Do, 11:55 Uhr
12.03.2026
Infrastruktur
Was brummt da in Salza?
Rund um das Umspannwerk in Nordhausen-Salza ist seit einigen Wochen ein monotones Brummen zu hören. Ursache ist ein Dieselaggregat, das unterhalb des rund 46 Meter hohen Funkturms steht und dort rund um die Uhr läuft. Was es damit auf sich hat...
Familie Haupt lebt in der Fontanestraße. Gerade abends und nachts, also immer dann, wenn es ruhiger wird, ist das Brummen deutlich zu hören. Der Turm scheint jetzt mit einem Stromerzeuger mit Verbrennungsmotor betrieben zu werden, der 24/7 läuft und in der Nachbarschaft den Geräuschpegel eines Kühl-LKW verbreitet. Es ist schwer zu verstehen, dass ein Energieversorger im Zeitalter von Stromspeichern, die im Spannungsausfall einspringen, seinen eigenen Strom für Funkmasten erzeugen muss, schreibt die Familie an nnz-online.
Ein Besuch vor Ort zeigt schnell: Bereits auf dem Parkplatz des benachbarten Supermarktes ist das Brummen deutlich wahrnehmbar. Doch warum läuft auf dem Gelände eines Umspannwerks ein Dieselaggregat?
Dieser Generator verursacht derzeit noch Geräusche. (Foto: ssc)
Martin Schreiber, Pressesprecher der TEN, einer hundertprozentigen Tochter der TEAG, kennt das Problem. Laut Schreiber handelt es sich um ein "Provisorium". Der Funkturm musste mit einer neuen Zuleitung versehen werden. Für die Dauer der Bauarbeiten wurde die Stromversorgung des Turms über das Aggregat sichergestellt. Die Arbeiten seien inzwischen abgeschlossen, so Schreiber, sodass die Versorgung über das Dieselaggregat bald nicht mehr nötig sei. In den nächsten Tagen sollte der externe Stromerzeuger abgeschaltet werden.
Der Funkmast dient laut TEN-Sprecher Martin Schreiber ausschließlich der Steuerung des Energienetzes auf Basis der Schmalbandfrequenz von 450 Megahertz. Das sogenannte 450-Megahertz-Netz ist ein hochsicheres, deutschlandweites Funknetz, das speziell für kritische Infrastrukturen wie Energieversorger entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch eine hohe Ausfallsicherheit, eine gute Gebäudedurchdringung sowie eine große Flächenabdeckung mit vergleichsweise wenigen Masten aus. Laut Schreiber betreibt die TEN 70 solcher eigenen Funkmasten in ganz Thüringen.
Mit Hilfe des Funknetzes lasse sich das Umspannwerk digital von der Netzleitstelle in Erfurt aus steuern. Über das Netz werden außerdem Zählerstände oder Einspeisewerte von Windkraft- und Solaranlagen übertragen. Auch Anwendungen im Bereich Smart Metering, also das digitale Auslesen von Stromzählern von Privathaushalten, laufen über diese Funkmasten.
Auch im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls kommen diesen Funkturm wichtige Aufgabe zu: Gerade im sogenannten "Schwarzfall", also im Falle eines flächendeckenden Stromausfalles, könne mit einem autarken Kommunikationsnetz auf 450-Megahertz-Basis die Energieversorgung wieder hochgefahren werden, so Schreiber.
Susanne Schedwill
Autor: sscFamilie Haupt lebt in der Fontanestraße. Gerade abends und nachts, also immer dann, wenn es ruhiger wird, ist das Brummen deutlich zu hören. Der Turm scheint jetzt mit einem Stromerzeuger mit Verbrennungsmotor betrieben zu werden, der 24/7 läuft und in der Nachbarschaft den Geräuschpegel eines Kühl-LKW verbreitet. Es ist schwer zu verstehen, dass ein Energieversorger im Zeitalter von Stromspeichern, die im Spannungsausfall einspringen, seinen eigenen Strom für Funkmasten erzeugen muss, schreibt die Familie an nnz-online.
Ein Besuch vor Ort zeigt schnell: Bereits auf dem Parkplatz des benachbarten Supermarktes ist das Brummen deutlich wahrnehmbar. Doch warum läuft auf dem Gelände eines Umspannwerks ein Dieselaggregat?
Dieser Generator verursacht derzeit noch Geräusche. (Foto: ssc)
Martin Schreiber, Pressesprecher der TEN, einer hundertprozentigen Tochter der TEAG, kennt das Problem. Laut Schreiber handelt es sich um ein "Provisorium". Der Funkturm musste mit einer neuen Zuleitung versehen werden. Für die Dauer der Bauarbeiten wurde die Stromversorgung des Turms über das Aggregat sichergestellt. Die Arbeiten seien inzwischen abgeschlossen, so Schreiber, sodass die Versorgung über das Dieselaggregat bald nicht mehr nötig sei. In den nächsten Tagen sollte der externe Stromerzeuger abgeschaltet werden.Der Funkmast dient laut TEN-Sprecher Martin Schreiber ausschließlich der Steuerung des Energienetzes auf Basis der Schmalbandfrequenz von 450 Megahertz. Das sogenannte 450-Megahertz-Netz ist ein hochsicheres, deutschlandweites Funknetz, das speziell für kritische Infrastrukturen wie Energieversorger entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch eine hohe Ausfallsicherheit, eine gute Gebäudedurchdringung sowie eine große Flächenabdeckung mit vergleichsweise wenigen Masten aus. Laut Schreiber betreibt die TEN 70 solcher eigenen Funkmasten in ganz Thüringen.
Mit Hilfe des Funknetzes lasse sich das Umspannwerk digital von der Netzleitstelle in Erfurt aus steuern. Über das Netz werden außerdem Zählerstände oder Einspeisewerte von Windkraft- und Solaranlagen übertragen. Auch Anwendungen im Bereich Smart Metering, also das digitale Auslesen von Stromzählern von Privathaushalten, laufen über diese Funkmasten.
Auch im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls kommen diesen Funkturm wichtige Aufgabe zu: Gerade im sogenannten "Schwarzfall", also im Falle eines flächendeckenden Stromausfalles, könne mit einem autarken Kommunikationsnetz auf 450-Megahertz-Basis die Energieversorgung wieder hochgefahren werden, so Schreiber.
Susanne Schedwill


