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So, 17:55 Uhr
21.08.2011

Bilderbriefe aus dem Kunsthaus (5)

Seit dem 16. Juli läuft im Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen eine Sonderausstellung, die 135 originale Kunstwerke von der Frühromantik über die Hochromantik bis zum Biedermeier zeigt. Um einer Vielzahl von Lesern Lust auf diese Bilderschau zu machen, wird es bis zu deren Ende am 2. Oktober in der nnz „Bilder-Briefe aus dem Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen“ geben...

Adolf Senff (1785-1863)

Roter Mohn, o. J.
Öl/Papier, 42,1 x 21,7 cm
signiert linke untere Bildhälfte Adolf Senff
© Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt


Roter Mohn (Foto: privat) Roter Mohn (Foto: privat) Adolf Senff, gebürtig aus Halle, studierte Theologie und machte sich auch mit den pädagogischen Lehren Pestalozzis bekannt. Er war also prädestiniert, 1809 durch Vermittlung nach Dresden-Neustadt in das Haus „Gottessegen“ (jetzt Museum zur Dresdner Frühromantik) als Erzieher und Lehrer für die Söhne Gerhard und Wilhelm des bekannten Porträt- und Historienmalers Gerhard von Kügelgen zu kommen. In dem Buch „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“, von Wilhelm von Kügelgen verfasst, wird Senff mehrmals erwähnt.

„Ich weiß es nicht, ob Senff gleich mit der Absicht und vielleicht gerade deshalb in unser Haus gekommen war, um sich fortan der Malerei zu widmen, oder ob er, durch das lebhafte Kunstgetriebe, in das er sich versetzt fand, angesteckt, erst zu solchem Entschluß gelangte – kurz, er wollte nun auch Maler werden, zeichnete und malte fortwährend, und indem er uns unterrichtete, genoß er gleichzeitig die Unterweisung meines Vaters.“ In dieser Zeit lernte er Schriftsteller und Künstler der Romantik kennen, unter ihnen Caspar David Friedrich, mit dem Gerhard von Kügelgen sehr befreundet war.

In W. v. Kügelgens „Jugenderinnerungen“ steht über den frühromantischen Maler: „Friedrich war ein sehr aparter Mensch ... Im allgemeinen war er menschenscheu, zog sich auf sich selbst zurück und hatte sich der Einsamkeit ergeben, die je länger, je mehr seine Vertraute ward und deren Reize er in seinen Bildern zu verherrlichen suchte ... Dergleichen Bilder waren früher nicht gewesen und werden schwerlich wiederkommen, denn Friedrich war ein Einundeinzigster in seiner Art wie alle wirklichen Genies.“ Vielen mutete das, was Friedrich malte, sonderbar an. „Nicht paradiesische Gegenden voll Reichtum und lachender Pracht ... Ein Nebelmeer, aus dem eine einsame Felsenkoppe ins Sonnenlicht aufragt, ein öder Dünenstrand im Mondschein, die Trümmer eines Grönlandfahrers im Polareise ...“ .

Von 1816 bis 1833 lebte Senff, der eine kleine Erbschaft gemacht hatte, in Rom und noch einmal von 1837 bis 1848. Seine Wohnung hatte er in der damals sehr bekannten Künstlerunterkunft der Familie Buti in der Via Sistina 48, genannt Casa Buti, unweit der Spanischen Treppe. Auch das berühmte Cafe Creco, der Treffpunkt der deutschen Künstler, war mit einigen Schritten die Treppenstufen hinab zu erreichen. Senff machte sich in Rom einen Namen als Kopist der Werke Raffaels und als Porträtist, als Landschaftsmaler trat er nicht hervor. Natur- und Architekturdarstellungen bilden allerdings nicht selten den Hintergrund der Porträts.

Seit 1825 erreichte Adolf Senff in Rom Anerkennung durch seine bemerkenswerte Kunst, Blumen und Früchte zu malen. Er schreibt in einem seiner Briefe: „General Consul Bartholdy gewann einen wahren Fanatismus für meine Blumen und verschaffte mir sogleich Bestellung auf 5 kleine Blumenbilder ... so wie die Natur hier dergleichen blumige Terrains sehr reichlich im Frühjahr darbietet, versteht sich lauter wilde Blumen ... So bin ich, ohne es zu wollen, und ohne es fast selbst zu wissen, dazu gekommen, mich ernsthaft mit diesem Genre zu beschäftigen ... und habe die beiden Frühjahr und Sommer ... ausschließlich dazu verwendet mir Blumenstudien zu sammeln, die ich alle gleich alla prima in Öl male.“

Im Katalog der Berliner Akademieausstellung von 1828 steht: „Adolf Senff, Rom. ‚Kranzwinderin’, veranlaßt durch Goethes Gedicht. Drei Blumenstücke.“

Man gab ihm den Beinamen „Raffaele di fiori“ (Raffael der Blumen). Unter den Käufern seiner Blumenstudien mit Ölfarben befanden sich König Friedrich Wilhelm III., Großfürst Alexander von Russland, Baron Rotschild, Caroline von Humboldt, Bertel Thorvaldsen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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