Mo, 06:44 Uhr
09.05.2011
Generation Mosaik im Tabakspeicher
Im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe Kunst, Gott und die Welt war vergangenen Donnerstag Buchautor Dr. Mark Lehmstedt zu Gast im Tabakspeicher Nordhausen. In einem kurzweiligen Vortrag, unterstützt durch eine beindruckende Power-Point- Präsentation, brachte er den interessierten Besuchern Die geheime Geschichte der Digedags - so der Titel seines Sachbuches - nahe, die bekanntlich in Ilfeld und Nordhausen ihren Anfang nahm.
Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose und der Leiter der Jugendkunstschule Nordhausen, Jürgen Rennebach, freuten sich über das große Interesse der rund 50 Gäste, die – wie unschwer zu erkennen war – hauptsächlich der Generation Mosaik angehörten. Die Amtsleiterin hielt während Ihrer Begrüßung einen Nachdruck der Nr. 1 des Mosaik von Hannes Hegen vom Dezember 1955 in den Händen und erklärte den unglaublichen Erfolg dieser DDR-Bilderzeitschrift mit der Politikferne, die jedoch nicht immer ganz durchgehalten werden konnte.
Auf diese Umstände und auf das Werden und Wachsen des Mosaik ging denn Mark Lehmstedt in seinem hoch interessanten Vortrag gut verständlich ein und lockerte geschichtliche Fakten mit kleinen Episoden auf. Er lies sein stark beachtetes Sachbuch faktisch in 60 Minuten Revue passieren. Eine lehrreiche und amüsante Geschichtsstunde zugleich. Lehmstedt outete sich an diesem Abend als begeisterter Comic-Liebhaber, was die Zuhörer ihm aufgrund seiner fundierten Kenntnisse und die diesem Wissen vorausgegangene jahrelange Recherche gerne abnahmen.
Der Erfinder und Gestalter des Mosaik, Hannes Hegen, aber hatte mit der Machart westlicher Comic-Hefte nichts am Hut. Er soll einmal gesagt haben: Ich habe nie Comics gemacht. Ich habe Bilderzählungen entwickelt. Hegen (Hegenbart) selbst war über Jahrzehnte ein großes Rätsel in der DDR. Es gab Zweifel, ob es ihn überhaupt gibt. Man glaubte, der Name Hannes Hegen sei ein Pseudonym, hinter dem sich ein Kollektiv von Geschichtenschreibern und Zeichnern verbarg. Es gab beides: Hegen und das Mosaik-Kollektiv. Die Mitstreiter waren fleißige und sehr talentierte Leute. Hegenbarth aber war der Chef und verdiente mächtig am Mosaik, zumeist um die 10.000 Mark – eine schier unglaubliche Summe für damalige Verhältnisse, während seine Mitarbeiter durchschnittlich nur 500 Mark bekamen.
Johannes Hegenbarth lud Lehmstedt mal zu sich in seine Berliner Wohnung ein. Es gab Kaffee und Kuchen. Doch die zahlreichen Fragen, die Lehmstedt hatte, blieben unbeantwortet. Hegenbarth erklärte sein Schweigen mit den Worten: Schauen Sie sich die 223 Hefte meines Mosaiks an. Das reicht!
Nach dem Vortrag beantwortet der Gast aus Leipzig noch zahlreiche Fragen. Zudem war an diesem Abend auch die Schwester von Hans Ehrhardt, Helga Bartl, anwesend. Sie äußerte ihre Bereitschaft, der Öffentlichkeit über ihren Bruder zu berichten, wie er zum Mosaik kam und welche Aufgaben er dort zu erfüllen hatte. Die spannende Geschichte um das Wunder Mosaik geht also weiter.
Hans-Georg Backhaus, Nordhausen
Autor: nnzKulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose und der Leiter der Jugendkunstschule Nordhausen, Jürgen Rennebach, freuten sich über das große Interesse der rund 50 Gäste, die – wie unschwer zu erkennen war – hauptsächlich der Generation Mosaik angehörten. Die Amtsleiterin hielt während Ihrer Begrüßung einen Nachdruck der Nr. 1 des Mosaik von Hannes Hegen vom Dezember 1955 in den Händen und erklärte den unglaublichen Erfolg dieser DDR-Bilderzeitschrift mit der Politikferne, die jedoch nicht immer ganz durchgehalten werden konnte.
Auf diese Umstände und auf das Werden und Wachsen des Mosaik ging denn Mark Lehmstedt in seinem hoch interessanten Vortrag gut verständlich ein und lockerte geschichtliche Fakten mit kleinen Episoden auf. Er lies sein stark beachtetes Sachbuch faktisch in 60 Minuten Revue passieren. Eine lehrreiche und amüsante Geschichtsstunde zugleich. Lehmstedt outete sich an diesem Abend als begeisterter Comic-Liebhaber, was die Zuhörer ihm aufgrund seiner fundierten Kenntnisse und die diesem Wissen vorausgegangene jahrelange Recherche gerne abnahmen.
Der Erfinder und Gestalter des Mosaik, Hannes Hegen, aber hatte mit der Machart westlicher Comic-Hefte nichts am Hut. Er soll einmal gesagt haben: Ich habe nie Comics gemacht. Ich habe Bilderzählungen entwickelt. Hegen (Hegenbart) selbst war über Jahrzehnte ein großes Rätsel in der DDR. Es gab Zweifel, ob es ihn überhaupt gibt. Man glaubte, der Name Hannes Hegen sei ein Pseudonym, hinter dem sich ein Kollektiv von Geschichtenschreibern und Zeichnern verbarg. Es gab beides: Hegen und das Mosaik-Kollektiv. Die Mitstreiter waren fleißige und sehr talentierte Leute. Hegenbarth aber war der Chef und verdiente mächtig am Mosaik, zumeist um die 10.000 Mark – eine schier unglaubliche Summe für damalige Verhältnisse, während seine Mitarbeiter durchschnittlich nur 500 Mark bekamen.
Johannes Hegenbarth lud Lehmstedt mal zu sich in seine Berliner Wohnung ein. Es gab Kaffee und Kuchen. Doch die zahlreichen Fragen, die Lehmstedt hatte, blieben unbeantwortet. Hegenbarth erklärte sein Schweigen mit den Worten: Schauen Sie sich die 223 Hefte meines Mosaiks an. Das reicht!
Nach dem Vortrag beantwortet der Gast aus Leipzig noch zahlreiche Fragen. Zudem war an diesem Abend auch die Schwester von Hans Ehrhardt, Helga Bartl, anwesend. Sie äußerte ihre Bereitschaft, der Öffentlichkeit über ihren Bruder zu berichten, wie er zum Mosaik kam und welche Aufgaben er dort zu erfüllen hatte. Die spannende Geschichte um das Wunder Mosaik geht also weiter.
Hans-Georg Backhaus, Nordhausen


