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Mo, 09:49 Uhr
29.06.2009

nnz-Forum: Enttäuscht!

Unerhört, was derzeit Niedersachswerfen passiert. Ein Leser der nnz macht darauf im Forum aufmerksam und will damit eine Grundsatzdebatte auslösen..


Man stelle sich einmal folgende Situation vor: Das Kind einer befreundeten Familie hat Geburtstag, und man ist zur Feier eingeladen. Natürlich besorgt man ein schönes Geschenk, das vielleicht sogar nicht ganz billig ist. Man ist sich aber sicher, dass es dem Kind gut gefallen wird. Nach dem Überreichen des Geschenkes beginnt das Kind damit zu spielen - und man freut sich gemeinsam mit den Eltern des Kindes darüber.

Doch dann fängt das Kind an, und montiert Einzelteile des Geschenkes ab und setzt zu intensiven Materialtests an. Erschrocken schaut man - wegen des doch hohen Preises des Geschenks - auf die Eltern, die dem Treiben Einhalten gebieten könnten. Diese aber sehen geflissentlich über das Tun des Kindes hinweg. Sogar als der Sprössling anfängt, schwere Teile des Geschenkes als Wurfgeschosse zu verwenden und dabei sogar Beschädigungen im nachbarlichen Garten anrichtet, kommt keine Reaktion von den Eltern.

Und nun die Frage: wären Sie darüber erfreut?

Anfang Juni haben der Förderverein "Kinderlachen" e.V. und die Gemeinde Niedersachswerfen einen zum größten Teil durch private Spenden finanzierten Kinderspielplatz übergeben. Auch hier war die Freude groß, der Spielplatz wurde gut angenommen. Doch schon kurze Zeit später begannen die ersten Kinder, den (zukünftigen) Kletterberg förmlich umzugraben und mit den ausgegrabenen Steinen Wurfspiele zu veranstalten.

Und die Eltern? Die betrachteten das Geschehen relativ uninteressiert oder gar nicht. Einschreiten und die Kinder zur Ordnung rufen? Fehlanzeige. Stattdessen wurde den vereinzelt mitgebrachten Hunden mehr Aufmerksamkeit gewidmet, damit diese ihr Geschäft auf dem Gelände des Spielplatzes (!!) erledigen konnten. Wohlgemerkt dort, wo auch ihre Kinder spielen. Das Nutzen von Abfalleimern ist für die Wenigsten ein Muss, und schon gar nicht für die Raucher, die ihre abgebrannten Kippen ebenfalls sorglos auf den Boden fallen lassen. Rauchen auf dem Spielplatz - sowieso eine gute Kombination.

Mittlerweile kam es schon zu ersten Sachbeschädigungen, weil fliegende Steine den Weg bis auf den naheliegenden Parkplatz gefunden haben und dort Beulen und geplatzte Frontscheiben verursachten. Aber scheinbar wird auch die Zerstörungswut der "Kleinen" durch ihre Erziehungsberechtigten toleriert. Wer den Schaden schließlich reguliert, ist nicht ihr Problem.

Wie fühlen sich denn jetzt die Schenker, wenn die Beschenkten und ihre Eltern so sorglos mit dem fast 20.000 Euro teuren Spielplatz umgehen? Verspüren sie noch Freude, denken sie noch immer, sie haben das Richtige getan? Werden sie - bei nächster Gelegenheit - wieder dabei sein, um einer guten Sache den Weg zu bereiten?

Auch wenn der Begriff "Freiheit" für den Einzelnen für die Wahrung seiner Rechte steht, so bedeutet er doch auch eine Verpflichtung, die Rechte der Anderen zu respektieren. Wir leben in einer Gesellschaft, und so wie ich respektiert werden möchte, habe ich auch andere zu respektieren. Warum geht man dann nicht mit den Dingen, die der Allgemeinheit gehören ebenso um wie mit dem eigenen Hab und Gut? Ist diese Selbstbedienungsmentalität nicht das, was wir sonst so verurteilen?

"Verweile hier so ungefähr, als ob's Dein eigner Garten wär!" Dieser Spruch, der die Besucher des Rosengartens Nordhausen seit den sechziger Jahren begrüßt hat, ist heute genauso aktuell wie damals. Im Namen aller Spender, aller Helfer, im Namen der Kinder rufe ich deshalb alle Eltern in Niedersachswerfen auf: Sorgt dafür, dass der Spielplatz ein Platz der Freude ist, auf dem unsere Kinder gerne und sicher und in einem sauberen Umfeld spielen können!
Dirk Daniel, Vorsitzender Förderverein "Kinderlachen"
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Susanna
29.06.2009, 11:04 Uhr
traurig, aber oft realität
Hallo,
ich selbst bin Mutter von 2 Kindern und gehe natürlich oft auch mit ihnen auf dem Spielplatz
(in Nordhausen). Und diese Gedankenlosigkeit kann man leider sehr sehr oft beobachten. Oft gesehen haben wir das Müll in die Büsche und Sträucher geworfen wird, Zigarettenkippen werden gerade da hin geschmissen wo sie gehen und stehen. Alles ohne jede Verantwortung.

Aber ich bin fast davon überzeugt das wir diese Familien nie hier erreichen werden da sie sich nicht mit dem Thema beschäftigen. Ich habe es mir abgewöhnt jemanden auf sein tun und handeln anzusprechen, denn egal wie man es formuliert man stößt auf taube Ohren und erntet manchmal noch freche Antworten.

Ich finde es nur Schade. Einfach so die Kinder über die Wiese rennen lassen, hat oft einen fahlen Beigeschmack, wenn der Hundekot an den Schuhe klebt oder wir aus der Sandkiste Müll und Glasscherben ( wie auch immer die da rein kommen ) raus holen. Da will man einfach nur noch schreiend davon laufen.

Kinder brauchen, Liebe, Fürsorge, Zuwendung, Förderung aber auch klare Regeln. Freiheit ist es nicht, wenn sie fremdes Eigentum zerstören können!
Carry
29.06.2009, 20:31 Uhr
Tja...
So sind se nunmal die Sachswerfer!
Gott
04.07.2009, 17:02 Uhr
Nicht nur Allgemein sprechen
Hallo ich finde es auch sehr schade, dass mit dem Spielplatz so umgegangen wird,aber ich möchte auch noch sagen das die Eltern die da sind nicht die Aufpasser für alle anderen Kinder sind nennen sie die Betroffenen beim Namen den nicht alle Eltern sind so wie sie es Beschreiben .

Da ich selbst auch mit meinen Kindern auf diesen Spielplatz gegangen bin finde ich es sehr schade das der eine nicht weiß was der andere Erzählt .Ich wurde von einer Jungen Frau angesprochen die mir sagte das die Kinder noch nocht auf den Berg sollten ( fand ich gut das sie mir das sagte) also habe ich meine Kinder angehalten nicht mehr auf diesen Berg zu gehen ,leider sind die älteren Kinder die ohne Eltern da sind immer wieder drauf also was tut man man sagt das da alle Kinder runter zugehen haben (ist nicht meine Aufgabe) hat natürlich keiner gehört .

Zwei Tage später war ein Junges Paar auch mit Kind da da hat dann der Mann Was gesagt dann ging es an diesem Tag!!!

Leider muß ich sagen nah dem ich das zwei Wochen mit gemacht habe kam eine Ältere Dame zu mir und meint warum ich alle vom Berg schicke es steht doch nirgendwo was das die da nicht Hin dürfen.
Na Wenn sich sone alte Frau nix sagen läßt warum den die Kinder. Ich meine Nur Sprechen sie das nicht so allgemein Nennen SIE DIE NAMEN.
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