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Mi, 12:36 Uhr
13.08.2003

Geklaut wird einfach alles

Nordhausen (nnz). Die Baustellen an den Thüringer Autobahnen sind immer noch ein beliebtes Ziel für Langfinger. Gegenüber den Vorjahren ist jedoch die Zahl der Diebstähle zurückgegangen. Das bestätigt auch die Nordhäuser Polizei.


Diebstähle von größeren Maschinen sind seit zwei Jahren kaum noch ein Thema in Nordthüringen, so Polizeisprecher Thomas Soszynski auf Anfrage der nnz. Besonders schlimm sei es während des Baus der Brücke bei Sundhausen über die B 4 gewesen. Auch habe es ab und zu mal einen Dieselklau gegeben, vorzugsweise auf der damals im Bau befindlichen Strecke zwischen Werther und Wipperdorf, doch mehr war da nicht.

Anders sieht es in Mittel- und Südthüringen aus. Die Autobahn 71 ist derzeit eine der bekanntesten Baustellen Thüringens - nicht zuletzt wegen des vor kurzem eröffneten Rennsteigtunnels. Allerdings ist die Riesenbaustelle auch ein Anziehungspunkt für Langfinger. Immer wieder werden Baumaterialien, Geräte oder ganze Fahrzeuge gestohlen.

„Die Großbaustellen an Autobahnen, insbesondere an der A 71, sind ein Schwerpunkt von Diebstählen“, erläutert der Geschäftsführer des Thüringer Baugewerbeverbandes, Klaus-Peter Dünkler der Nachrichtenagentur ddp. Gestohlen werde im Grunde alles - von der Bohrmaschine über Trennschleifer und Rüttelplatten bis hin zum Radlader. Zum Teil steckten hinter solchen Diebstählen organisierte Banden. So habe es vor einigen Jahren mehrere Fälle gegeben, bei denen auf Thüringer Baustellen Radlader gestohlen wurden, welche später in Nord- und Ostseehäfen wieder auftauchten - offenbar vor einer Verschiffung ins Ausland.

Schlimmer als der Klau von Fahrzeugen und Großgeräten, die in der Regel versichert sind, sei aber eigentlich der Diebstahl von Kleingeräten. Dort gebe es eine Vielzahl von Fällen. Doch nicht nur Diebstähle machen nach Dünklers Worten den Baufirmen zu schaffen, sondern auch Vandalismus. „Immer wieder kommt es vor, dass aus Fahrzeugen der Kraftstoff abgelassen oder die Elektronik herausgerissen wird“, beklagt er.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) entsteht durch Diebstähle auf Baustellen in Thüringen jährlich ein Schaden von mehr als zwei Millionen Euro. Im vergangenen Jahr seien 1092 Fälle erfasst worden, erklärt LKA-Sprecherin Doreen Jedersberger. Jedoch sei die Gesamtzahl rückläufig, zwei Jahre zuvor habe es immerhin 400 Diebstähle mehr gegeben. Der rückläufige Trend setze sich bislang auch im laufenden Jahr fort.

Dies entspricht der Situation auf Bundesebene: 2002 wurden 30 886 Diebstähle auf Baustellen registriert, rund 3100 weniger als im Jahr davor. Allerdings ist die Aufklärungsquote eher bescheiden. In Thüringen wurden 2002 nur 16 Prozent der Fälle aufgeklärt, bundesweit sogar nur 13,1 Prozent.
Autor: nnz

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