eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Fr, 14:13 Uhr
10.06.2011

Vorbereitende Bagger

Mit ersten Planierarbeiten haben heute die Vorbereitungen für den Bau der Kulturbibliothek samt Stadtratssälen und Tiefgarage begonnen. Mit diesen Arbeiten verschwinden auch die Grundmauern der Nicolai-Kirche, die hier im Jahr 1945 mit der Bombardierung der Stadt komplett zerstört wurde...

So soll sie aussehen... (Foto: PSV) So soll sie aussehen... (Foto: PSV)
So sollen Kultubibliothek und Stadtsäle einmal aussehen. Model:: Architekturbüro Schettler und Wittenberg

Die Reste der Kirche und deren Vorgängerbauten sowie die Gebeine Verstorbener und andere Fundstücke waren monatelang vom Landesamt für Denkmalpflege archäologisch freigelegt, bearbeitet und gesichert worden.

Obwohl eine Wiederverwendung der historischen Anhydritsteine der Kirche für das neue Gebäude nicht möglich ist, wurden einige von ihnen trotzdem gesichert. Interessierte Nordhäuser können diese als Souvenir erwerben. Details dazu werden in Kürze bekannt gegeben.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) verweist darauf, dass mit dem Neubau des Mehrzweckgebäudes auch an die Nicolai-Kirche erinnert werde, die bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg neben dem Rathaus gestanden habe. „Die Verbindung zum ehemaligen Sakralbau ist gegeben, da hier die `Himmelgarten-Bibliothek` ihre Heimat bekommt. Darüber hinaus soll es im Inneren des Gebäudes auch eine bauliche Einrichtung geben, die an die Kirche erinnert.“

In die Vollen gehen die Bauarbeiten am Dienstag. Begonnen wird mit dem Tiefbau – und dabei mit der Verlegung der Kabeltrasse im Gehweg auf der Rathausseite entlang der Engelsburg. Anschließend folgen für die zweistöckige Tiefgarage unter dem Mehrzweckgebäude die Erdarbeiten. Zuvor wird das Areal nach Munition abgesucht. Zugleich werden noch einmal Archäologen vor Ort sein. Ende August sollen die Tiefbauarbeiten beendet sein; dann geht es mit den Rohbau-Arbeiten weiter. Bis dahin kann auch der Verkehr vor der Baustelle ungehindert fließen.

Mit dem Start der Rohbauarbeiten allerdings wird der Straßenbereich zwischen Abzweig Bäckerstraße bis hinunter zum Lutherplatz für den Autoverkehr gesperrt. Der Gehweg vor den Geschäften bleibt geöffnet. Für die Zeit der Bauarbeiten werde auch der Rathausplatz teilweise für den Fahrzeugverkehr genutzt. Über ihn werden die Nutzer der bereits bestehenden Tiefgarage an- und abfahren.

Das Mehrzweckgebäude soll im September 2013 fertig sein. Der Bau wird zum Beispiel das Doimizil für die Nordhäuser Kulturbibliothek. Darüber hinaus sollen im Gebäude auch Räume für Veranstaltungen und die Sitzungen des Stadtrates entstehen. Im Außengelände werden Terrassen gebaut, ein Wasserbecken sowie Grünflächen. Darüber hinaus soll ein Lesecafe eingerichtet werden. Parallel zum Bau wird auch die Rückseite des Stadthauses saniert. Darüber hinaus wird das Rathaus behindertengerecht umgebaut.

Die Bauarbeiten können ab heute auch im Internet verfolgt werden. Über die neu gestaltete städtische Internetseite www.nordhausen.de kann auf eine Info-Seite mit Web-Cam zugegriffen werden.
Das Bild wird mehrmals in der Stunde aktualisiert.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Wolfi65
11.06.2011, 05:28 Uhr
Passt rein
Die neue Kulturbibliothek passt wirklich rein in das historische Aussehen des Rathauses. Es wird aussehen wie David gegen Goliat. Dieser Klotz ist durch seine achitektonische Langweiligkeit nicht zu übertreffen. Ein DDR Achitekt hätte seine wahre Freunde an dem Bau.

Solche Dinger stehen überall in Russland und im ehemaligen Ostblock. Wer Nachts mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug springt, weiss nicht ob er in Magdeburg, Hoyerswerda oder in einem Moskauer Vorort gelandet ist.

Da wird ein Schandfleck durch einen neuen ersetzt. Tolle Leistung...
VGF
11.06.2011, 08:30 Uhr
Ja, passt prima ...
... , denn gerade der Kontrast zwischen Alt und Neu wird sehr interessant aussehen.

Was hätte man den bauen sollen? Einen Nachbau irgendwelcher Kellergewölbe aus dem 13. Jahrhundert. Natürlich gibt es immer (auch sinnvolle) Alternativen, aber es gab einen Wettbewerb und dieser Entwurf hat gewonnen. Punkt.
Wolfi65
11.06.2011, 10:30 Uhr
Basta und Punkt
Das ist die typische Basta-Politik. Die Menschen vor ein vollendetes Werk stellen.
Touristen wird man mit der Bauhaus Achitektur nicht anlocken.

Die Länge mal Breite mal Höhe Häuser gibt es schon überall zu besichtigen. Auch in Westdeutschland, wo man sich so herrlich über die DDR Plattenbauten aufregt und jahrelang selber Plattenbauten en gros gebaut hat.
Bodo Schwarzberg
11.06.2011, 11:46 Uhr
noch mehr Beton in der Innenstadt?
Sicherlich braucht Nordhausen ein attraktives Zentrum, denn seit der Zerstörung gibt es ein solches nicht wirklich. Aber die Zeiten haben sich geändert. Die Attraktivität und Wohnlichkeit von immer mehr Städten wird in Zeiten des Klimawandels zunehmend eben nach Ihrem Stadtklima als "weicher Faktor" bewertet. Allgemein bekannt ist, dass die Temperaturen in den Innenstädten bis zu vier Grad über denen der Umgebung liegen. Vor diesem Hintergrund macht man sich in vielen Städten über deren stadtklimausgleichende Gestaltung Gedanken. Ich bin der Meinung, dass man auf der Fläche, wo die Kulturbibliothek entstehen soll, eine baumbestandene Fläche hätte anlegen sollen. Noch mehr Beton heizt das innerstädtische Klima unnötig auf. Vielleicht aber denken die Stadtoberen ja auf der Fläche neben der Sparkasse ein wenig zukunftsgewandter und nutzen jene für die Anlage einer weiteren grünen Lunge, wegen mir auch mit einigen kleineren Gebäuden. Erinnern wir uns an das Jahr 2003: 15.000 Menschen starben zusätzlich in Eurpaos Städten den Hitzetod. Sollten solche Fakten nicht zugkräftiger sein als ein Prunkbau?
Ein interessantes Beispiel ist Halle-Neustadt, eine Neubaustadt, die praktisch mitten im Wald steht. Im Hitzesommer 2003 war das Klima dort halbwegs erträglich.Es zog viele Menschen zur Erholung dorthin.
Ich fordere die Stadtverwaltung auf, deutlich mehr Bäume in die Innenstadt zu bringen. In Zukunft werden weniger Kulturbibliotheken für unseren Wohlstand entscheidend sein. Aber diese belegbare Erkenntnis erfordert bei allen ein neues Denken.Und das sollte schnell kommen, auch in Nordhausen.
NDHler
11.06.2011, 12:03 Uhr
Gelungen!
Architektur ist immer Geschmackssache. Das kann man nicht verallgemeinern. Da hat jeder seine persönliche Meinung und es ist sicher für den einen oder anderen schwierig, wenn alt und neu so brutal aufeinander treffen. Mir persönlich gefällt gerade das sehr gut!!! Auch der geplante neue Übergang mit dem Glasüberbau… einfach klasse! Aber wie gesagt, niemand sollte hier seine Meinung verallgemeinern, es ist und bleibt Geschmackssache!
@wolfi65
Sehr schwache Beiträge von ihnen!
Bodo Schwarzberg
11.06.2011, 12:29 Uhr
Wolfis Architekturschelte ist o.k.
Ich gebe übrigens dem Wolfi ausnahmsweise mal recht: Je länger ich mir dieses Produkt architektonischer Forschung so anschaue, um so unattraktiver finde ich es. Es ist austauschbar, gesichtslos und unindividuell. In jeder Stadt findet man Bauten dieser Art.

Dadurch verliert Nordhausen wieder ein Stück Individualität und eigenen Charme. Wenn es schon noch mehr Beton in der Innenstadt sein soll: Dann hätte man sich doch ein wenig mehr an Alt-Nordhausen orientieren können: Es gibt doch sogar gelungene Beispiele in der Stadt: z.B. das Haus, in dem die Firma Rollfinke ihren Sitz hat und das sich als Fachwerkbau hervorragend in die Altstadt einpasst.

Durch das geplante, wohl moderne, aber vollkommen gesichtslose, kalte Gebäude aber wird das Inseldasein des Rathauses geradezu überbetont. Und damit werden die Wunden, die die Zerstörung in der Stadt gerissen haben, abermals präsentiert, eben, weil man die Möglichkeiten zu ihrer punktuellen Schließung nicht beherrscht.

Vielleicht wird es am Ende so kommen, wie mit dem Pariser Eiffelturm. Der sollte nach der dortigen Weltausstellung nach 25 Jahren wieder abgerissen werden und wurde von den Parisern als abgrundtief hässlich tituliert. Heute ist er ein Wahrzeichen mit Weltgeltung. Zwar wird das mit dem unattraktiven Betonklotz in Nordhausens Mitte gewiss nicht passieren, aber wie immer: Wenn das Ding erst einmal steht, redet kein Mensch mehr über dessen Aussehen.

Dennoch wird stadtökologisch und stadtarchitektonisch der Stadt eine weitere Wunde hinzugefügt. Vielleicht hätte man sich auch an Dresden orientieren können: Die Stadt hat mit großem, aber sehr werbewirksamen Tam Tam ihre Frauenkirche wieder aufgebaut.

Einen solchen visionären Plan hätte man sich für die zerstörte Nikolaikirche in Nordhausen ebenso wünschen können. Mit Konzerten und vielen anderen Aktivitäten hätten über Jahre hinweg Mittel eingeworben werden können. Begleitet von einer ausgeklügelten Werbekampagne wäre die Stadt dadurch gewiss bekannter geworden und hätte viele Touristen angezogen.

Vielleicht hätte man sogar eine Art Partnerschaft mit Dresden schließen können. Beide Städte wurden zerstört, haben daher einen gemeinsamen Leidensweg hinter sich. Aber all das erfordert mehr Phantasie und mehr visionäres Denken, als dies für den geplanten Allerweltsbau, der nun kommt, vonnöten ist. Wieder wurde eine Chance für unsere Stadt vertan.
NDHler
11.06.2011, 13:02 Uhr
Hitzetote durch den Neubau????
Aber Herr Schwarzburg, ich glaube nicht, dass durch diese neuen Gebäude die Zahl der Hitzetoten in Nordhausen steigen wird! Bleiben wir mal auf dem Teppich!
Wolfi65
11.06.2011, 17:25 Uhr
Was soll das?
Was soll man denn dazu noch schreiben?
Der Bau ist häßlich und passt überhaupt nicht zum Naturstein Rathaus.
Wie schon von einigen Kommentatoren geschrieben, werden da auf brutale Weise unterschiedlichen Bauformen "zusammen" gebracht.

Die schweren Mauern des Rathauses halten übrigens im Sommer die Hitze vom Innenraum fern, während der Hoch gelobte Neubau mit seinen herrlich großen Glasflächen bestimmt die Stromrechnung für die Klimaanlagen hochtreiben wird.
Aber die EVN hat bestimmt einen Sonder-Spar-Tarif im Petto. Man hat sich ja auf Jahre hinaus mit Verträgen abgesichert.
Bodo Schwarzberg
12.06.2011, 00:09 Uhr
NDHler: Weniger Hitzetote durch Maßnahmenkomplex!
An welcher Stelle, lieber NDHler habe ich etwas von Hitzetoten durch den Neubau geschrieben? Da bin ich aber gespannt, ob Sie eine solche finden!

An Ihren und anderen Äußerungen zu diesem globalen Thema erschreckt mich immer wieder eine fehlende komplexe Herangehensweise. Die Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels in den Städten bestehen aus einem Komplex von Maßnahmen, die in ihrer Gesamtheit zu einer Verbesserung der Lebensqualität und damit auch zu einer Vergrößering der Lebenswerwartung im Extremhitzefall beitragen.

Dazu gehören: intelligente Gebäudeisolationen, Frischluftschneisen, mehr Bäume und Wasserflächen, eine Anpassung des Gesundheitssystems und ein Hitzewarnssystem bzw. -informationssystem, und auch z.B. geänderte Arbeits- und Aktivitätszeiten. In südlichen Ländern wird kaum in den heißen Stunden gearbeitet, wenn der Körper massiv belastet ist.

Vielleicht haben Sie mich jetzt besser verstanden. Ein Maßnahmekomplex führt zu einer Verbesserung der Situation in den Städten. Und dazu gehört auch ein Abklären sämtlicher Baumaßnahmen bezüglich Ihrer Stadtklimarelevanz. Dazu gab es bereits Konferenzen, lieber NDHler. Klicken Sie sich einfach mal durch.

Jedenfalls ist ein Ergebnis der aktuellen "Denkfabriken", dass es für das Innenstadtklima und damit für die Lebensqualität besser ist, wie oben schon geschrieben, baumbestandene Grünflächen und Wasserflächen zu schaffen. Sie wissen doch, dass Wasser durch seine Verdunstung die umgebende Luft abkühlt. Denselben Effekt haben Bäume, die ja aktiv Wasser verdunsten.

Ein Komplex von Maßnahmen kann mehr Hitztote vorbeugen. Dazu gehört auch ein sehr vorsichtiger Umgang mit offenen Innenstadtflächen. Vielleicht haben Sie mich jetzt verstanden. Wir brauchen übergreifendes Denken und keine pauschalen Sichtweisen. Bei letzteren kommt so etwas heraus, wie Sie schreiben.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)