen. In einer Zeit, da der bereits erkämpfte Grundsatz Gleicher Lohn für gleiche Arbeit wieder aufgegeben wurde, sterben Ehemänner und Söhne wieder im Krieg an einer fernen Front. Und eine echte Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern herrscht bei uns auch nach 100 Jahren nicht.
In Deutschland bleibt Frauen der Aufstieg in die Chefetage häufig verwehrt, obwohl unternehmen von mehr weiblichen Führungspersonal enorm profitieren könnten. Die Medien suggerieren die Einführung einer Frauenquote bei den Vorständen der DAX - Unternehmen. Die Wirtschaft setzt auf Freiwilligkeit der entsprechenden Vorstände. Veränderungen werden somit auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.
Vor allem in Osten und hier in der Nordregion Thüringens stagnieren bzw. verschlechtern sich die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten unserer Frauen. Die Ursachen sind in erster Linie in der Subventionierung geringfügiger, nicht sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse und in der Zunahme von Minijobs besonders begründet. Dagegen lohnt es sich für uns als Linke im Bündnis mit Nordhäuser Frauen- Kommunalpolitikerinnen der demokratischen Parteien, Mitglieder von Verbänden und Vereinen auf die Situation unter dem Motto 100 Jahre und kein bisschen leise aufmerksam zu machen. Frauentag ist mehr als Kaffee und Kuchen.
Deshalb laden wir interessierte Frauen zu unserer nunmehr traditionellen Frauentagsfeier am 8. März um 15:00 Uhr, Einlass ab 14:00 Uhr, in Otto`s Steakhouse recht herzlich ein.
Rainer Bachmann, Kreisvorsitzender Die LINKE
Autor: nnzIn diesem Jahr gibt’s noch mehr gute Gründe als sonst: Seit 100 Jahren steht der 8. März für den Kampf der Frauen für die Gleichberechtigung in jeder Hinsicht: bei der Arbeit, bei Bezahlung und bei der Berücksichtigung in allen Bereichen des Lebens.
Der Slogan Brot und Rosen stammt aus einem Gedicht von James Oppenheim, welches 1911 im American Magazine veröffentlicht wurde. 1912 war Brot und Rosen eine Streik-Parole und wurde auch als Lied mit dem Streik von mehr als 20.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence, Massachusetts bekannt. Beim sogenannten Brot-und-Rosen-Streik kämpften Frauen mit Migrationshintergrund entschieden für ihre Interessen. Sie forderten nicht nur gerechten Lohn (Brot), sondern auch eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung (Rosen). Der Streik führte dazu, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen bis zu einem Viertel mehr Lohn und eine gerechtere Bezahlung von Überstunden erhielten. Auch wurde zugesagt, dass Streikende in Zukunft nicht mehr diskriminiert werden sollen.
Am 19. März 1911 fand der erste Internationale Frauentag auf Initiative von Clara Zetkin statt. Was waren die Intentionen dieser deutschen Sozialdemokratin und späteren Kommunistin? Sie wollte einen revolutionären Mobilisationstag großer werktätiger Frauenmassen gegen die bürgerliche Gesellschaft schaffen. Sie wollte mit diesem Tag den sich immer mehr abflachenden 1. Maifeiertag eine kraftvolle revolutionäre Frauendemonstration entgegenstellen. Schon der erste Internationale Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz galt nicht nur der Durchsetzung des Frauenwahlrechts, sondern richtete sich auch gegen drohende Kriegsgefahr.
Die Festlegung des Internationalen Frauentages auf den 8. März erfolgte auf der II. Internationalen Kommunistischen Frauenkonferenz im Juni 1921 auf Vorschlag der Bulgarischen Delegation. Mit diesem Datum sollte an den 8. März 1917 in Petersburg erinnert werden, an jenen Tag, an dem die russischen Proletarierinnen Frieden, Brot und Gleichberechtigung forderten. Hier kam es zu gewaltigen Straßenkämpfen, bei denen die Arbeiterinnen in den vordersten Reihen standen.
Clara Zetkin machte deutlich, dass Produktionsverhältnisse immer auch Klassenverhältnisse und damit Geschlechterverhältnisse sind. Sie ermutigte Frauen, sich gleichberechtigt an dem weltweiten Kampf der Ausbeutung und Unterdrückung zu beteiligen.
Somit haben uns Clara Zetkin und ihre einstigen Mitstreiterinnen sehr wohl heute nach nunmehr 100 Jahren Wichtiges zu sagen. In einer Zeit, da der bereits erkämpfte Grundsatz Gleicher Lohn für gleiche Arbeit wieder aufgegeben wurde, sterben Ehemänner und Söhne wieder im Krieg an einer fernen Front. Und eine echte Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern herrscht bei uns auch nach 100 Jahren nicht.
In Deutschland bleibt Frauen der Aufstieg in die Chefetage häufig verwehrt, obwohl unternehmen von mehr weiblichen Führungspersonal enorm profitieren könnten. Die Medien suggerieren die Einführung einer Frauenquote bei den Vorständen der DAX - Unternehmen. Die Wirtschaft setzt auf Freiwilligkeit der entsprechenden Vorstände. Veränderungen werden somit auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.
Vor allem in Osten und hier in der Nordregion Thüringens stagnieren bzw. verschlechtern sich die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten unserer Frauen. Die Ursachen sind in erster Linie in der Subventionierung geringfügiger, nicht sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse und in der Zunahme von Minijobs besonders begründet. Dagegen lohnt es sich für uns als Linke im Bündnis mit Nordhäuser Frauen- Kommunalpolitikerinnen der demokratischen Parteien, Mitglieder von Verbänden und Vereinen auf die Situation unter dem Motto 100 Jahre und kein bisschen leise aufmerksam zu machen. Frauentag ist mehr als Kaffee und Kuchen.
Deshalb laden wir interessierte Frauen zu unserer nunmehr traditionellen Frauentagsfeier am 8. März um 15:00 Uhr, Einlass ab 14:00 Uhr, in Otto`s Steakhouse recht herzlich ein.
Rainer Bachmann, Kreisvorsitzender Die LINKE
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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