Do, 15:43 Uhr
12.03.2026
Heute Morgen verstarb der bedeutende Thüringer Theologe
Bischof Wanke ist tot
Heute Morgen verstarb der emeritierte Bischof Dr. Joachim Wanke. Darüber informierte das Bistum Erfurt in einer Presseerklärung. Wanke wirkte von 1981 - 2012 in Erfurt. Bischof Dr. Joachim Wanke stand im 85. Lebensjahr, im 60. Jahr seines priesterlichen und im 46. Jahr seines bischöflichen Dienstes …
Joachim Christian Wanke wurde am 4. Mai 1941 als Sohn der Eheleute Friedrich und Martha Wanke in Breslau geboren. Dort wuchs er als Jüngster von fünf Geschwistern auf, wobei zwei Brüder schon früh verstorben sind. Im Jahr 1944 verstarb sein Vater und die ganze Last der Familie lag auf der Mutter, die 1945 mit ihren drei Kindern aus Breslau vertrieben wurde. Die Familie kam nach Ilmenau und wohnte zunächst bei einem Onkel der Familie.
In Ilmenau besuchte Joachim Wanke seit 1948 die Grundschule und wurde 1956 zur Oberschule zugelassen, die er 1959 mit dem Abitur verließ. Gleich nach dem Abitur und dem Sprachenkurs in Halle bat Joachim Wanke 1960 Weihbischof Joseph Freusberg um Annahme als Priesteramtskandidat und begann in Erfurt das Theologiestudium. Seine Professoren erkannten bei dem jungen Studenten ein überdurchschnittliches wissenschaftliches Interesse und schlugen in den Zeugnissen eine weitere theologische Qualifikation vor. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums wurde Joachim Wanke zusammen mit elf weiteren Diakonen am 26. Juni 1966 im Dom St. Marien zu Erfurt durch Bischof Hugo Aufderbeck zum Priester geweiht.
Seinen priesterlichen Dienst begann er am 1. August 1966 als Kaplan in Dingelstädt. Nach drei Jahren wechselte Joachim Wanke zum Aufbaustudium nach Erfurt, das er mit einer Dissertation zum Thema: Die Emmausperikope. Eine redaktionsgeschichtliche Untersuchung zu Lk 24, 13-35 abschloss. Am 1. Februar 1975 wurde Joachim Wanke zum Doktor der Theologie promoviert.
Schon 1974 hatte er einen Lehrauftrag für neutestamentliche Exegese und Einleitungswissenschaften am Philosophisch-Theologischem Studium Erfurt erhalten, der 1975 in eine Dozentur erweitert wurde. Seit dem 1. August 1978 verwaltete er den Lehrstuhl für neutestamentliche Exegese. Bis zu seiner Ernennung zum Weihbischof im Jahr 1980 übte er diesen Dienst mit Freude und Eifer aus. In dieser Zeit übernahm Dr. Joachim Wanke in der Pfarrkuratie Ichtershausen seelsorgliche Dienste.
Am 2. Oktober 1980 wurde Dr. Joachim Wanke durch Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof des Apostolischen Administrators Hugo Aufderbeck und zum Titularbischof von Castellum in Mauretanien ernannt. Am 25. November erfolgte die Erweiterung der Ernennung als Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge. Am Folgetag, dem 26. November 1980, wurde Dr. Joachim Wanke durch Bischof Dr. Joachim Meisner (Berlin) und den Mitkonsekratoren Weihbischof Georg Weinhold (Dresden-Meißen) und Bischof Bernhard Huhn (Görlitz) im Erfurter Mariendom zum Bischof geweiht. Zugleich übernahm er die Aufgabe des Dompropstes des Marienstiftes und des Direktors des Geistlichen Gerichtes. Damit verbunden war die Verantwortung als Kuratoriumsvorstand für das Katholische Krankenhaus St. Johann Nepomuk.
Nach dem Tod von Bischof Hugo Aufderbeck übernahm er am 17. Januar 1981 den Dienst als Apostolischer Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen. In den folgenden Jahren wirkte er als eine der prägendsten Gestalten der Katholischen Kirche in der DDR, dessen Predigten und Wortmeldungen für viele zu einem Ankerpunkt in der kirchenfeindlichen Zeit der SED-Diktatur wurden. Mit der Errichtung des Bistums Erfurt am 8. Juli 1994 wurde Bischof Dr. Joachim Wanke zum ersten Bischof des Bistums ernannt. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz erwarb sich Bischof Dr. Joachim Wanke große Verdienste im Bereich der Pastoralkommission, die er von 1998 bis 2010 als deren Vorsitzender leitete, sowie in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, deren Vorsitz er ebenfalls von 1995 bis 2001 wahrgenommen hatte. In beiden Bereichen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Weiterhin lag ihm der Kontakt zur jüdischen Gemeinde in Thüringen sehr am Herzen.
Zu einem Höhepunkt seiner Zeit als Bischof zählt der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt und Etzelsbach am 23. und 24. September 2011. Dabei besuchte Papst Benedikt das Augustinerkloster, wo es zu einem bedeutsamen Gespräch des Heiligen Vaters mit der Leitung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) kam. Von 2005 bis 2016 war Bischof Dr. Joachim Wanke wesentlich für die Revision der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift engagiert. Dem Schreiben der deutschen Bischöfe Zeit zur Aussaat im Jahr 2000 wurde ein von ihm verfasster Brief eines Bischofs aus Ostdeutschland angefügt, der als Zeitzeugnis für das missionarische Engagement der Kirche in Deutschland gilt.
Zum 1. Oktober 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen an. Soweit seine Kräfte es zuließen, übernahm er als emeritierter Bischof Aufgaben in der Diözese. Bischof Dr. Joachim Wanke war seit 22. Mai 1968 Mitglied im Pactum Marianum.
Autor: redJoachim Christian Wanke wurde am 4. Mai 1941 als Sohn der Eheleute Friedrich und Martha Wanke in Breslau geboren. Dort wuchs er als Jüngster von fünf Geschwistern auf, wobei zwei Brüder schon früh verstorben sind. Im Jahr 1944 verstarb sein Vater und die ganze Last der Familie lag auf der Mutter, die 1945 mit ihren drei Kindern aus Breslau vertrieben wurde. Die Familie kam nach Ilmenau und wohnte zunächst bei einem Onkel der Familie.
In Ilmenau besuchte Joachim Wanke seit 1948 die Grundschule und wurde 1956 zur Oberschule zugelassen, die er 1959 mit dem Abitur verließ. Gleich nach dem Abitur und dem Sprachenkurs in Halle bat Joachim Wanke 1960 Weihbischof Joseph Freusberg um Annahme als Priesteramtskandidat und begann in Erfurt das Theologiestudium. Seine Professoren erkannten bei dem jungen Studenten ein überdurchschnittliches wissenschaftliches Interesse und schlugen in den Zeugnissen eine weitere theologische Qualifikation vor. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums wurde Joachim Wanke zusammen mit elf weiteren Diakonen am 26. Juni 1966 im Dom St. Marien zu Erfurt durch Bischof Hugo Aufderbeck zum Priester geweiht.
Seinen priesterlichen Dienst begann er am 1. August 1966 als Kaplan in Dingelstädt. Nach drei Jahren wechselte Joachim Wanke zum Aufbaustudium nach Erfurt, das er mit einer Dissertation zum Thema: Die Emmausperikope. Eine redaktionsgeschichtliche Untersuchung zu Lk 24, 13-35 abschloss. Am 1. Februar 1975 wurde Joachim Wanke zum Doktor der Theologie promoviert.
Schon 1974 hatte er einen Lehrauftrag für neutestamentliche Exegese und Einleitungswissenschaften am Philosophisch-Theologischem Studium Erfurt erhalten, der 1975 in eine Dozentur erweitert wurde. Seit dem 1. August 1978 verwaltete er den Lehrstuhl für neutestamentliche Exegese. Bis zu seiner Ernennung zum Weihbischof im Jahr 1980 übte er diesen Dienst mit Freude und Eifer aus. In dieser Zeit übernahm Dr. Joachim Wanke in der Pfarrkuratie Ichtershausen seelsorgliche Dienste.
Am 2. Oktober 1980 wurde Dr. Joachim Wanke durch Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof des Apostolischen Administrators Hugo Aufderbeck und zum Titularbischof von Castellum in Mauretanien ernannt. Am 25. November erfolgte die Erweiterung der Ernennung als Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge. Am Folgetag, dem 26. November 1980, wurde Dr. Joachim Wanke durch Bischof Dr. Joachim Meisner (Berlin) und den Mitkonsekratoren Weihbischof Georg Weinhold (Dresden-Meißen) und Bischof Bernhard Huhn (Görlitz) im Erfurter Mariendom zum Bischof geweiht. Zugleich übernahm er die Aufgabe des Dompropstes des Marienstiftes und des Direktors des Geistlichen Gerichtes. Damit verbunden war die Verantwortung als Kuratoriumsvorstand für das Katholische Krankenhaus St. Johann Nepomuk.
Nach dem Tod von Bischof Hugo Aufderbeck übernahm er am 17. Januar 1981 den Dienst als Apostolischer Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen. In den folgenden Jahren wirkte er als eine der prägendsten Gestalten der Katholischen Kirche in der DDR, dessen Predigten und Wortmeldungen für viele zu einem Ankerpunkt in der kirchenfeindlichen Zeit der SED-Diktatur wurden. Mit der Errichtung des Bistums Erfurt am 8. Juli 1994 wurde Bischof Dr. Joachim Wanke zum ersten Bischof des Bistums ernannt. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz erwarb sich Bischof Dr. Joachim Wanke große Verdienste im Bereich der Pastoralkommission, die er von 1998 bis 2010 als deren Vorsitzender leitete, sowie in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, deren Vorsitz er ebenfalls von 1995 bis 2001 wahrgenommen hatte. In beiden Bereichen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Weiterhin lag ihm der Kontakt zur jüdischen Gemeinde in Thüringen sehr am Herzen.
Zu einem Höhepunkt seiner Zeit als Bischof zählt der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt und Etzelsbach am 23. und 24. September 2011. Dabei besuchte Papst Benedikt das Augustinerkloster, wo es zu einem bedeutsamen Gespräch des Heiligen Vaters mit der Leitung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) kam. Von 2005 bis 2016 war Bischof Dr. Joachim Wanke wesentlich für die Revision der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift engagiert. Dem Schreiben der deutschen Bischöfe Zeit zur Aussaat im Jahr 2000 wurde ein von ihm verfasster Brief eines Bischofs aus Ostdeutschland angefügt, der als Zeitzeugnis für das missionarische Engagement der Kirche in Deutschland gilt.
Zum 1. Oktober 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen an. Soweit seine Kräfte es zuließen, übernahm er als emeritierter Bischof Aufgaben in der Diözese. Bischof Dr. Joachim Wanke war seit 22. Mai 1968 Mitglied im Pactum Marianum.

