Sa, 20:00 Uhr
14.03.2026
Meine Meinung
Mens sana in corpore sano
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Juvenal, ein römischer Dichter erkannte das früh vor unserer Zeit. Unser Kolumnist Karl Nickel meint: Ein voller Bauch studiert nicht gern. Ein leerer Bauch aber auch nicht...
Pausenbrot mit Rama (Foto: Ken Boyd auf Pixabay)
In ein paar Tagen ist sie vorbei. Die christliche Fastenzeit dauert von Aschermittwoch bis Ostern. Wer da nicht fastet, der ist kein Christ. Was immer fasten sein mag. Jeder soll die Bedeutung des Begriffes gern für sich selbst auslegen. Verzicht auf Fleisch oder Bier. Kein Zucker, kein Fett, kein Kaffee, kein Tabak, kein irgendwas.
Manche verzichten aufs Autofahren, andere dagegen auf Fernsehen oder Internet, oder gar auf Sex. Es mag jedem selbst überlassen sein, worauf er verzichtet.
Nun gibt es in der Welt einige, nicht wenige, die enthaltsam leben, in einer Zeit, die ihnen der Schöpfer zur Askese aufgibt. Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. So ist es manches Mal im jeweiligen Katechismus zu lesen. In der Dunkelheit will es der Herr nicht sehen, wenn ein wenig über die Stränge geschlagen wird. Dann bricht man gern mal das Brot und greift zum Obst, um sich von der des Tages darbenden Last ein wenig Erleichterung zu verschaffen. Die Schwaben waren dabei wie immer sehr pfiffig und erfanden das "Hergottsbescheißerle", um den Darm nicht umsonst an der Peristaltik arbeiten zu lassen.
Verzicht auf Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme tagsüber bedeutet aber auch, und das konnten mehr oder weniger namhafte Wissenschaftler nachweisen, Unkonzentriertheit, Aggression, Unwohlsein, Kopf- und Magenschmerzen, Insomnie (für alle, die es nicht wissen: Schlaflosigkeit), Gelenkwehtaten, Lustlosigkeit oder gar psychische Auffälligkeiten, die anderen so richtig auf den Sack gehen, und so weiter und so weiter. Der Mensch ist individuell. Und: Die Dosis macht das Gift.
Wir kommen zur gegenwärtigen Nachrichtenlage
Es ist in der "BILDenden" Presse zu lesen, dass es da eine Schule im nordrhein-westfälischen Kleve gibt, die aktuell ein Phänomen widerspiegelt. Fast kam es zum Eklat. Ach übrigens, das war auch den öffentlich-rechtlichen Medien eine Meldung wert.
An dieser durchschnittlichen Gesamtschule (wer immer sich diese Schulform ausgedacht hat, sei dahingestellt) kam es zu vergleichsweise, für die derzeitige Bundesrepublik, exemplarischen Vorkommnissen. Diese nach bundesdeutschem Recht und nach Schulordnung geführte Gesamtschule riet dem 20-Prozent-Anteil der "nichtmigrantischen" Schüler, ihr Pausenbrot doch bitte von den anderen Anwesenden abgewandt einzunehmen, um die muslimischen Eleven "nicht zu provozieren" in deren Ramadan.
Zuvor kam es auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern gegenüber den "generationsdeutschen" (dieser Begriff stammt nicht von K. Nickel) Kindern zu Aufforderungen, ihr Pausenbrot doch sofort in die Mülltonne zu werfen, weil ja Ramadan sei. Teilweise geschah das unter Androhung von "Konsequenzen". Es wurden sogar von Seiten der muslimischen Schülerschaft Würge- und Kotzgeräusche" [sic] nachgeäfft, um die Kinder der unterrepräsentierten Gesellschaft an der Schule zum Verzicht aufzufordern, ihr liebevoll von der Mutter zubereitetes Pausenbrot aus der Brotbüchse zu nehmen und zu verspeisen.
Dieser Umstand wurde zum Leidwesen der Lehrerschaft dieser Bildungseinrichtung durch eine fürsorgliche Mutter in der Öffentlichkeit thematisiert. Die Frau Mutter erdreistete sich gar, dem zuständigen Bildungsministerium einen Brief zu den Vorfällen zu verfassen und zuzuleiten.
Wer ist nun der Böse? Ist es der Verursacher oder ist es der Herold der schlechten Nachrichten? Die Schule sieht nunmehr die Mutter als unbequem an. Natürlich gibt es Querulanten unter den Eltern. Das weiß jeder, der mal in einer Elternversammlung auf viel zu kleinen Stühlen saß.
Die Frau hatte aber, aus ihrer Sicht, recht. Schlicht, die anderen Eltern (80%-Mehrheit anderer Glaubensrichtung und anderer Auffassung vom Ernährungsverhalten der Kinder in der Zeit des Ramadan) waren nicht so ganz dieser Meinung. Nun verstrickte sich der leitende Pädagoge der "Joseph Beuys Gesamtschule" in Kleve (NRW) nach dem unerwarteten Ereignis in peinliche Erklärungsnöte.
Er hatte wohl seinen Schulhof nicht ganz im pädagogischen Blick. Natürlich ist es ein Problem für einen an deutschen Universitäten ausgebildeten Lehrer, alle Mentalitäten der Schüler souverän zu handhaben. Das ist verständlich. Nur, es ist in dieser Weise inakzeptabel.
Kinder müssen regelmäßig essen und trinken! Auch mal außer der Reihe.
In den Pausen müssen sie ohne Anfeindungen ihre Brotbüchse öffnen dürfen und zugreifen, ohne dass es ihnen geneidet wird. Keine Ideologie, keine Religion und kein Dogma darf ihnen das verbieten! Auch der Tausch der Schulbrote aus der Brotbüchse, so wie wir das früher mal kannten, muss immer erlaubt sein. Kein Kind kann Wissen erwerben, wenn es hungrig ist. National-kulturelles Mobbing ist an dieser Stelle ein anderes Thema für einen weiteren Beitrag.
Was ist in unserem säkular-laizistischem System eigentlich los? Wieso laviert sich ein Schuldirektor derart aus der Affäre, indem er das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Bildung in Anspruch nimmt, um seine Versäumnisse zu erklären?
Und: Wie sieht es eigentlich an den Schulen in Thüringen aus? Was ist mit den Schulen in Nordhausen, Greußen, Heiligenstadt oder Bad Langensalza? Wer weiß das schon? Fragen werfen sich auf. Fragen über Fragen.
Wussten Sie, dass es in deutschen Städten wie Frankfurt, Freiburg, Köln und München eine Ramadan-Beleuchtung in den Straßen gibt?
Das ist Akzeptanz und Toleranz des Glaubens anderer Menschen in unserer aufgeklärten Gesellschaft. Das wissen wir seit dem rassistisch angetriebenen, und dem von antisemitischem Hass getriebenen Martin Luther. Entschuldigung. Ich muss das so schreiben, sonst darf ich nicht veröffentlicht werden. (Zwinkersmiley)
Richtig ist das. So muss das sein. Aber, warum so laut und aggressiv, wenn doch Hinduismus, Buddhismus, Judentum und andere Religionen auf Augenhöhe sein sollen? Ist das die freiheitlich-demokratische Grundordnung? Ich stelle mir gerade vor wie es wäre, wenn tausende Katholiken, vielleicht auch die vom Papst nicht so geliebten Luther-Protestanten, in Riad, Mekka, Medina, Teheran oder Bagdad mit dieser Verve auf der Straße ihre Forderungen vortragen würden. Flaggen anderer Länder, die es gut mit ihnen meinen, verbrennen. Denkmäler von in ihrer Religion ungeliebten Propheten schänden oder sprengen, obwohl Jesus einer ihrer Propheten (Gesandter Gottes) ist.
Und die breite Bevölkerung würde vom regierenden Gremium als intolerant und rassistisch gekennzeichnet werden. Die Kreuzzüge sind sehr lange her. Kaum ein Deutscher kann das noch geschichtlich einordnen. Ipso facto ist das, was wir Deutschen gerade mit uns selbst machen, nicht förderlich für unser Gemeinwohl. Bis neulich!
Karl Nickel
Achso. Wer keine Butter mag, der merke sich eines: Ans Schulbrot muss mehr Rama dran.
P.S. Bevor jetzt wieder irgendwelche altklugen Kommentare an dieser Stelle geschrieben werden: Der Verfasser dieses Beitrages musste während seines Studiums sowohl die gesamte Bibel, den Koran als auch den Talmud (insbesondere die Tora --- wir können uns gerne jederzeit streiten :-) ) lesen und darüber in verschiedenen Seminaren referieren.
Autor: psg
Pausenbrot mit Rama (Foto: Ken Boyd auf Pixabay)
In ein paar Tagen ist sie vorbei. Die christliche Fastenzeit dauert von Aschermittwoch bis Ostern. Wer da nicht fastet, der ist kein Christ. Was immer fasten sein mag. Jeder soll die Bedeutung des Begriffes gern für sich selbst auslegen. Verzicht auf Fleisch oder Bier. Kein Zucker, kein Fett, kein Kaffee, kein Tabak, kein irgendwas.
Manche verzichten aufs Autofahren, andere dagegen auf Fernsehen oder Internet, oder gar auf Sex. Es mag jedem selbst überlassen sein, worauf er verzichtet.
Nun gibt es in der Welt einige, nicht wenige, die enthaltsam leben, in einer Zeit, die ihnen der Schöpfer zur Askese aufgibt. Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. So ist es manches Mal im jeweiligen Katechismus zu lesen. In der Dunkelheit will es der Herr nicht sehen, wenn ein wenig über die Stränge geschlagen wird. Dann bricht man gern mal das Brot und greift zum Obst, um sich von der des Tages darbenden Last ein wenig Erleichterung zu verschaffen. Die Schwaben waren dabei wie immer sehr pfiffig und erfanden das "Hergottsbescheißerle", um den Darm nicht umsonst an der Peristaltik arbeiten zu lassen.
Verzicht auf Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme tagsüber bedeutet aber auch, und das konnten mehr oder weniger namhafte Wissenschaftler nachweisen, Unkonzentriertheit, Aggression, Unwohlsein, Kopf- und Magenschmerzen, Insomnie (für alle, die es nicht wissen: Schlaflosigkeit), Gelenkwehtaten, Lustlosigkeit oder gar psychische Auffälligkeiten, die anderen so richtig auf den Sack gehen, und so weiter und so weiter. Der Mensch ist individuell. Und: Die Dosis macht das Gift.
Wir kommen zur gegenwärtigen Nachrichtenlage
Es ist in der "BILDenden" Presse zu lesen, dass es da eine Schule im nordrhein-westfälischen Kleve gibt, die aktuell ein Phänomen widerspiegelt. Fast kam es zum Eklat. Ach übrigens, das war auch den öffentlich-rechtlichen Medien eine Meldung wert.
An dieser durchschnittlichen Gesamtschule (wer immer sich diese Schulform ausgedacht hat, sei dahingestellt) kam es zu vergleichsweise, für die derzeitige Bundesrepublik, exemplarischen Vorkommnissen. Diese nach bundesdeutschem Recht und nach Schulordnung geführte Gesamtschule riet dem 20-Prozent-Anteil der "nichtmigrantischen" Schüler, ihr Pausenbrot doch bitte von den anderen Anwesenden abgewandt einzunehmen, um die muslimischen Eleven "nicht zu provozieren" in deren Ramadan.
Zuvor kam es auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern gegenüber den "generationsdeutschen" (dieser Begriff stammt nicht von K. Nickel) Kindern zu Aufforderungen, ihr Pausenbrot doch sofort in die Mülltonne zu werfen, weil ja Ramadan sei. Teilweise geschah das unter Androhung von "Konsequenzen". Es wurden sogar von Seiten der muslimischen Schülerschaft Würge- und Kotzgeräusche" [sic] nachgeäfft, um die Kinder der unterrepräsentierten Gesellschaft an der Schule zum Verzicht aufzufordern, ihr liebevoll von der Mutter zubereitetes Pausenbrot aus der Brotbüchse zu nehmen und zu verspeisen.
Dieser Umstand wurde zum Leidwesen der Lehrerschaft dieser Bildungseinrichtung durch eine fürsorgliche Mutter in der Öffentlichkeit thematisiert. Die Frau Mutter erdreistete sich gar, dem zuständigen Bildungsministerium einen Brief zu den Vorfällen zu verfassen und zuzuleiten.
Wer ist nun der Böse? Ist es der Verursacher oder ist es der Herold der schlechten Nachrichten? Die Schule sieht nunmehr die Mutter als unbequem an. Natürlich gibt es Querulanten unter den Eltern. Das weiß jeder, der mal in einer Elternversammlung auf viel zu kleinen Stühlen saß.
Die Frau hatte aber, aus ihrer Sicht, recht. Schlicht, die anderen Eltern (80%-Mehrheit anderer Glaubensrichtung und anderer Auffassung vom Ernährungsverhalten der Kinder in der Zeit des Ramadan) waren nicht so ganz dieser Meinung. Nun verstrickte sich der leitende Pädagoge der "Joseph Beuys Gesamtschule" in Kleve (NRW) nach dem unerwarteten Ereignis in peinliche Erklärungsnöte.
Er hatte wohl seinen Schulhof nicht ganz im pädagogischen Blick. Natürlich ist es ein Problem für einen an deutschen Universitäten ausgebildeten Lehrer, alle Mentalitäten der Schüler souverän zu handhaben. Das ist verständlich. Nur, es ist in dieser Weise inakzeptabel.
Kinder müssen regelmäßig essen und trinken! Auch mal außer der Reihe.
In den Pausen müssen sie ohne Anfeindungen ihre Brotbüchse öffnen dürfen und zugreifen, ohne dass es ihnen geneidet wird. Keine Ideologie, keine Religion und kein Dogma darf ihnen das verbieten! Auch der Tausch der Schulbrote aus der Brotbüchse, so wie wir das früher mal kannten, muss immer erlaubt sein. Kein Kind kann Wissen erwerben, wenn es hungrig ist. National-kulturelles Mobbing ist an dieser Stelle ein anderes Thema für einen weiteren Beitrag.
Was ist in unserem säkular-laizistischem System eigentlich los? Wieso laviert sich ein Schuldirektor derart aus der Affäre, indem er das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Bildung in Anspruch nimmt, um seine Versäumnisse zu erklären?
Und: Wie sieht es eigentlich an den Schulen in Thüringen aus? Was ist mit den Schulen in Nordhausen, Greußen, Heiligenstadt oder Bad Langensalza? Wer weiß das schon? Fragen werfen sich auf. Fragen über Fragen.
Wussten Sie, dass es in deutschen Städten wie Frankfurt, Freiburg, Köln und München eine Ramadan-Beleuchtung in den Straßen gibt?
Das ist Akzeptanz und Toleranz des Glaubens anderer Menschen in unserer aufgeklärten Gesellschaft. Das wissen wir seit dem rassistisch angetriebenen, und dem von antisemitischem Hass getriebenen Martin Luther. Entschuldigung. Ich muss das so schreiben, sonst darf ich nicht veröffentlicht werden. (Zwinkersmiley)
Richtig ist das. So muss das sein. Aber, warum so laut und aggressiv, wenn doch Hinduismus, Buddhismus, Judentum und andere Religionen auf Augenhöhe sein sollen? Ist das die freiheitlich-demokratische Grundordnung? Ich stelle mir gerade vor wie es wäre, wenn tausende Katholiken, vielleicht auch die vom Papst nicht so geliebten Luther-Protestanten, in Riad, Mekka, Medina, Teheran oder Bagdad mit dieser Verve auf der Straße ihre Forderungen vortragen würden. Flaggen anderer Länder, die es gut mit ihnen meinen, verbrennen. Denkmäler von in ihrer Religion ungeliebten Propheten schänden oder sprengen, obwohl Jesus einer ihrer Propheten (Gesandter Gottes) ist.
Und die breite Bevölkerung würde vom regierenden Gremium als intolerant und rassistisch gekennzeichnet werden. Die Kreuzzüge sind sehr lange her. Kaum ein Deutscher kann das noch geschichtlich einordnen. Ipso facto ist das, was wir Deutschen gerade mit uns selbst machen, nicht förderlich für unser Gemeinwohl. Bis neulich!
Karl Nickel
Achso. Wer keine Butter mag, der merke sich eines: Ans Schulbrot muss mehr Rama dran.
P.S. Bevor jetzt wieder irgendwelche altklugen Kommentare an dieser Stelle geschrieben werden: Der Verfasser dieses Beitrages musste während seines Studiums sowohl die gesamte Bibel, den Koran als auch den Talmud (insbesondere die Tora --- wir können uns gerne jederzeit streiten :-) ) lesen und darüber in verschiedenen Seminaren referieren.


