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Sa, 21:18 Uhr
28.05.2022
Thüringer HC

Kein Glück gegen den Favoriten

Im Halbfinale des OLYMP Final4 musste sich der Thüringer HC mit 28:32 (12:17) gegen den neuen Deutschen Meister SG BBM Bietigheim geschlagen geben...

Die technischen Fehler aufseiten der Thüringerinnen waren doch ein paar zu viel und die Schwäbinnen bestraften diese sofort. Mit dem schnellen Umschaltspiel und dem hohen Tempo hatte der THC einige Probleme, auch wenn die Thüringerinnen immer wieder ihre Chance zu nutzen versuchte und den Abstand klein hielt. Kerstin Kündig (7) und Annika Meyer (6) waren die erfolgreichsten Torschützinnen des THC. Je fünf Tore erzielten Inger Smits und Karolina Kudlacz-Gloc für die SG BBM.

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Schon im ersten Angriff fiel der erste Treffer. Inger Smits wackelte Annika Meyer aus und erzielte die Bietigheimer Führung. Im Gegenzug erhielt der THC einen Strafwurf zugesprochen - Asli Iskit traf nur den Pfosten. Julia Maidhof machte es auf der Gegenseite besser und verwandelte ihren Strafwurf gegen Irma Schött zum 2:0 für die SG. Mit einem platzierten Schlagwurf ins obere Toreck erzielte Kerstin Kündig den ersten THC-Treffer. Am Kreis musste Annika Meyer von Beginn an einstecken, den fälligen Strafwurf verwandelte Kerstin Kündig sicher. (6. Minute - 1:2)

Zimperlich ging es auf beiden Seiten nicht zu, Kelly Dulfer wurde von Kerstin Kündig aus der Luft geholt, die Schiedsrichter entschieden auf Siebenmeter und Zeitstrafe gegen den THC. Gelegenheit für Irma Schjött sich auszuzeichnen - mit dem rechten Fuß wehrte sie reaktionsschnell diesen Wurf ab. Der THC ergänzte die Feldspieler und ließ das Tor leer. Lydia Jakubisova erzielte den Ausgleich, doch postwendend landete der Ball im leeren THC-Gehäuse. Mit einem sehr schönen Fernwurf netzte Anika Niederwieser nach neun gespielten Minuten zum 4:4-Ausgleich ein. Die erste THC-Führung stellte nach einem super Abwehrblock und präzisen Pass von Irma Schjött, Yuki Tanabe her. Wiederum Ballverlust der Bietigheimerinnen, im Gegenangriff führte Trikothalten bei Lydia Jakubisova zum Strafwurf und Zeitstrafe - die Bietigheimer Torhüterin Gabriela Moreschi hielt den Ball von Kerstin Kündig spektakulär und ließ sich auch vom Nachwurf durch Lydia Jakubisova nicht überwinden. Im Gegenzug ein ansatzloser Sprungwurf von Inger Smits - Ausgleich zum 5:5. Ein Ballverlust des THC verursachte den 6:5 Torerfolg im Gegenstoß.

Ein sehenswerter Heber von Yuki Tanabe und der nächste ansatzlose Schlagwurf ins obere Eck von Kerstin Kündig, brachten die 7:6-Führung für den THC. Bis zur 20. Minute wechselte die Führung. Unentschieden - 9:9, Julia Maidhof hatte es in der Hand ihr Team in Führung zu bringen, doch Irma Schjött reagierte spektakulär. Nach Auszeit Bietigheim neigte sich das Wurfglück mehr und mehr der SG zu. Die eingewechselte Xenia Smith erzielte mit einem schönen Heber die 10:9, scheiterte kurz danach an Irma Schjött. Auch Yuki Tanabe brachte freistehend den Ball nicht an Moreschi vorbei. In der Folge zeigte Karolina Kudlacz-Gloc ihre ganze Routine - Treffer mit links, zwei schöne Pässe auf Trine Jensen Östergaard und der THC geriet in Rückstand. Stine Jörgensen erzielte per Konter das 12:9.

Die Bietigheimer Abwehr spielte sehr beweglich und ließ kaum noch Lücken zu. Lamprini Tsakalou mit schönem Wackler an ihrer Gegenspielerin vorbei, holte den nächsten Siebenmeter heraus. Der landete im Tor. Nach 25 Minuten führte die SG BBM mit 13:11. Die Konzentration in der THC-Abwehr ließ nach, Bietigheim erhöhte in der Folge auf 14:11.

Mit viel Übersicht machte Karolina Kudlacz-Gloc den Unterschied in dieser Spielphase - Fernwurftreffer und ein Rückhandpass für Luisa Schulze an den Kreis waren vom THC nicht mehr zu verteidigen. In die Kabine ging es mit der 17:12-Führung für die SG BBM Bietigheim.

Die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit zog die SG BBM Bietigheim das Tempo merklich an, damit kamen die Thüringerinnen schon im Spiel gegen Buxtehude nicht klar. Der Thüringer HC würde es also nicht leicht haben in der 2. Halbzeit. Die Vorteile lagen ganz klar bei den Baden-Württembergerinnen, die das schnelle Umschaltspiel beherrschen und auf eine genügend große Personalreserve zurückgreifen konnten. Nach 35. gespielten Minuten führte Bietigheim mit 19:13. Die Thüringerinnen erlaubten sich nun im Angriff zu viele Fehler im Spielaufbau und im Abschluss. Die SG bestrafte nun die kleinsten Fehler. Herbert Müller nahm nach dem Strafwurftor durch Kim Naidzinavicius zum 13:20 die erste Auszeit in der zweiten Spielhälfte. Der THC suchte häufiger das schnelle Anspiel an den Kreis, wenn der Ball bei Annika Meyer ankam, dann war er drin - 16:22. Vom Strafwurfpunkt netzte Asli Iskit zum 20:24 ein, nachdem Lamprini Tsakalou bei Durchbrechen der Abwehr gefoult wurde.

Mit einer Fünftoreführung der SG ging es in die Schlussviertelstunde im zweiten Halbfinale. Unterzahl für Bietigheim das Markus Gaugisch mit dem Empty Goal ausglich. Jennifer Rode behielt die Übersicht und versenkte direkt aus eigener Spielhälfte, der THC auf drei Tore ran - 21:24.
Nochmal bäumte sich der Thüringer HC auf und sucht seine Chance. Der THC gab nicht auf und kämpfte, um das Ergebnis knapp zu gestalten. Die SG BBM verwaltet die Führung bei vier bis fünf Toren. In der 57. Minute nahm Herbert Müller beim Stand 25:29 ein letztes Team Timeout. Er forderte die offene Abwehr seiner Mannschaft, die schon an der Neunmeterlinie störte. Das riss die gefürchteten Lücken, die der Bundesliga Erste eiskalt nutzte und mit dem 28.32-Endergebnis den Einzug ins Finale gegen den VfL Oldenburg perfekt machte.

Im kleinen Finale, um Platz drei trifft der Thüringer HC am morgigen Sonntag auf den Buxtehuder SV.
Roman Knabe/Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann
Autor: red

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