nnz-Forum: Bildungspaket, Lügenpaket?
Das Bildungspaket und die Umschulung von Arbeitslosen - das hat es einem Leser der nnz angetan. Der schreibt dazu seine Meinung im Forum...
Nun haben wir es, das Bildungspaket, allerdings hält es wieder einmal nicht, was Frau von der Leyen so großmundig versprochen hat. Schüler deren Zensuren sich nach drei bis vier Stunden nicht zum Besseren wenden, bleiben auf den Kosten für den Nachhilfelehrer sitzen. So urteilte jedenfalls das Sozialgericht Frankfurt.
Frau von der Leyen, was haben Sie sich eigentlich gedacht, wie das mit der Nachhilfe so laufen soll? Meinen Sie, wenn ein Schüler drei mal zum Nachhilfeunterricht geht, müssen seine Zensuren einen Sprung nach oben machen, oder wie dachten Sie sich das?
Noch schlimmer geht man hier zu Lande mit den Umschülern um. Möchte jemand eine Umschulung machen, dann wird er erst einmal zu einem Gutachter geschickt, der natürlich vom Amt gestellt wird. Ich möchte hier dessen Qualifizierung nicht anzweifeln, aber ich glaube dennoch, das dieser voreingenommen ist.
Ich kenne selber Personen, denen die Umschulung mit der Begründung, sie seien zu langsam, verweigert wurde. Auf Nachfrage wurde dann gesagt, dass die Umschulung auf 22 Monate zugeschnitten ist. Das heißt die Umschüler müssen das, was normale Lehrlinge in drei Jahren zu lernen haben, in 22 Monaten bewältigen. Erkennen sie hier die Blockade, es sieht aus, als würde man diesen Personen extra Steine in den Weg legen,
Da müssen die künftigen Umschüler einen Test absolvieren, von dem ich behaupte, dass manch Angestellter des Jobcenters Probleme damit hätte, sollte er ihn spontan ablegen. Ja, ich glaube auch Sie, Frau von der Leyen, hätten damit so Ihre Probleme. Deshalb sage ich, die ganze Geschichte mit dem Bildungspaket ist nur Augenwischerei der Arbeitsministerin, etwas anderes erwarte ich von dieser Person auch nicht. Hier zeigt sich wieder einmal die ganze Perversität des Gesetzes oder Verordnung.
Noch etwas am Rande, was Frau von der Leyen interessieren sollte. Erst hat man den Arbeitnehmern vorgehalten, dass sie zu oft krank sind und der Betrieb dadurch großen Schaden hat. Jetzt ist man der Meinung, wenn Arbeitnehmer krank sind und trotzdem zur Arbeit kommen schaden sie dem Betrieb. Verstehe einer die Philosophie der Kapitalisten.
Wie immer am Ende ein Zitat. Wer auf andere nicht mehr angewiesen zu sein glaubt, wird unerträglich. Luc de Clapiers.
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz
Anmerkung der Redaktion:
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Kommentare
Retupmoc
14.06.2011, 09:22 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema
Herr Taft
14.06.2011, 11:53 Uhr
teilweise haben Sie sicher Recht
...ohne selbst betroffen zu sein, finde ich die Zeitbegrenzung für die Notenbesserung doch arg kurz. 3 bis 4 Nachhilfestunden ? Ich denke das ist doch wohl sehr individuell. Nicht jeder ist ein Blitzmerker und bei manchen sind die aufgelaufenen Defizite sicher höher.
Den "Eignungstest" für die Umschulung hingegen finde ich richtig. Schließlich kostet eine solche Maßnahme den Steuerzahler Geld - dann sollte auch der größtmögliche Erfolg der Maßnahme sichergestellt sein. Es macht sicher nicht jede Umschulung bei jedem Bewerber Sinn. Im Übrigen geht heute nahezu jeder Ausbildung eine entsprechende Eignungsprüfung voran. Weder dem Bewerber, noch dem Ausbilder und dem Steuerzahler ist geholfen, wenn der Umschüler einfach der falsche Mann am falschen Platz ist...
Auch die Dauer der Umschulung muss man im Kontext mit dem Eignungstest sehen. Sicher benötigt ein gelernter Krankenpfleger (geeignet) zur Umschulung zum Altenpfleger weniger Zeit als ein Möbelpacker (ungeeignet). Daher wird der Möbelpacker sicher den Eignungstest gar nicht bestehen, weil davon auszugehen ist, dass er die Umschulung in den geforderten 22 Monaten nicht schaffen kann. Für ihn wäre eine Umschulung zum beispielsw.Lageristen vielleicht besser - hier würde er sicher auch den Test schaffen.
Retupmoc
14.06.2011, 14:03 Uhr
Und wozu genau schulen wir um?
Es gibt arbeitslose Möbelpacker und arbeitslose Altenpfleger. Bringt man die einfach in Arbeit und aus die Maus. Aber nein, so einfach ist das nicht. Frau von der Leyen ist da cleverer, als der Normalbürger denkt:
Ohne diesen Umschulungs - und Teilhabequatsch würden einige Damen auf den Ämtern arbeitslos. Das trifft auch auf die wie Pilze aus dem Boden geschossenem Bildungsträger zu. Ohne die Hilfe der Argen bzw. des Staates wären die Hälfte schon längst nicht mehr am Markt. Es geht nicht um Teilhabe, Umschulung usw. ...es geht einzig und allein um die Sicherung der Posten und Pöstchen.
Herr Taft
14.06.2011, 14:50 Uhr
@rwe - warum auch nicht ?
letzten Endes bringt die Verwaltung der Arbeitslosigkeit auch Arbeitsplätze. Es ist doch insgesamt gesehen sinnvoll, den Arbeitsplatzmangel durch die Verwaltung desselben zu verringern. Applause !!
NEIN - Ich arbeite auch nicht beim Arbeitsamt.
H.Buntfuß
14.06.2011, 19:56 Uhr
Frau Leyen,......
halten Sie es für richtig, das für Kinder, ein Schulweg von 4 Km hin und 4 Km zurück zumutbar ist? Ein Gericht aus Koblenz hat im Mai ein Urteil gesprochen, nachdem einen Kind zugemutet werden kann, das es jeden Tag den Weg zur Schule und zurück laufen kann.
Wie gesagt, man verlangt von Kindern, dass sie jeden Tag 8 Km laufen. Hier frage ich sie Frau Leyen, halten Sie so etwas für normal? Wenn ja sollte man darüber nachdenken, ob Ihren Posten nicht jemand anderes besser ausführen kann.
Mister X
14.06.2011, 21:27 Uhr
Umschulen
Es ist schon so wie Nussbaum sagt, hier werden Arbeitsplätze geschaffen, damit man Familienmitglieder, Verwandte und Bekannte unterbringen kann. Meistens ist es sogar so, dass die Schüler mehr Ahnung von der Materie haben als so ein Honorarlehrer.
Schauen sie sich doch einmal die Verfilzung an, und das es eine Verfilzung gibt hat der Rechnungshof, wenn mich nicht alles täuscht, ja auch festgestellt. Es sind auch nicht die echten Hartz-IV-Empfänger die soviel Geld kosten.
Schauen sie einmal in die richtigen Medien, 125.000 sogenannte Selbstständige lassen sich durch die Jobcenter aushalten. Nehmen sie die vielen Minijobber oder jene, die weit unter Tarif bezahlt werden und die Jobcenter zuzahlen müssen. Finden Sie so etwas gerecht?
Herr Taft
15.06.2011, 08:40 Uhr
Unternehmer
sind nicht automatisch reiche Leute. Häufig ist die Selbständigkeit wohl eher der letzte Ausweg um nicht in die Arbeitslosigkeit zu rutschen. Das trifft sicher einen Großteil der Kleinselbständigen. Sicher gibt es darunter einige, die sich arm rechnen, um in den Hartz4-"Genuss" zu kommen.
Das offenbart aber nur die diesbezügliche Unfähigkeit der Arge-Sachbearbeiter. Eine Vernetzung zwischen Finanzamt und Arge könnte hier sicher Abhilfe schaffen. Ich erlebe jeden Tag Selbständige, die jeder für sich ganz viel von ihrem Fach verstehen - von den Erfordernissen einer Unternehmensführung jedoch keine Ahnung haben. Deswegen gibt es ja Steuer- und Unternehmensberater.
Es gibt auch im Heer der normalen Hartz4-Bezieher ganz sicher einige, die Hartz4 nicht oder nicht im bezogenen Umfang bekommen dürften. Und ehrlich 125.000 mehr oder weniger - machen den Kohl auch nicht mehr fett.
Herr Taft
15.06.2011, 08:51 Uhr
@Werner
Mein Kind hat einen Schulweg von knapp 30km. Warum ist denn immer irgendein Amt in der Pflicht? Wer Kinder hat, soll sich gefälligst auch um sie kümmern! Ich habe kein Verständnis für Menschen, die immer andere für ihre Probleme verantwortlich machen wollen.
Es gibt nicht nur Rechte in diesem Land - auch Pflichten und da steht die Pflicht der Fürsorge für den eigenen Nachwuchs in meinen Augen ganz oben. Sicher gibt es Einzelfälle - wie der von Ihnen angesprochene, wo das vielleicht nicht möglich ist. Sobald mehr als zwei Menschen zusammenleben, werden Sie nicht mehr alle Befindlichkeiten unter einen Hut bekommen.
H.Buntfuß
15.06.2011, 09:49 Uhr
Es gibt...
Leute, die haben alles, die können, die wissen alles und sind so wie sie sich darstellen, Gott ähnlich. Aber eins haben sie nicht nämlich........... Es geht doch nicht darum, dass die Eltern sich um ihre Kinder zu kümmern haben. Es ist doch einfach nur verwerflich, dass der Staat den Kindern zumutet, dass sie 4 Km zur Schule laufen müssen, dass ist das Problem.
Zum anderen ist es durchaus in Ordnung, wenn sich 125.000 Leute arm rechnen und den Staat betrügen, auf der anderen Seite muss jeder einfacher Hartz-IV-Empfänger, der den Staat um 10 Cent hintergeht und das meist unwissentlich sofort hinter Gitter.
Ja wo wollen wir den hinkommen, wenn wir den so genannten Leistungsträger, wie die FDP Gewisse Leute gern nennt, genau auf die Finger schaut?
Retupmoc
15.06.2011, 09:54 Uhr
Wozu sind denn Ämter da?
Wenn Sie sich um nichts kümmern? Das Arbeitsamt verwaltet Arbeitslose und sanktioniert Sie. Die Vermittlungsquoten sind im Keller. Das Ordnungsamt verteilt Knöllchen, sanktioniert willkürlich Bürger und arbeitet nicht gewissenhaft. Das Jugendamt sollte eigentlich Gewalt in der Familie verhindern.
Wie oft muss man lesen oder sehen, dass das Jugendamt von Vorkommnissen wusste und erst tätig wird, wenn as Kind geschädigt oder tot ist? Das Schulamt sollte für guten Unterricht und sichere Schulwege sorgen. ( In dem u.g. Fall ist das Kind unter 10 Jahren und musste allein diesen Weg gehen. Ausser die Eltern hätten ihre Arbeit gekündigt )... Und dann wären wir wieder beim Arbeitsamt...
Solange es in Deutschland dieses Beamtentum auf den Ämtern gibt, gibt es nur Dienst nach Vorschrift. So ist es übrigens bei diesem Bildungspaket auch. Die Mitarbeiter der Ämter müssten auf die Menschen zugehen, Lösungen finden und nicht umgekehrt.
@ Herr oder Frau Nussbaum. Wenn Sie der Meinung sind, das sich die Menschen selbst um alles kümmern sollen, dann frage ich mal salopp: Wozu sind Ämter da? Wieso werden die Leute dort gut bezahlt? Kann man die Kohle dann nicht sparen?
Madame-Cherie
15.06.2011, 13:25 Uhr
Leyen-Lügen-Paket
Da kann ich mich nur Werner anschließen. Wann werden endlich mal bestimmte Kommentatoren begreifen, dass wir mit dem Gesetz Hartz IV den größten, sozialen Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland haben!?
Leider gibt es immer noch genug Menschen, die die Kunst besitzen ihre Augen davor zu verschließen.
Diese üblen Hartz-Gesetze mit den Leyen-Lügen-Paket, sind ein Verstoß gegen das Grundgesetz und eine Verhöhnung der Kinder und ihrer Eltern. !
Was wirklich verkehrt läuft in diesem schönen Ländle, ist bei den Volksvertretern zu suchen, denn sie hofieren die Lobbyisten, das Großkapital und die Hochfinanz. Aber es ist ja so einfach auf die Ärmsten zu knüppeln.
Solange die Hartz IV-Befürworter auch den Abbau von Arbeitnehmerrechten, Lohndumping, massenhafte Verarmung und Bereicherung von Unternehmen auf Kosten der Erwerbstätigen tolerieren, wird sich nichts ändern und manch einer wird sich dort wiederfinden, wo viele heut' schon sind. Ihr habt es selbst mitgestaltet!
Nordhäuserin
15.06.2011, 13:47 Uhr
Selber was tun
Kaum hat Werner wieder gegen Hartz IV gekämpft, schon kommen seine Mitstreiter wie Madame Cherie oder Bibbel aus den "Löchern" gekrochen und hauen in die selbe Kerbe. Und das schon ein Jahr lang. Scheinbar sind die drei immer noch in dem selben Status, zum Beispiel Empfänger von Sozialleistungen.
Da stellt sich mir die Frage, was Werner un Co. in dem Jahr gemacht haben, um Arbeit zu finden. Berichtet doch da mal drüber. Oder gibt es da nichts zu sagen?
Harzer_Wolf
15.06.2011, 13:56 Uhr
Man muss nicht Hartz4-Empfänger sein,
um gegen diese Gesetze oder die Lügen der Regierung zu sein. Da ich in Arbeit bin, fällt Ihr Argument @ Nordhäuserin gerade ins Wasser! Solange Menschen mit 40 Stunden Arbeit in der Woche noch mit Hartz4 aufstocken müssen, kann etwas nicht in Ordnung sein. Solange nicht JEDES Kind in der Schule eine kostenlose warme Malzeit bekommt, solange sage ich: Das ist kein Sozialstaat ! Solange man von Amt zu Amt rennen muss, um eine Bildung für mein Kind zu bekommen, solange sage ich : Dieses Bildungspaket ist genauso leyenhaft wie verlogen.
PS: Hartz4 heisst übrigens ALG II - wir wollen doch nicht dauernd den Namen eines verurteilten Verbrechers in den Mund nehmen. Obwohl dieser Mann eigentlich zum Aushängeschild der BRD geworden ist. Er predigte Wasser für die Arbeitssuchenden und trank Wein mit barbusigen brasilianischen Damen.
Mister X
15.06.2011, 21:48 Uhr
Verehrte Nordhäuserin",
ich bin Studentin mit einem Sinn für Gerechtigkeit, der Ihnen anscheinend fehlt. Vielleicht können Sie uns ja auch verraten, was Sie den ganzen Tag so machen, außer Vermutungen anzustellen, ob jemand ALG II bekommt oder nicht? Sie würden gut in das Jobcenter passen.
Alex Gösel
16.06.2011, 00:21 Uhr
Da möchte ich...
doch die Gelegenheit nutzen und auch noch in die Kerbe schlagen! Ich sehe das ähnlich wie Harzer_Wolf! Man muss nicht Hartz4-Empfänger sein, um sich für Gerechtigkeit zu engagieren!
Herr Buntfuß, was sie über die Umschüler schreiben, kann ich nur bestätigen. Ein Test halte ich für angebracht, allerdings sollter er auch auf das Niveau des zu erlernenden Berufes zugeschnitten sein!
Herr Taft
20.06.2011, 12:37 Uhr
Ihr schreit alle nach Gerechtigkeit...
Was ist denn in Ihren Augen Gerechtigkeit ?
Ist es gerecht, dass jemand, der sich in der Schule reingekniet hat, studiert hat, im Job nicht auf die Uhr guckt und bereit ist Gas zu geben einen wesentlichen Teil seines so erkämpften Gehaltes an Leute abzugeben, die genau das eben nicht getan haben ?
Ist es gerecht, dass eben diese Leute, die wenn auch nicht in Saus und Braus aber doch abgesichert leben nach noch mehr Hilfe schreien und es unzumutbar finden wenigstens den Gang zum Amt anzutreten und dort um Hilfe zu bitten ?
Madame Cheri - Ihren liebenswerten Nick in allen Ehren - zeigen Sie mir bitte den Planeten, auf dem Sie leben - ich glaube, der ist 1989 untergegangen.
NDHler
20.06.2011, 12:57 Uhr
@nussbaum
Sehr guter Beitrag, ich stimme Ihnen da voll und ganz zu!
Retupmoc
20.06.2011, 13:32 Uhr
Jedem seine Gerechtigkeit!
Das Problem an der ganzen Sache ist: Jeder sieht Gerechtigkeit anders. Nur leider verlieren einige Menschen dabei durch die Dauerberieselung von ARD, ZDF und RTL, sowie der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben den Überblick. Ja Herr Nussbaum, Sie haben Recht! Auch ich ( in Arbeit ) möchte nicht mit meinen Steuergeldern Faulenzern ein gutes Leben fianzieren. Das sehe ich so wie sie.
Und ich bin der Meinung, das wirklichen Faulenzern der Hahn zugedreht werden sollte. NUR: Was ist denn die Wirklichkeit? 5 Millionen Arbeitslose ( die Zahlen stimmen ja nicht, das dürfte sogar Ihnen klar sein ) auf 800000 freie Stellen ! Verstehen Sie die Diskrepanz? Dazu kommen noch H4 - Empfänger, die ihren Stundenlohn von 3 Euro 50 aufstocken. Sie alle sind von diesen Regelungen betroffen, nicht nur die Faulenzer. Und jetzt kommt der Zündstoff in die Diskussion... denn meine Gerechtigkeit geht so:
1. Statt gesetzlicher Verordnungen jedem Kind zum Frühstück eine Milch und Mittags ein warmes Essen ( also in Kita,Schule usw. )
2.Ich möchte nicht meine Steuergelder für die hier entstandene Bürokratie ausgeben. Haben Sie mal nachgeschlagen was die Umsetzung dieser Gesetze dem Steuerzahler kostet? Googeln Sie einfach mal.
Und jetzt kommen wir nochmal auf die H4-Empfänger zurück. Erst einmal haben diese Leute im Normalfall eine Arbeitslosenversicherung bezahlt, bevor Sie aus welchen Gründen auch immer ( es soll auch Nichtverschulden des Betroffenen geben, wie bei mit 1996 als der Betrieb liquidiert wurde. Haben die kein Recht aus der Versicherung was zurück zu bekommen? Richtig wäre, dieses ZURÜCK nach den Beitragsjahren zu staffeln. Also wer mehr vorher gearbeitet hat, bekommt mehr als derjenige der vorher kaum gearbeitet hat. Das wäre gerecht. Hätte nur einen kleinen Hasenfuß! Leute, die hier nichts eingezahlt haben, würden dann natürlich auch nichts bekommen. Das wäre wiederum Ausländerfeindlich... und das geht ja überhaupt nicht. Denn die zugezogenen Mitbürger haben ja nichts eingezahlt, bekommen aber den gleichen H4-Satz. ist das gerecht? Ich würde es aber als gerecht empfinden. Ja so sieht es aus... Gerechtigkeit hat viele Ansichten. Nur welche ist gerecht?
Ich würde nicht immer, weil es die Medien und die meisten Parteien so wollen auf den Armen herumstochern. Ich wäre für Abbau der Bürokratie, den Abbau der Bürokraten selbst und ein Land, in dem nicht einer auf den anderen aufgehetzt wird. Diese ( unsere ) Regierung ist für den Schlamassel zuständig, in dem keine Arbeitsplätze geschaffen werden, in dem die Bürokratie die größten Blüten treibt und in dem man, um den untergehenden Euro zu stützen, das Geld den Bürgern des eigenen Landes entzieht und die Banker fett und fetter macht. Das Bildungspaket ist so einfach MIST und man sieht ja auch das es nicht angenommen wird.
H.Buntfuß
20.06.2011, 15:12 Uhr
Nussbaum,...
was glauben Sie, wie viel Arbeitsplätze von der Regierung subventioniert werden, nur damit viele Leute überhaupt arbeiten dürfen.
Denken wir nur einmal an die Steinkohle, ein Großteil der Bauern, oder an die vielen Selbständigen, wie Sie ja selber zugeben.
All diese Personen würden auf der Straße liegen, wenn der Staat nicht zuschießen würde. Über die ALG-II-Empfänger ziehen Sie her, aber das sich Selbständige arm rechnen, das halten Sie für NORMAL.
Ich muss schon sagen, Sie haben ein komischen Sinn für GERECHTIGKEIT, oder sind Sie vielleicht selber Selbständig?
Herr Taft
20.06.2011, 16:03 Uhr
@rwe
Ich muss Ihnen ebenfalls Recht geben. Allerdings interpretieren Sie in mein Statement zuviel herein. Natürlich muss eine umlagefinanzierte (ich hätte da zwar noch andere Ideen) Grundsicherung geben, die jedem Menschen mit deutschem Pass den notwendigen Lebensunterhalt sichert.
Ich finde es nur schade, dass ewig Gestrige es UNGERECHT finden, dass Bedürftige sich SELBST um die Unterstützung kümmern müssen.
Ohne es überprüft zu haben, drängt sich mir bei der These, es gäbe zu wenig Arbeit in Good Old Germany eine Idee auf:
Könnte es nicht sein, dass mehr Leute in Lohn und Brot wären, wenn die Arbeit billiger wäre ? Das Konjunkturprogramm der letzten Jahre hat doch genau das gezeigt. Warum werden die billigeren Leiharbeiter nachgefragt, wie frische Brötchen am Sonntag, während Fachkräfte auf der Straße sitzen ? Warum importieren wir polnische Arbeiter zum Spargelstechen ? Wieso werden Speditionsaufträge an ausländische Spediteure vergeben ? RICHTIG, weil der deutsche Arbeitnehmer teurer ist. Und warum ist er das ? Weil 50% des vom Arbeitgeber bezahlten Lohnes in Sozialsysteme bzw. das Staatssäckel fließen - um u.a. die dadurch erst entstandenen Arbeitslosen und deren Verwaltung zu finanzieren... Ein Teufelskreis.
Es gibt noch weitere Einflüsse, die ich hier mal ausgeblendet habe. Ach ja googeln kann man das sicher nicht, aber ein Blick in ein VWL-Buch könnte hilfreich sein.
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