Fr, 09:00 Uhr
13.03.2026
Lichtblick zum Wochenende
Wenn nichts mehr geht
Es gibt ja so Tage (manchmal auch längere Zeiten), da geht für Pfarrerin Theresa Hauser gefühlt gar nichts mehr. Man arbeitet den ganzen Tag und kriegt trotzdem nichts geschafft. Mit diesen und Gedanken zu Hilfe und Hartnäckigkeit beginnt unser Lichtblick zum Wochenende...
Zu Hause gibt es ständig Streit, ich fühle mich schon wieder halb krank und die Nachrichten aus der Welt dämpfen sowieso jede gute Laune.
Wenn es mir so geht, dann denke ich manchmal daran, wie ich einmal einer Krähe geholfen habe. Ich war in unserer Straße unterwegs, weiter vorn eine Krähe samt ihrer Beute, einer Walnuss. Die Krähe versuchte immer wieder, die Walnuss auf der Fahrbahn zu platzieren, um sie von einem Auto knacken zu lassen. Nur war die Fahrbahn leider zu abschüssig und die Nuss rollte immer wieder an die Bordsteinkante des Fußwegs.
So wird das nichts, meinte ich zu der Krähe. Und ja, ich habe wirklich laut mit ihr gesprochen. Ich lief weiter und dachte mir nichts, bis ich hinter mir ein Klackern hörte. Die Krähe war mit ihrer Walnuss hinter mir her geflattert. Das nächste Mal klackerte es vor mir, als die Krähe samt Nuss nur ein paar Schritte von mir entfernt landete. Sie hatte sich mitten in meinem Weg platziert und schaute mich an. Soll ich dir helfen?, fragte ich sie. Die Krähe hüpfte ein kleines Stückchen zur Seite, während ich auf die Nuss trat, um sie zu öffnen. Mit einem Bitteschön verabschiedete ich mich und die Krähe pickte zufrieden den Walnusskern auf.
Wenn nichts mehr geht, dann denke ich an die hartnäckige und kluge Krähe. Die sich was getraut hat, eine kreative Lösung für ihr Problem fand und sich nicht zu fein war, Hilfe anzunehmen. Und wenn all die großen, wichtigen Dinge gerade schiefzugehen scheinen, dann denke ich an mich selbst in der Geschichte. Auch mit ganz kleinen, einfachen Schritten kann ich schon einen Unterschied machen für die Lebewesen um mich herum. Und manchmal schmunzle ich einfach über die Krähe und mich, das hebt die Laune auch schon.
Gott möge Sie behüten, wenn alles rund läuft genauso wie wenn gar nichts zu gehen scheint und er möge Ihnen ab und zu eine Krähe (oder eine andere Botin) vorbeischicken – das wünsche ich Ihnen.
Theresa Hauser
Pfarrerin im Bereich Greußen-Großenehrich
Autor: redZu Hause gibt es ständig Streit, ich fühle mich schon wieder halb krank und die Nachrichten aus der Welt dämpfen sowieso jede gute Laune.
Wenn es mir so geht, dann denke ich manchmal daran, wie ich einmal einer Krähe geholfen habe. Ich war in unserer Straße unterwegs, weiter vorn eine Krähe samt ihrer Beute, einer Walnuss. Die Krähe versuchte immer wieder, die Walnuss auf der Fahrbahn zu platzieren, um sie von einem Auto knacken zu lassen. Nur war die Fahrbahn leider zu abschüssig und die Nuss rollte immer wieder an die Bordsteinkante des Fußwegs.
So wird das nichts, meinte ich zu der Krähe. Und ja, ich habe wirklich laut mit ihr gesprochen. Ich lief weiter und dachte mir nichts, bis ich hinter mir ein Klackern hörte. Die Krähe war mit ihrer Walnuss hinter mir her geflattert. Das nächste Mal klackerte es vor mir, als die Krähe samt Nuss nur ein paar Schritte von mir entfernt landete. Sie hatte sich mitten in meinem Weg platziert und schaute mich an. Soll ich dir helfen?, fragte ich sie. Die Krähe hüpfte ein kleines Stückchen zur Seite, während ich auf die Nuss trat, um sie zu öffnen. Mit einem Bitteschön verabschiedete ich mich und die Krähe pickte zufrieden den Walnusskern auf.
Wenn nichts mehr geht, dann denke ich an die hartnäckige und kluge Krähe. Die sich was getraut hat, eine kreative Lösung für ihr Problem fand und sich nicht zu fein war, Hilfe anzunehmen. Und wenn all die großen, wichtigen Dinge gerade schiefzugehen scheinen, dann denke ich an mich selbst in der Geschichte. Auch mit ganz kleinen, einfachen Schritten kann ich schon einen Unterschied machen für die Lebewesen um mich herum. Und manchmal schmunzle ich einfach über die Krähe und mich, das hebt die Laune auch schon.
Gott möge Sie behüten, wenn alles rund läuft genauso wie wenn gar nichts zu gehen scheint und er möge Ihnen ab und zu eine Krähe (oder eine andere Botin) vorbeischicken – das wünsche ich Ihnen.
Theresa Hauser
Pfarrerin im Bereich Greußen-Großenehrich


